Frauenfußball: Marc-René Frank steigt im Sommer als Trainer in Osterwick ein Geballte Erfahrung für Westfalia

Osterwick. Den Weg zurück von der Westfalenliga vier Stufen tiefer in die Kreisliga B tritt er gerne an. Ungewöhnlich. Und die Frage nach dem „Warum“ ist ihm natürlich schon mehrfach begegnet. „Ich möchte einfach zurück vom Leistungsbereich an die Basis“, erklärt Marc-René Frank – was für ihn freilich nicht bedeutet, künftig bei den Frauenfußballerinnen von Westfalia Osterwick nicht auf das Gaspedal zu drücken. Im Gegenteil: „Diese Mannschaft lässt sich formen“, sagt der 32-Jährige, der im Sommer den Trainerjob im Westfalia-Stadion übernimmt.

Von Frank Wittenberg
Frauenfußball: Marc-René Frank steigt im Sommer als Trainer in Osterwick ein : Geballte Erfahrung für Westfalia
Gemeinsame Sache ab der neuen Saison: Gerburg Sengenhorst (rechts), verantwortlich für den Mädchen- und Frauenfußball bei Westfalia Osterwick, begrüßt den künftigen Trainer Marc-René Frank. Foto: Frank Wittenberg

Erfahrung bringt der Rekener reichlich mit. Bei Westfalia Reken, dem Vorgänger des heutigen Fusionsvereins SC Reken 24/15, ist er groß geworden. Als Schnapper zwischen den Pfosten stand er während seiner eigenen Karriere, und das sogar vier Jahre lang in der zweiten niederländischen Liga beim FC Eibergen. „Leider musste ich verletzungsbedingt aufhören“, erzählt Frank, der fortan als Trainer im Frauenbereich tätig war: Seinen Heimatverein Westfalia Reken hat er binnen zwei Jahren in die Bezirksliga geführt, zuletzt war er dreieinhalb Jahre beim SuS Concordia Flaesheim tätig – zunächst verantwortlich für die zweite Mannschaft, seit Herbst 2016 mit Dirk Gizenaar für das Westfalenliga-Team, das sich als Ligakonkurrent des VfL Billerbeck in Abstiegsgefahr befindet. Dort gelang es ihm, die sportliche Talfahrt zu stoppen, und doch verabschiedete er sich nun. „Der Zeitaufwand war nicht zuletzt durch die weiten Auswärtsfahrten zu groß“, sagt Marc-René Frank, der als Bereichleister bei der Coesfelder Firma wijco clean tätig ist.

Weil der aktuelle Westfalia-Trainer Kevin Cooper aus Horstmar den Verein im Sommer nach drei Jahren verlassen wird, waren die Verantwortlichen froh, den Kontakt zu Frank zu bekommen. „Wir haben noch Luft nach oben, und daran soll der neue Trainer arbeiten“, lächelt Gerburg Sengenhorst, die gemeinsam mit ihrer Schwester Anna den Mädchen- und Frauenbereich in Osterwick leitet. So gut wie nie zuvor stehen die Westfalia-Frauen aktuell da als Tabellendritter der B-Liga mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer TSG Dülmen, aber einem weniger ausgetragenen Spiel. „In dieser Saison noch aufzusteigen, wird schwierig“, weiß Gerburg Sengenhorst. „Dann packen wir es eben nächstes Jahr an“, ergänzt Marc-René Frank.

Und dazu wird er seinen Kader, der aktuell 26 Spielerinnen umfasst, schon frühzeitig zum Aufgalopp bitten. „Direkt nach dem Saisonende im Mai geht es weiter“, kündigt der 32-Jährige an. „Wir brauchen die Zeit, um uns kennenzulernen.“ Dass über das Osterwicker Schützenfest eine Pause eingelegt werden muss, haben sie dem Fan von Borussia Mönchengladbach gleich erklärt. Ansonsten soll gearbeitet werden – Marc-René Frank freut sich schon jetzt darauf. „Die aktuelle Pause tut mir ganz gut“, lächelt er. „Aber es kribbelt auch schon wieder.“

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