Coesfeld Dauerbrenner sieht Luft nach oben

Coesfeld. Nein, der Otto Rehhagel von Coesfeld will er bestimmt nicht werden. Aber Mario Popp ist schon jetzt ein Dauerbrenner – denn ein halbes Dutzend Jahre als Trainer bei einer Mannschaft, das ist eher ungewöhnlich. „Auf die Perspektive kommt es an“, sagt der 33-Jährige. Auf das beiderseitige Feuer, noch mehr bewegen zu können – deshalb bleibt Popp auch in der kommenden, seiner sechsten Saison Trainer der Landesliga-Fußballerinnen der SG Coesfeld 06. Und dabei kann er auch weiterhin auf die Dienste von Co-Trainer Peter Kappel und Betreuerin Rita Gaußelmann vertrauen.

Von Frank Wittenberg
Coesfeld: Dauerbrenner sieht Luft nach oben
Foto: Stephan Demmer

Natürlich hat er sich im Vorfeld seine Gedanken gemacht. Ist das ausgereizt oder geht da noch mehr? Johannes Evers, der als Ansprechpartner für die Frauenmannschaften fungiert, hat sich mit den Spielerinnen unterhalten. „Eindeutiger Wunsch war, dass wir mit diesem Trainerteam weitermachen“, freut sich Popp über das Vertrauen seiner Schützlinge.

Der Weg spricht für sich. Aufstieg im ersten Jahr in die Bezirksliga, dann direkt weiter in die Landesliga, dort als Aufsteiger Platz sechs belegt, in der folgenden Spielzeit 2016/17 Rang fünf. Und in dieser Saison läuft es sogar noch besser! „Seit Peter Kappel dabei ist, hat die Mannschaft noch einmal eine unfassbare Entwicklung genommen“, verweist Popp auf das hervorragende Zusammenspiel mit seinem Co-Trainer. Platz zwei belegen sie aktuell, mit drei Punkten Vorsprung auf den SSV Rhade, der allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen hat. „Best of the rest“ werden, hinter dem designierten Meister und Aufsteiger Wacker Mecklenbeck, das wäre ein lohnendes Ziel.

Fakt ist: Auch in der nächsten Saison wird Landesliga-Fußball in Coesfeld zu sehen sein. Ob es irgendwann noch höher hinausgeht? Abwarten. „Sicher sollte mal das Ziel sein, um den Aufstieg mitzuspielen“, sagt der Trainer, der aber genau weiß, von wie vielen Faktoren das abhängig ist. Die Zukunft nehmen sie in den Blick, auch wenn aktuell keine Mädchenmannschaften der SG 06 am Spielbetrieb teilnehmen. Noch drücke es nicht, erklärt Mario Popp, weil beide SG-Frauenteams im Schnitt sehr jung seien. „Aber selbstverständlich wollen wir in Zukunft auch wieder eigene Talente aus dem U 15- und U 17-Bereich einbauen.“ Eine Trainingsgruppe mit Vorwärts Lette ist bereits gebildet, weitere Gespräche sollen folgen.

Ein Großteil der Spielerinnen hat bereits signalisiert, auch in der kommenden Saison im SG-Trikot zu kicken. Auf zwei Akteurinnen müssen Mario Popp und Peter Kappel aber ab sofort verzichten: Jana Kosakowski wird nach ihrem zweiten Kreuzbandriss die Treter an den Nagel hängen, und Lotta Köhne beginnt ein Studium in Frankfurt. Dafür hat Winter-Neuzugang Hannah Wagner von Eintracht Ahaus bereits gezeigt, dass sie dem Team weiterhelfen kann. „Wir müssen sehen, ob auf einzelnen Positionen noch Verstärkungen möglich sein“, blickt Popp voraus, der den Trainerjob behalten, die Aufgabe des Sportlichen Leiters für Jugend-, Damen- und Mädchenfußball aufgeben wird. „Beruflich werde ich künftig wohl einen größeren Aufwand haben“, erklärt der Sozialarbeiter an der Förderschule in Wettringen. Mit seinem Frauenteam will er weiter Gas geben und die positive Entwicklung fortsetzen.

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