Handball: Helmut Martin fliegt für zwei Wochen zur sportlichen Entwicklungshilfe nach Afrika Eiersuche in Simbabwe

Billerbeck. Ob er Ostereier finden wird, spielt für ihn keine große Rolle. Viel wichtiger wären Bälle. „Die liegen beim Zoll“, erzählt Helmut Martin. Eine von so oft vielen kleinen Unwägbarkeiten, mit denen der 67-Jährige zu tun hat, wenn er als Handball-Entwicklungshelfer auf der Erdkugel unterwegs ist. Aktuell sitzt der Billerbecker erneut auf gepackten Koffern: Morgen geht es für zwei Wochen in den Süden des afrikanischen Kontinents nach Simbabwe.

Von Frank Wittenberg
Handball: Helmut Martin fliegt für zwei Wochen zur sportlichen Entwicklungshilfe nach Afrika : Eiersuche in Simbabwe
Jubeln durfte Helmut Martin am Samstag noch mit den DJK/VBRS-Handballerinnen – schon morgen macht er sich auf die Reise nach Simbabwe, um dort Lehrern den Sport zu vermitteln. Foto: Frank Wittenberg

Es ist der zweite Anlauf, im Rahmen des Programms „Handball at school“ des Internationalen Handballverbandes IHF, Lehrern im ehemaligen Südrhodesien den Sport zu vermitteln. „Vor drei Jahren war ich schon startklar“, erinnert sich Martin. Dann aber wurde der Handball-Präsident Simbabwes kurzfristig entlassen und die Reise zwei Tage vorher abgesagt. Diesmal soll alles klappen. „Ich stehe in sehr regem Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort“, lächelt er. „Mein Ansprechpartner in Simbabwe hat sogar in Leipzig die B-Lizenz abgelegt.“

Morgen Abend geht es los. Von Münster nach Frankfurt, dann nach Johannesburg in Südafrika und wieder über 1000 Kilometer zurück in die Hauptstadt Harare, weil es keinen Direktflug gibt. Rund 16 Stunden wird er unterwegs sein – ein großer Aufwand, aber Helmut Martin weiß, worauf er sich einlässt. „Ich nehme auch viel für mich mit“, sagt er mit Blick auf seine vorherigen Einsätze in Armenien, in der Mongolei, auf den Färöer Inseln, in Südafrika und Papua-Neuguinea. Jede Tour für sich war ein Abenteuer.

Das wird auch diesmal nicht anders sein. Drei Kurse in drei Städten wird er geben, in Harare, Bulawayo und Kadoma. Welche Bedingungen er vorfinden wird, darüber kann der ehemalige Trainer der DJK/VBRS-Handballerinnen nur spekulieren. „In Harare und Kadoma stehen mir offenbar Tennisplätze zur Verfügung, in Bulawayo ein Grassandplatz.“ Kreide und Tape, um Handballfelder abzugrenzen, hat er vorsichtshalber im Gepäck. Tore sollen vorhanden sein – anders als in Papua-Neuguinea, wo kurzerhand welche geschweißt werden mussten.

Auch sonst wird sich Martin zu helfen wissen müssen. Ein Booklet der IHF gibt es mit zahlreichen Übungen, die den Lehrern vermittelt werden sollen, damit sie diese später an ihre Schüler weitergeben können. Das einzige Problem: „Ich werde keine einzige dieser Übungen durchführen können.“ Bänke, Kästen, Medizinbälle, alles Fehlanzeige. „In Simbabwe existiert praktisch kein Equipment“, weiß der 67-Jährige, der sich von seinen vorherigen Reisen einige Kniffe angeeignet hat: „Man kann statt Hütchen ja auch gefüllte Plastikflaschen nehmen.“ Was passiert, wenn es im afrikanischen Herbst regnet? Oder ob der über die Ostertage geplante Kurs in einem Land mit einer zu 85 Prozent christlicher Bevölkerung überhaupt stattfinden kann? Helmut Martin muss sich überraschen lassen.

Trotzdem freut er sich ungemein auf seine sechste Mission in Sachen Handball-Entwicklungshilfe. Den Sport will er näherbringen, einfache Übungsformen vermitteln. Geschicklichkeit, Koordination, vor allem einfache Spiele, mit denen die Lehrer ihre Kinder beschäftigen können. Und für sich selbst wird der pensionierte Sport- und Erdkundelehrer wieder viele Erfahrungen mitnehmen. Mit den Menschen vor Ort, aber auch mit der Natur. „Die Organisatoren im Simbabwe wollen mir eine Tour an die nordwestliche Grenze möglich machen“, freut sich Martin auf ein besonderes Erlebnis: „Die Viktoriafälle zu sehen, das ist ein Traum.“

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