Fußball: Engin Yavuzaslan ärgert sich über zaghaften Auftritt gegen SW Holtwick / Zwangspause droht
Ins Mauseloch verkrochen

Rosendahl. Was ihn nun mehr schmerzte, das lädierte Knie oder das sparsame 1:1 im Derby? Schwer zu sagen. Während der Arztbesuch gestern noch bevorstand, war die Diagnose nach dem Remis gegen SW Holtwick bereits gestellt. Schonungslos, wie es die Art von Engin Yavuzaslan ist. „Der Gegner hat sich in unserem Wohnzimmer wohlgefühlt“, schüttelt der Spielertrainer von Westfalia Osterwick den Kopf. „Das darf nicht passieren.“

Dienstag, 27.02.2018, 09:02 Uhr

Das Knie macht nicht mit: Engin Yavuzaslan (rechts) kämpfte, zog die Strippen, musste aber kurz vor der Pause passen. Nun droht eine erneute Zwangspause. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

In der Tabelle hat die Partie kaum Spuren hinterlassen. Es bleibt alles ganz dicht zusammen im Titelkampf der Kreisliga A, in dem der VfL Billerbeck zwei Punkte Vorsprung auf SuS Olfen und die Westfalia genießt. „Wir brauchen aber keine Alibi-Floskeln“, will sich Yavuzaslan zu keinen Aussagen wie „Es ist ja noch alles drin“ hinreißen lassen. Nein, ihm wurmt der Auftritt in der zweiten Halbzeit, in der die Holtwicker deutlich mehr vom Spiel hatten, weil sie viel galliger und präsenter auftraten. „Wir waren viel zu passiv.“

Ob es daran lag, dass der Trainer das Geschehen nur noch vom Seitenrand beeinflussen konnte? Denn kurz vor der Pause war es passiert: Ohne Einwirkung eines Gegners sackte Yavuzaslan zusammen und musste vom Feld. „Wieder dasselbe Knie, wieder das Innenband“, wusste er sofort, was Sache ist. „Vielleicht angerissen, vielleicht durch, eventuell auch nur überdehnt, auf jeden Fall instabil.“ Ob das Comeback sechs Wochen nach seiner Verletzung zu früh kam, nein, das denkt der 36-Jährige nicht. Jetzt aber wird er es auskurieren müssen.

Der Ärger über das eigene Missgeschick geriet aber in den Hintergrund, denn noch mehr schmerzte die Tatsache, wie die Mannschaft ohne ihren „Aggressive Leader“ die Partie aus der Hand gab. „Holtwick hat uns mit Aggressivität und Zweikampfstärke beackert“, stellt er fest. „Davon haben sich einige meiner Jungs beeindrucken lassen.“ Während er dem Ortsrivalen ein Kompliment zollt, nimmt sich Engin Yavuzaslan seine eigenen Jungs zur Brust. Nur noch quer und nach hinten sei der Ball gelaufen, ohne jeden Mut, nach vorne aufzudrehen. „Es kann ja nicht sein, dass unser Torwart mehr Ballkontakte hat als unsere Stürmer“, schüttelt er den Kopf. „Wir haben uns ins Mauseloch verkrochen.“

Lange aufhalten können sie sich damit nicht. Schon am kommenden Sonntag (4. 3.) wartet die nächste schwere Aufgabe bei der SG Coesfeld 06, eine Woche später am Sonntag (11. 3.) folgt dann das Heimspiel gegen SuS Olfen – zwei direkte Konkurrenten. „Wir müssen unser spielerisches Vermögen zeigen, aber auch den Kampf annehmen“, fordert Engin Yavuzaslan. Auch ohne den Chef, der in diesen Spitzenspielen wohl zur Tatenlosigkeit verdammt ist.

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