Frauenfußball: Turo verliert Halbfinale mit 1:3 / GW Nottuln trifft im Endspiel auf den VfL Billerbeck Pokaltraum platzt in Unterzahl

Darfeld. Der Reflex, den Jule Kuschel instinktiv ausführte, war gleichbedeutend mit dem Genickschlag. Plötzlich fuhr sie in dieser 53. Minute den Ellenbogen aus und lenkte den Ball nach einer Ecke um den Pfosten herum, sodass Schiedsrichter Timo Wurbs keine andere Wahl blieb: Rote Karte für die Turo-Spielerin und Elfmeter, den die Gäste zum 1:2 nutzten. Der Anfang vom Ende für die Darfelderinnen, die letztlich ihr Pokal-Halbfinale gegen GW Nottuln mit 1:3 verloren und den Traum von der Titelverteidigung begraben mussten. „Kein Vorwurf an Jule“, betonte Trainer Ralf Volkmann, der die Niederlage nicht an dieser Situation festmachen wollte. „Wir haben insgesamt nicht gut gespielt.“

Von Frank Wittenberg
Frauenfußball: Turo verliert Halbfinale mit 1:3 / GW Nottuln trifft im Endspiel auf den VfL Billerbeck : Pokaltraum platzt in Unterzahl
Aller Einsatz brachte am Ende kicht den gewünschten Erfolg: Laura Wiesmann (links), hier mit Josefine Höppener, und die Turo-Damen verpassten das Pokalfinale. Fotos: fw Foto: az

In der Tat hatten die Turo-Damen von der ersten Minute an große Probleme mit der aggressiven Spielweise des Landesligisten, der schon nach 30 Sekunden hätte führen müssen – aber Pia Stubbe schaufelte den Ball über das leere Tor. Ein Wachmacher, der nicht wirklich wirkte. „Wir waren viel zu weit weg von den Gegenspielerinnen“, gab Volkmann zu. In vielen Aktionen agierten die Gäste gedankenschneller und eroberten immer wieder die zweiten Bälle. „Wir haben längst nicht das abgerufen, was wir können“, urteilte der Trainer.

Dennoch ging der Bezirksligist in Führung, denn Carolin Kemper bekam in einer eher ungefährlichen Situation von Jennifer Otto einen Tritt in die Hacken und ging zu Boden – den fälligen Elfer verwandelte Isabell Kortüm zum umjubelten 1:0 (13.). Die Freude währte aber nur zwei Minuten, dann glich Anna Lindemann nach schöner Vorarbeit von Evelyn Vogts zum 1:1 aus. In der Folge hatte Nottuln optisch deutliche Vorteile, die klarsten Chancen aber besaßen die Turo-Damen: In der 26. Minute flankte Jule Kuschel von der Grundlinie in die Mitte, wo die freistehende Wiebke Honrath den Ball nicht perfekt mit dem Kopf erwischte. Noch dicker war das Ding in der 39. Minute, als Carolin Kemper nach schöner Vorarbeit von Jule Kuschel aus 14 Metern nur die Latte traf.

Mit dem Elfer acht Minuten nach der Pause, sicher verwandelt von Anna Lindemann, lief alles für die Gäste. „Weil wir auch noch in Unterzahl waren, war die Messe gelesen“, stellte Ralf Volkmann fest. Die Nottulnerinnen spielten das clever aus und machten in der 67. Minute den Deckel drauf mit einem herrlichen Schlenzer von Anna Lindemann genau in den Winkel – unhaltbar für die starke Turo-Torfrau Corinna Höing. Die Darfelderinnen kämpften weiter, kamen auch noch zu einem guten Abschluss durch Carolin Kemper (84.), blieben letztlich aber chancenlos.

Das war das Aus für den Titelverteidiger, sehr zum Bedauern des Trainers und seines Personals. „Das Finale im vergangenen Jahr war ein tolles Erlebnis, das hätten wir gerne noch einmal gehabt“, erklärte Ralf Volkmann. In den Genuss kommen nun aber die Teams von VfL Billerbeck (kampflos Sieger gegen Fortuna Seppenrade) und GW Nottuln. Volkmann: „Jetzt wollen wir uns diesen besonderen Erfolg mit der Meisterschaft holen.“ 7 Turo Darfeld – GW Nottuln 1:3; Tore: 1:0 Isabell Kortüm (13., FE), 1:1, 1:2 und 1:3 Anna Lindemann (15., 53. HE, 67.).

Leserkommentare
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4773965?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947787%2F947889%2F