Gescher Immer Ärger mit dem Schiri

Gescher. Die Emotionen kochten hoch. Noch lange nach dem Schlusspfiff war Frank Schulz auf 180. „Ich hab’ doch nichts gemacht“, klagte er und dachte an die 81. Minute auf dem Aschegeläuf in Buldern: „Warum mich der Schiedsrichter vom Platz gestellt hat, weiß ich nicht. Keine Ahnung!“

Von Ulrich Hörnemann
Gescher: Immer Ärger mit dem Schiri
Abgeräumt: Hannes Rammelt (rechts), Abwehrmann aus Buldern, flexte den quirligen Gescheraner René Böing (links) von den Beinen. Foto: az

Dann versicherte Schulz, dass er nichts, aber auch gar nichts gesagt habe. Weder über den Schiri noch zu ihm. „Nichts“, wiederholte der Coach des Bezirksligisten SV Gescher noch mal in aller Deutlichkeit.

Das Gastspiel der Glockenstädter beim Klassen-Konkurrenten Adler Buldern, das 2:2 ausgegangen ist, war von vielen Fouls geprägt. Stephan Ohlmeier, der Referee, hatte reichlich zu tun und zückte fünfmal die gelbe Karte: drei für Gescher, zwei für Buldern. Auch die Anhänger trugen mit ihren Sprüchen zur allgemeinen Hektik bei. „Und ich wurde sogar von Spielern beleidigt“, beschwerte sich Schulz, „und unsere Fans von den Zuschauern.“ In der Pause imitierte der Ansager den Schlachtruf „Gescher“ von Edelfan Horst Paetzel, der „seine“ Mannschaft Woche für Woche anfeuert, ob daheim oder auswärts. „Wenn man so miteinander umgeht“, wetterte Schulz, „ohne jeden Respekt, dann gute Nacht.“ Er war bedient.

Frank Schulz, der selbst in Dülmen wohnt, musste sich beherrschen, um nicht die Contenance zu verlieren. Dass er in der turbulenten Endphase auf Geheiß von Stephan Ohlmeier die Trainerbank zu verlassen hatte, war der Tropfen auf den heißen Stein. „Ich soll auf dem Platz gestanden haben“, erzählte Schulz, der mit 57 Jahren viel erlebt hat in seiner langen Karriere, „das stimmt überhaupt nicht.“ Ohlmeier kannte kein Pardon und schickte ihn hinter die Bande.

Als Wiederholungstäter ahnte Schulz bereits, dass die Vereinskasse wieder über Gebühr belastet würde. „Das kostet!“, prophezeite er, „beim letzten Mal waren es 150 Euro.“ Weniger werden es diesmal auch nicht sein.

Der Ärger dampfte ihm aus dem Kragen. Immerhin konnte sich Frank Schulz damit trösten, dass seine Belegschaft dank einer engagierten Vorstellung einen Punkt mitnehmen durfte. „Mit dem Unentschieden bin ich trotzdem nicht zufrieden“, bemerkte er, „denn wir waren fußballerisch die stärkere Mannschaft, besaßen auch mehr Chancen als unser Gegner und hätten eigentlich gewinnen müssen.“ Hat leider nicht geklappt.

Der Ostermontag war für ihn ein gebrauchter Tag, den er am besten früh am Morgen gleich vom Kalender gerissen hätte. Dann wäre ihm einiges erspart geblieben . . . 7 Am Donnerstag folgt das Heimspiel gegen SV Lippramsdorf, Anstoß: 19 Uhr, Kunstrasen, Ahauser Damm

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