Kreisliga A: Perfekter Spieltag / Osterwick liegt nur noch zwei Punkte hinter Spitzenreiter Adler Buldern Westfalia wieder dick im Geschäft

Osterwick. Es war ein Spieltag nach seinem Wunsch! Erst freute sich Engin Yavuzaslan über die engagierte Darbietung seiner Mannschaft gegen das Kellerkind TSG Dülmen, als ihm dann noch die Ergebnisse der Konkurrenten im Dachgeschoss der Kreisliga A mitgeteilt wurden, konnte er sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Viel schöner hätte es kaum laufen können, dachte sich der Osterwicker Trainer, der selbst von Meisterschaft und Aufstieg nicht reden möchte. „Ach was“, lautete seine Antwort auf die Titelchancen, „wir schauen bloß von Spiel zu Spiel.“

Von Ulrich Hörnemann
Kreisliga A: Perfekter Spieltag / Osterwick liegt nur noch zwei Punkte hinter Spitzenreiter Adler Buldern : Westfalia wieder dick im Geschäft
Nicht zu bremsen: Davide Pietro Recker (rechts) schaltete sich immer wieder ins Offensivspiel ein. Foto: az

Die beiden Siege gegen Rorup und Dülmen II haben ihn milde gestimmt. Hatte er seine Belegschaft nach der Niederlage beim Hausherr SV Gescher II noch in Grund und Boden geredet, fand Engin Yavuzaslan nur lobende Worte nach dem Dreier gegen die Reservisten des Landesligisten TSG Dülmen. „Heut’ haben die Jungs eine geile Moral gezeigt“, stellte er zufrieden fest, „alle hatten total viel Bock, sie wollten gewinnen und haben dafür hundert Prozent investiert.“ Als Belohnung für ihren Aufwand gab es drei Zähler mehr auf dem Konto.

Nach diesem erfolgreichen Sonntag ist die Spitze noch enger zusammengerückt. Während der Klassenprimus Adler Bulder und die beiden Verfolger, Schwarz-Weiß Holtwick sowie SuS Legden, gepatzt und lediglich ein Unentschieden erzielt haben, sind die Osterwicker dank der vollen Ausbeute wieder dick drin im Geschäft.

Natürlich habe er auch Mängel gesehen im Spiel. „Anfangs waren wir etwas schläfrig, dann haben wir zum richtigen Zeitpunkt die beiden Treffer gemacht, und kurz Pause wurde wieder der Bequemlichkeitsmodus eingeschaltet“, fasste Yavuzaslan Halbzeit eins kurz zusammen, „nach der Pause haben wir den Zwei-Tore-Vorsprung verwaltet.“ Selbst in Unterzahl hielten sie den biederen Gegner leicht und locker in Schach.

Florian Göbel war in der 71. Minute einem Steilpass hinterher gesprintet und hatte sich dabei die Wade gezerrt. Müden Schrittes schleppte sich der kleine „Flo“ in Richtung Bank, wo seine Mitspieler bereits auf ihn warteten. Engin Yavuzaslan konnte keinen Ersatz mehr bringen, da ihm bereits in der 7. Minute Johannes Sicking verletzt ausgefallen war und er Benjamin Raabe sowie Nils Borgert zu Beginn der zweiten Hälfte auf den Kunstrasen geschickt hatte. Sein Wechselkontingent war komplett ausgeschöpft.

Mit grundehrlicher Maloche haben sich die Hausherren den Dreier erarbeitet. Spielerische Glanzlichter bekamen die Zuschauer nicht geboten. „Viel Fußball war das nicht“, stellte Engin Yavuzaslan fest, „das lag auch am Schiedsrichter.“ Damit kritisierte er Thomas Wielens, der die Partie jederzeit souverän leitete und den Akteuren bei Bedarf die Meinung geigte. „Er hat sehr kleinlich gepfiffen, sodass kaum Kombinationen zustande kamen. Von gefühlt 150 Freistößen hätte ich vielleicht 90 gegeben. Fußball ist ein Spiel mit Körperkontakt!“ Ob mit kurzer oder langer Leine, Schiri Wielens war stets Herr der Lage – und Osterwick hat die drei Zähler eingesackt.

Am nächsten Sonntag (2. April) ist die Aufgabe ungleich schwieriger. Dann geht die Reise ins nahe Billerbeck. Dort wartet der wiedererstarkte Gastgeber, der nach einer völlig missratenen Hinrunde dank großer Moral auf den fünften Tabellenplatz hochgeklettert ist. „Das ist eine andere Hausnummer als Dülmen“, betonte Engin Yavuzaslan, „wenn wir da genauso viel Einsatz zeigen, ist mir nicht bange.“ Sollten sie allerdings glauben, dass sie diese Begegnung mit Halbgas bestreiten können, droht ihnen eine neuerliche Niederlage wie zuletzt in Gescher und ein weiterer Tobsuchtsanfall ihres sportlichen Vorgesetzten.

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