Coesfeld Applaus für einen deutlichen Schritt nach vorne

Coesfeld (fw). Es war eine der Niederlagen, nach denen sich das Publikum erhebt und ehrlichen Applaus spendet. Eine Niederlage, die zwar keine Punkte bringt, aber wie ein Schritt nach vorne wirkt. „Jetzt ist nur wichtig, dass wir nicht wieder drei Schritte zurückmachen“, hoffte Sven Holz darauf, tatsächlich den Beginn eines Aufwärtstrends gesehen zu haben. Diesmal stand zwar am Ende ein 28:33 auf dem Zettel, aber in den nächsten Wochen werden für die DJK/VBRS-Handballer gewiss noch Gegner kommen, die nicht über die Qualität des Tabellenzweiten ASC 09 Dortmund verfügen.

Von Frank Wittenberg
Coesfeld: Applaus für einen deutlichen Schritt nach vorne
Eng ist nicht immer gemütlich – Nino Adler „erfreute“ sich nicht nur in dieser Situation einer aggressiven Bewachung durch die Gäste aus Dortmund. Foto: Frank Wittenberg

Wie instabil das Nervenkostüm nach elf Niederlagen in Folge ist, zeigte sich zwischen der 25. und 28. Minute. Frederic Wienecke hatte den Ausgleich auf der Hand, traf auch von Linksaußen in den Winkel, doch die Schiris hatten „Freddys“ Fuß schon im Kreis gesehen. So eine verpasste Chance zeigt Wirkung – und statt 14:14 stand es knapp dreieinhalb Minuten später 13:18. „Wir haben richtig gute Phasen, schmeißen uns dann aber alles mit dem Hintern wieder um“, schüttelte der Trainer den Kopf. „Dann sind wir teilweise zu unkonzentriert, auch im Abschluss.“

Festzuhalten bleibt aber: Es gab deutlich mehr gute Phasen als in vielen anderen Spielen der vergangenen Wochen. Das, merkte Holz an, sei sicherlich auch der Personalsituation geschuldet. Zwar musste Andreas Hüppe wegen einer im Training erlittenen Bänderverletzung passen, aber mit Dennis van Wesel und Sebastian Schnute kehrten zwei wichtige Alternativen in den Rückraum zurück. „Das tat uns sehr gut, denn wir konnten mehr wechseln.“

So geriet die Partie für den großen Favoriten zu keinem Zeitpunkt zum vielleicht erwarteten Spaziergang. Zwar führten die Coesfelder lediglich beim 1:0, aber wirklich abschütteln ließen sie sich nie. Über 6:8 (12.) lagen sie 9:13 hinten (21.), verkürzten aber wieder auf besagtes 13:14. Zur Pause hieß es 14:18. Im zweiten Durchgang lag Dortmund zunächst durchweg mit vier bis fünf Toren vorne, aber der ASC schaffte es nicht, den Tabellenletzten endgültig zu demoralisieren – beim 24:27 (44.) gestaltete die DJK es wieder enger.

Am Ende hieß es 28:33 – verloren, ja, aber sicherlich auch die Erkenntnis gewonnen, dass sie in vielen Phasen nicht weit weg waren vom Titelkandidaten. „Leider haben wir in der Deckung zu häufig große Lücken reißen lassen“, sah Sven Holz manche Probleme mit dem Tempospiel des ASC. „Aber unsere eigenen Chancen waren ja da.“ Leider blieben allein drei Siebenmeter ungenutzt. Dennoch: Die Zuschauer honorierten einen engagierten Auftritt, garniert mit einem besonderen Comeback – Christopher Pirkl sprang für den verhinderten Torhüter Nils Heuermann ein und zeigte in der Schlussphase, dass er nichts verlernt hat. 7 DJK Coesfeld-VBRS – ASC 09 Dortmund 28:33; Lasse Schroer und Christopher Pirkl (im Tor), Till Schöttler (12/6), Dennis van Wesel (5), Steffen Böyer (3), Markus Reykowski (3), Janes Kloster (2), Nino Adler (1), Sebastian Schnute (1), Frederic Wienecke (1), Christian Hendrischk, Philipp Berlemann.

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5584636?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F