Coesfeld Genug gepuzzelt – endlich Ruhe

Coesfeld. Als der Aufschlag von Sebastian Förster im Netz gelandet und damit der letzte Punkt der Saison gespielt war, währte die Enttäuschung nur ganz kurz. Es war die erwartete Niederlage für die Volleyballer der SG Coesfeld 06 im Pokal-Halbfinale, denn auf der anderen Seite stand mit dem TSC Gievenbeck immerhin ein Drittligist. „Schade, dass wir den ersten Satz nicht eingefahren haben“, trauerte Bernhard Heuermann der verpassten Chance ein wenig hinterher. „Aber wir haben uns nicht abschießen lassen.“ Am Ende einer anstrengenden Spielzeit hatten die SG’ler noch einmal einen ordentlichen Auftritt hingelegt.

Von Frank Wittenberg
Coesfeld: Genug gepuzzelt – endlich Ruhe
Lukas Messing (rechts) überspielt den Block des Drittligisten TSC Gievenbeck – dennoch musste die SG 06 die Partie letztlich mit 0:3 abgeben. Foto: Frank Wittenberg

Dabei war diese Partie ein Spiegelbild der Saison, denn einmal mehr musste der Trainer ein Personalpuzzle lösen. Diesmal fehlte mit Henri Lammerding eine Stammkraft auf der Mittelposition – diese Baustelle hatte ihn durchgängig beschäftigt. „Erst hat sich Thomas Wittkowski nach Neuseeland verabschiedet, dann sind Dominik Vieth, Sven Schmitz und zwischenzeitlich auch Henri Lammerding verletzt ausgefallen“, schüttelt Heuermann den Kopf. So gibt es diesmal keinen spektakulären Nachschlag in Form einer Aufstiegsrelegation. Auf Platz fünf sind sie in der Oberliga eingelaufen – am Ende deutlich hinter der Spitze, was aber gewiss keine Enttäuschung sein soll. „Ich empfinde es eher als positiv, dass wir bis wenige Spieltage vor Schluss noch daran schnuppern durften“, betont der Trainer. Denn nach dem Umbruch im Sommer sei das vorrangige Ziel gewesen, nicht in Abstiegsgefahr zu geraten.

Das hat souverän geklappt, und zwei besondere Bonbons haben die SG-Volleyballer zudem mitgenommen: Ende Dezember das Testspiel gegen den Damen-Bundesligisten USC Münster und nun das Pokal-Halbfinale in eigener Halle. In dem hatten sie im ersten Satz alle Chancen, den Favoriten TSC Gievenbeck zu ärgern – aber sie brachten eine 21:17- und 23:20-Führung nicht ins Ziel, ließen fünf Satzbälle aus und verloren mit 31:33. „Vielleicht waren wir selbst überrascht, wie gut es lief“, stellt Heuermann fest. „Plötzlich waren wir nicht mehr mutig genug.“

So ein Satzgewinn hätte Kräfte freigesetzt, nun aber kam der Drittligist immer besser ins Spiel. 15:25 ging der zweite Satz verloren, im dritten Durchgang nutzte der TSC den dritten Matchball zum 25:19 und 3:0-Sieg. „Wir haben nicht mehr den Druck aufbauen können“, bilanziert der Trainer, der zudem munter durchgewechselte und durch den Ausfall von Henri Lammerding ohnehin einige Akteure auf ungewohnten Positionen einsetzen musste.

Früher als in den vergangenen Jahren ist die Hallensaison nun gelaufen – so richtig traurig ist darüber aber niemand. „Jetzt machen alle erst einmal vier Wochen komplett Pause, dann geht es nach draußen“, richtet Bernhard Heuermann den Blick auf die Beachvolleyball-Saison, in der seine Jungs mal mehr, mal weniger aktiv sind. Und nach dem Sparkassen Premium Beach-Cup, der vom 25. bis 27. Mai auf der Anlage im Sportzentrum Süd steigt, werden sich die Blicke auch wieder auf die Halle und die nächste Oberliga-Spielzeit 2018/19 richten.

Welche Besetzung ihm dann genau zur Verfügung steht? Abwarten. „Viele der Jungs stehen in Studium und Beruf an der Schwelle zum nächsten Schritt“, weiß Heuermann um die vielen Fragezeichen. Planungssicherheit sieht anders aus, aber darum werden sie sich in den nächsten Wochen kümmern. Das kennen sie schon – vor einem Jahr um diese Zeit standen nur noch fünf Spieler auf dem Zettel. „Das sieht jetzt besser aus“, lächelt der Trainer. „Wir werden auf jeden Fall ein Oberliga-Team stellen.“

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5620756?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947821%2F