Fußball: Mit 21 Jahren ist der Dribbelkünstler wieder bei seinem Stammverein DJK Coesfeld-VBRS Essad Terziqi, der Heimkehrer

Coesfeld. Der Vereinswechsel ist nicht ohne Nebengeräusche verlaufen. Doch das Theater ist beendet. Essad Terziqi hat die Freigabe in der Tasche. Nottuln ade, Coesfeld juchhe! „Ich darf jetzt auch bei Meisterschaftsspielen mitmachen“, erzählt er zufrieden, „das ist gut so.“

Von Ulrich Hörnemann
Fußball: Mit 21 Jahren ist der Dribbelkünstler wieder bei seinem Stammverein DJK Coesfeld-VBRS: Essad Terziqi, der Heimkehrer
Schwer zu packen: Einmal in Fahrt, ist Essad Terziqi, Neuzugang beim Landesligisten DJK Coesfeld-VBRS, kaum zu stoppen. Foto: Ulrich Hörnemann

Nachdem erst Funkstille geherrscht hatte zwischen den beiden Landesliga-Rivalen, einigten sie sich letztendlich über die Ablösesumme. DJK Coesfeld-VBRS hat die ausgehandelte Kohle nach Nottuln transferiert.

Na klar freut sich Essad Terziqi über die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. „Ich habe bei DJK angefangen“, blickt der Offensivmann zurück, „das war in der F-Jugend.“ Wer sein erster Trainer war, weiß er auch noch. „Philipp Hüwe, der jetzt Schiri ist.“ Ihn hat er einige Jahre später wiedergetroffen. „Da war ich schon bei Preußen Münster“, erinnert sich Terziqi, „damals hat er meinem Gegenspieler, der mich zuvor umgenietet hatte, die rote Karte gezeigt.“

Essad Terziqi wohnt noch immer in Coesfeld. „Ich bin hier geboren“, berichtet er, „meine Eltern stammen aus dem Kosovo.“

Papa Xhafer (58) und Mama Emine (51) können ihren Sohnab sofort in Coesfeld in Aktion sehen. Vier Jungs haben sie. Enis (23), der Älteste, hat die Stollenschuhe an den Nagel gehängt. Essad (21) hat noch richtig Bock auf Fußball. Seine zwei jüngeren Brüder sind in den Niederlanden gelandet, gleich hinter der Grenze: bei Twente Enschede. Xhemil (19) spielt im Mittelfeld der zweiten Mannschaft, die in der Derde Divisie (4. Liga) Tabellenzwölfter ist. Xhelal (17), der Jüngste in der Familie Terziqi, zählt zum U 19-Team (A-Junioren), das in der Eersten Divisie spielt.

Ja, die Terziqis können mit der Kugel umgehen – und flott sind sie auch. „Meine Stärken sind das Dribbling und die Schnelligkeit“, verrät Essad, „in der Rückwärtsbewegung hab’ ich, ehrlich gesagt, noch Schwächen.“

Mit Engin Yavuzaslan, der im Sommer Nachfolger wird von Sebastian Scheinig, dem aktuellen DJK-Coach, hat er sich bereits ausgetauscht, wo er künftig agieren soll. „Am liebsten spiele ich im rechten Mittelfeld“, betont Essad Terziqi, „Engin hat mich aber im linken Mittelfeld eingeplant. Ist kein Problem! das kann ich auch.“ An Selbstbewusstsein fehlt es ihm nicht. Messi und Ribéry sind seine Lieblingsspieler, in der Bundesliga schwärmt er für Schalke 04. Sein Ziel für die Rückrunde ist sonnenklar: „So viele Punkte holen wie möglich, damit wir das Wunder doch noch schaffen.“ Den Klassenerhalt hat Essad Terziqi keineswegs abgeschrieben. „Wir werden alles versuchen“, verkündet er voller Tatendrang.

Der wieselflinke Dauerrenner, der 65 Kilo auf die Waage bringt bei 1,65 Meter Körpergröße, ist heiß auf das erste Punktspiel. In drei Wochen ist es soweit. Dann gastieren die Coesfelder als abgeschlagenes Landesliga-Schlusslicht (drei Punkte) beim Drittletzten Westfalia Gemen (16 Punkte) – mehr Kellerduell geht fast nicht.

Essad Terziqi brennt. Er will endlich zeigen, was er drauf hat. Sportlich ist alles im Lot. Verletzungsfrei ist er durch den Winter gekommen. Was ihm noch fehlt, ist eine Ausbildungsstelle. Nach seinem Realschulabschluss im vergangenen Jahr hängt er in der Warteschleife. „Ich suche noch“, sagt er.

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