Gescher
Operation Klassenerhalt – Teil zwei

Gescher. „Operation Klassenerhalt“ lautet der Titel über dem Vorbereitungsplan, und damit gibt der Trainer die Marschroute vor. Der Traum von einer entspannten Spielzeit schwingt immer ein Stück weit mit, aber Frank Schulz ist Realist durch und durch. „Die vergangene Saison war schon schwer“, sagt der 57-Jährige. „Jetzt haben wir noch wichtige Spieler verloren.“ Trotzdem: Es ist keine „Mission impossible“, und Schulz ist auch nicht der Tom Cruise von Gescher. Denn beim SV haben sie ein dickes Pfund, mit dem sie wuchern können: der Zusammenhalt. Darüber können und wollen sie ihr Ziel auch in der neuen Spielzeit erreichen, betont er: „Wir wissen, dass es schwer wird – aber hier verfällt niemand in Panik.“

Samstag, 04.08.2018, 10:40 Uhr

Antreiber und torgefährlicher Mittelfeldmann: Thomas Lanfer (links) zählt zu den erfahrenen Spielern beim SV Gescher. Fotos: Frank Wittenberg Foto: az

Genau das ist der Grund, weshalb der Ex-Profi in Diensten von VfL Bochum, Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach bereits in sein drittes Jahr in der Glockenstadt geht. Trotz des Wissens um die enge Personaldecke. Trotz der fehlenden Schatulle, mit deren Hilfe ein paar Neuzugänge verpflichtet werden können. Nein, andere Angebote haben ihn nicht gereizt. „Ich fühle mich hier total wohl“, versichert Schulz, der schon vor Weihnachten sein Ja-Wort gegeben hat, obwohl die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz der Bezirksliga überwintern musste. „Hier wird mir ein riesiges Vertrauen entgegengebracht.“

Viel gesehen hat der DFB-Pokalsieger von 1988. Vor allem bringt er genug Erfahrung mit, genau zu wissen, worauf der Fokus gelegt werden muss. „Wir müssen defensiv gut stehen und dürfen nur wenig zulassen“, betont er. Da muss auch mal ein Tor reichen, um die Punkte mitzunehmen, denn offensiv gibt es nicht zu viele Alternativen – zumal mit René Böing auch noch die „Lebensversicherung“ zum Landesligisten Eintracht Ahaus abgewandert ist. Mit Marius Upgang-Rotert, den er aus der Reserve hochgezogen hat, verfügt der Trainer nur noch über einen gelernten Stürmer. „Vielleicht noch Patrick Sträter, auch wenn er sich auf der Außenbahn wohler fühlt.“ Ansonsten müssen junge Spieler in die Bresche springen und sich in ungewohnten Rollen beweisen, wie ein Raphael Busert oder Leon Bürger, der im Pokalspiel gegen Adler Buldern auf vier verschiedenen Positionen zum Einsatz kam. „Ich brauche Alternativen“, sagt Schulz. „Und ich brauche Spieler, die sich zu 1000 Prozent einsetzen.“

Die hat er, da ist er sich sicher. Und allen voran hat er neben den vielen jungen Wilden drei Routiniers, die Trainer und Verein als eine Art spielende Co-Trainer mehr in die Pflicht nehmen: Matthias Efsing, Thomas Lanfer und Dennis Schültingkemper wollen und bekommen mehr Verantwortung. „Ich arbeite super mit ihnen zusammen, sie übernehmen vielen Aufgaben“, freut sich Frank Schulz. Das wird sich gut entwickeln.

Das Problem: Eine geschmeidige Saisonvorbereitung, möglichst ohne viele Urlauber und Verletzte, gestaltet sich auch diesmal wieder schwierig. „Es wäre so viel mehr drin“, weiß der Trainer, der aber bisweilen nur mit acht Leuten auf dem Platz steht. Die ersten Langzeitausfälle drohen – Nils Epping zum Beispiel hat anhaltende Probleme mit der Leiste. Im Winter, erinnert sich Schulz, lief die Vorbereitung verhältnismäßig rund: „Und schon haben wir eine viel bessere Rückrunde gespielt.“

Und diesmal? Die Testspiele sind bislang gut gelaufen, aber davon lassen sie sich nicht blenden. Ab dem 12. August wird es ernst, gleich mit einem schweren Heimspiel gegen die TSG Dülmen. Im vergangenen Jahr sind sie nur mit einem Sieg aus den ersten sieben Spielen gestartet, aber kopflos agiert hat deshalb niemand beim SV Gescher. „Hier gibt es keine Panik im Umfeld, egal wie es läuft“, lobt Frank Schulz die Verantwortlichen und Fans. Und er schiebt eine Ansage hinterher: „Ich bin noch nie mit einer Mannschaft abgestiegen, für die ich über die ganze Saison gearbeitet habe.“ Das soll bitteschön so bleiben in der Operation Klassenerhalt, Teil zwei. 7 nächste Folge am Dienstag (7. 8.): über die Mannschaft, die sich stressfrei im Mittelfeld einpendeln will.

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