Bezirksliga: SV Gescher belohnt sich spät mit dem 3:1-Sieg Lange gewartet auf die Bescherung

Gescher. Lange mussten sie warten, bis der Gabentisch endlich mit den ersehnten drei Punkten gedeckt war. Beinahe wäre es zu spät gewesen für die Bescherung, denn aber schlug der SV Gescher in Minute 88 und 90+2 doch noch zu. Damit war nicht nur der verdiente 3:1-Sieg gegen Adler Weseke eingesackt, sondern auch die Antwort auf die Gangart der Gäste gegeben, über die Frank Schulz vorsichtig ausgedrückt „erstaunt“ war. „Ich sage ja selten etwas über andere Mannschaften“, schüttelte der Trainer den Kopf. „Aber ich verstehe nicht, was in die gefahren ist.“

Von Frank Wittenberg
Bezirksliga: SV Gescher belohnt sich spät mit dem 3:1-Sieg : Lange gewartet auf die Bescherung
Keine Angst vor große Kerlen: SV-Offensivmann René Böing (rechts) entwischt elegant dem Weseker Marius Lütjann. Foto: Frank Wittenberg

Kampfbetont, das sei ja nachvollziehbar, stellte Schulz nach dem Abpfiff eines Spieles fest, das in manchen Phasen an den Treter-Gipfel zwischen Frankfurt und Hoffenheim am Freitagabend erinnerte. „Aber hier geht es von hinten in die Beine, da wird gespukt“, konnte er es kaum fassen. „Die Weseker hatten ja Schaum vor dem Mund.“

Entsprechend schwer tat sich der SV zunächst gegen die Gäste um die beiden Ex-Gescheraner Mario Beeke und Mike Börsting. „Wir haben nicht gut dagegen gehalten“, gab Schulz zu. „Und wir haben keine zweiten Bälle gewonnen.“ So gab es zwar zwei Chancen für André Wellermann, der über das Tor zielte (27.), und Dennis Schültingkemper, dessen 20-Meter-Schuss André Späker abwehrte, mehr kam aber offensiv nicht. Und hinten reichte ein Aussetzer zum 0:1, als die Gastgeber nicht energisch klärten und Stefan Bücker das eiskalt nutzte (35.).

Der Weckruf des Trainers in der Kabine fruchtete. „Danach hatten wir eine ganz andere Körpersprache“, sah Schulz einen präsenteren SV, der sich schnell belohnte: André Wellermann, der kurz zuvor noch an Späker gescheitert war, hob den Ball in den Strafraum, wo Thomas Lanfer per Kopf zum 1:1-Ausgleich vollendete (52.). Vier Minuten später senste Robert Lindenbuß den Gescheraner Dennis Schültingkemper von hinten um – das gab Aufregung, Rudelbildung und Rot von Schiri Samuel Hutter gegen den Übeltäter.

Trotz Überzahl taten sich die Gastgeber anschließend schwer, ihren Vorteil wirklich auszuspielen. Eine große Chance ergab sich in der 74. Minute, als André Wellermann und René Böing nach einem Konter Niklas Segbers bedienten, der aber am Torwart scheiterte. Den Nachschuss von Dennis Schültingkemper klärte Marius Lütjann am Fünfmeterraum. So dauerte es bis zur 88. Minute, ehe Thomas Lanfer nach Vorarbeit von Niklas Segbers cool blieb und zum 2:1 vollendete. In der Nachspielzeit legte Robin Nolte das 3:1 nach: Erst scheiterte er an André Später, doch der Abpraller saß – sehr zur Freude von Frank Schulz. „Wir haben uns schwer getan, aber verdient gewonnen“, lächelte er. Und Platz vier unter dem Weihnachtsbaum, das sei schlicht eine super Bilanz. 7 SV Gescher – Adler Weseke 3:1; Tore: 0:1 Stefan Bücker (35.), 1:1 und 2:1 Thomas Lanfer (52., 88.), 3:1 Robin Nolte (90.+2).

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4494818?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947829%2F