Handball: DJK macht es spannend – und siegt deutlich Mit Nervenstärke zum Bonuspunkt

Coesfeld. Einfach kann jeder – nicht aber diese Mannschaft. Nicht einmal in einem Spiel, dessen Endergebnis einen lockeren Frühlingsspaziergang vermuten lässt. „Wir haben uns durchgekämpft“, atmete Tine Hekman nach dem 34:25-Sieg gegen den TSV Oerlinghausen durch. Eine klare Kiste, die für die DJK/VBRS-Handballerinnen aber bis sechs Minuten vor Schluss auf Messers Schneide stand. Und gewiss nicht irgendein Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. „Der war drei Punkte wert“, lächelte Trainer-Routinier Helmut Martin. „Der direkte Vergleich ist damit gewonnen.“

Von Frank Wittenberg
Handball: DJK macht es spannend – und siegt deutlich : Mit Nervenstärke zum Bonuspunkt
Lenkte ihre Mannschaft nicht nur wegen ihrer acht Tore zum wichtigen Sieg gegen den TSV Oerlinghausen: Magda Hemker zog die Fäden im Spiel der DJK/VBRS-Damen. Foto: Frank Wittenberg

Dabei schien nach nicht einmal zwei Minuten im zweiten Durchgang alles gelaufen. Exakt 117 Sekunden waren vergangen, ehe die Coesfelderinnen die verdiente 17:13-Pausenführung bis auf 21:14 ausgebaut hatten. Wer sich jetzt auf einen entspannten Abend eingestellt hatte, sah sich einmal mehr dramatisch getäuscht. „Plötzlich sind wir nicht mehr durch die Deckung gekommen“, musste Tine Hekman lange auf den nächsten eigenen Treffer warten. So lange, dass die Gäste wieder bedrohlich nahe kamen.

Dieser Bruch im Spiel war sicherlich begründet in einer intensiven ersten Halbzeit, stellte Helmut Martin fest, der mit Tine Hekman und Fiona van Ael das Coaching übernommen hatte. „Bis dahin sind die Mädels Vollgas gegangen, aber anders hätte es heute auch nicht funktioniert“, erklärte er. Denn von Nervosität, vom enormen Erfolgsdruck, war im ersten Durchgang nicht viel zu spüren. Mutig und mit Tempo agierten die DJK-Damen, erarbeiteten sich beim 5:2 (7.) den ersten kleinen Vorsprung, den sie über 9:5 (16.) und 14:10 (24.) mit 17:13 in die Pause brachten. Nur 17:13 – denn gegen in dieser Phase wenig druckvolle Gäste wäre eine deutlichere Führung locker möglich gewesen. „Wenn Oerlinghausen ins Positionsspiel musste, stand unsere Deckung richtig gut“, so Tine Hekman.

Schade nur, dass es nach dem besagten 21:14 gewaltig stockte. Fünf Treffer in Folge brachten die „Bergzicken“ auf 21:19 heran und wieder dick ins Geschäft – zumal mit dem 23:22-Anschlusstreffer in der 44. Minute wieder alles offen war. Oerlinghausen besaß sogar die Chance zum Ausgleich, blieb in der DJK-Deckung hängen, und im Gegenzug traf Lea Hemker zum 24:22. Ganz wichtig! So eng blieb es bis zur 53. Minute und einem verwandelten Siebenmeter von Bianca Siemering zum 28:25 – der Dosenöffner für einen spektakulären Endspurt. Der TSV riskierte alles, brachte die siebte Feldspielerin bei eigenem Ballbesitz und lief ins Verderben: Ein gehaltener Siebenmeter von Lisa Schwering beim 29:25 sorgte für die endgültige Entscheidung gegen resignierende Gäste, die sich noch fünf Treffer und damit eine echte Packung fingen.

Das Publikum war begeistert, Mannschaft und Trainerteam erleichtert. „Ich wusste aber immer, dass wir es packen werden“, versicherte Tine Hekman. Und Helmut Martin, der Rückkehrer auf die Bank? „Ich wollte in meinem Alter noch etwas Nervenkitzel“, grinste der 67-Jährige. „Den habe ich bekommen.“ 7 DJK Coesfeld-VBRS – TSV Oerlinghausen 34:25; Lisa Schwering und Maike Kreikenberg (im Tor), Magda Hemker (8/2), Britta Reckers (6), Kristin Pohlkötter (5), Bianca Siemering (5/2), Lea Hemker (4), Steffi Lappe (3), Kerstin Böing (1), Elisa Backeshoff (1), Christin Wienecke (1), Pia Spahlinger.

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