Fußball
Schalker Knappenschmiede ist Vorbild für die Liga

Keine Nachwuchsabteilung in der Bundesliga produziert so viele Fußball-Talente wie die des FC Schalke 04. Jüngster Coup der Knappenschmiede ist der Einzug der U 19 ins Halbfinale der neu geschaffenen europäischen Youth League. Heldt ist stolz.

Dienstag, 18.03.2014, 12:33 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 18.03.2014, 12:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 18.03.2014, 12:33 Uhr

Madrid (dpa) - Neuer , Matip, Özil, Höwedes, Fährmann, zuletzt Draxler, Kolasinac, Meyer und Ayhan - der FC Schalke 04 produziert große Fußball-Talente am Fließband. Die Knappenschmiede gilt als Vorbild für die gesamte Bundesliga.

Erst am vergangenen Sonntag unterstrich - unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit - der Schalke-Nachwuchs seine Extraklasse. Die von Trainer Norbert Elgert betreute U 19 zog mit einem 3:1-Sieg beim FC Chelsea ins Halbfinale der neu geschaffenen europäischen Youth League ein. Horst Heldt äußerte sich in Madrid im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa zurecht stolz über den Erfolg in der Champions League der Junioren. «Das ist ein Riesenerfolg und zeigt, dass wir mit unserem Nachwuchs auf dem richtigen Weg sind», sagte der Manager.

Das Motto auf Schalke lautet: Wir machen uns unsere Superstars selbst statt fertige Spieler teuer einzukaufen. Das hat laut Heldt mehrere Vorteile: «Wenn wir die Spieler selbst heranziehen, schaffen wir eine hohe Identifikation mit dem Verein und wir nehmen gezielt Einfluss auf die Ausbildung. Auch die wirtschaftliche Seite macht Sinn, weil es am Ende günstiger ist. Letztlich können wir, auch wenn es nicht das primäre Ziel ist, durch den Verkauf von Spielern auch mal hohe Einnahmen generieren.» Wie beispielsweise beim Wechsel von Nationaltorhüter Manuel Neuer zu Bayern München. Allein dieser Transfer, der Schalke knapp 30 Millionen Euro einbrachte, habe laut Heldt «die Arbeit der Nachwuchsabteilung über Jahre gesichert».

Neuer und Özil gelten als Paradebeispiele für den Erfolg des Ausbildungsbetriebes. Sie sind zu Weltstars geworden. Doch sie sind letztlich nur zwei Spieler von Dutzenden, die in den vergangen Jahren im Profifußball Fuß fassten. Ob auf Schalke oder anderswo. Beim 2:1-Sieg in Augsburg letzte Woche standen gleich sieben Spieler auf dem Rasen, die der Knappenschmiede entstammen. Selbst Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund erkennt die überragende Jugendarbeit des Erzrivalen an. «Davon können wir uns bei aller Konkurrenz eine Scheibe abschneiden», betonte unlängst der BVB-Boss. Auch Bayerns Co-Trainer Hermann Gerland, in der Nachbarstadt Bochum geboren, kommt immer mal wieder ins Revier zum «Spionieren».

Vor vier Jahren war es schlecht bestellt um das Nachwuchszentrum auf Schalke. Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), der regelmäßig Zertifikate vergibt, gab es schlechte Noten. Was an vielen Faktoren wie der Infrastruktur oder dem Personal lag. Das «desaströse Ergebnis» der Beurteilung schreckte Heldt auf. «Wir haben uns zusammengesetzt und die Abteilung um 180 Grad umgestülpt. Vieles wurde geändert, wir haben uns auch von einigen Leuten getrennt. Nun haben wir wieder drei Sterne, eine bessere Bewertung gibt es nicht.»

Direktor der Nachwuchsabteilung ist nun Oliver Ruhnert. Urgestein Norbert Elgert gilt in der Branche als einer der besten U-19-Trainer Europas. Unter den Nachwuchstrainern sind zahlreiche Fußballlehrer oder A-Lizenz-Inhaber wie die Ex-Profis Bernhard Tares (U 23), Christian Wörns (U 17), Frank Fahrenhorst (U 16), Willi Landgraf (U 15) oder Tomasz Waldoch (U 13).

Vor einigen Wochen wurden die U-19-Spieler Donis Avdijaj, ein 17-jähriges Stürmerjuwel mit einer angeblich fixierten Ablösesumme von knapp 50 Millionen Euro, Pascal Itter und Marvin Friedrich (beide 18) mit Profiverträgen ausgestattet. Und es heißt schon: der Nächste bitte: Leroy Sane (18), einer von drei hoch veranlagten Söhnen von Ex-Profi Souleyman «Sammy» Sane und der ehemaligen deutschen Top-Gymnastin Regina Weber, soll ebenfalls in den Kader von Jens Keller «hochgezogen» werden. «Er will wissen, ob er eine Perspektive bei den Profis hat. Die Gespräche laufen», betonte Heldt.

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