Rosendahl Nachwuchsförderung im Westfalia-Stadion

Osterwick. Der Promi-Gast kam extra aus Hamm angereist. Herbert Hrubesch, 62, kennt den Weg. In- und auswendig. „Im Münsterland bin ich regelmäßig unterwegs“, erzählte er, „in Osterwick war ich auch schon.“ Der jüngere Bruder von Horst Hrubesch, dem einstigen Kopfballungeheuer und U21-Nationaltrainer, ist als Stützpunktkoordinator beim Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) fest angestellt. „Mit dem Westfalia-Stadion hat Osterwick eine feine Anlage“, lobte er die Sportstätte, die über einen Natur- und einen Kunstrasen verfügt, „das sind ideale Voraussetzungen.“

Von Ulrich Hörnemann
Rosendahl: Nachwuchsförderung im Westfalia-Stadion
Großes Hallo im Westfalia-Stadion (oben von links): Michael Galle, Tobias Wiggers, Jürgen Patte, Promi-Gast Herbert Hrubesch, Patrick Steinberg und Guido Wähning freuen sich mit den U 12- und U 13-Fußballern, dass Osterwick jetzt hochoffiziell DFB-Stützpunkt ist. Das passende Schild soll am Vereinsheim befestigt werden. Foto: Ulrich Hörnemann

Seit dem 8. Januar diesen Jahres ist Osterwick neben Hochmoor der zweite DFB-Stützpunkt im Kreis Ahaus/Coesfeld. Herbert Hrubesch überreichte den Verantwortlichen das offizielle Schild, natürlich in grün-weiß, den DFB-Farben. „Wir wurden angesprochen, ob wir da mitmachen wollen, und haben sofort zugesagt“, erinnerte sich Jürgen Patte an die ersten Gespräche, „gern unterstützen wir die Talentförderung.“ Patte ist Jugendleiter bei Westfalia Osterwick. „Auch für unsere Trainer ist das eine tolle Geschichte“, fügte er hinzu, „sie können sich vor Ort anschauen, wie im U 12- und im U 13-Bereich der Nachwuchs auf höchstem Niveau trainiert wird. So bleibt man im Geschäft! Das ist gut fürs Ausbildungsniveau.“ Michael Galle, Geschäftsführer der Jugendabteilung, stimmte ihm zu: „Davon profitieren auch unsere Leute.“ Tobias Wiggers, Sportlicher Leiter der A-, B- sowie C-Jugend in Osterwick und Inhaber der B-Lizenz, schaute den beiden Stützpunkttrainern, Guido Wähning (betreut aktuell den Jahrgang 2006) und Patrick Steinberg (für Jahrgang 2007 zuständig), aufmerksam zu. Mehrere Kiebitze säumten den Kunstrasen, meistens Väter, wie Ted Herold (VfL Billerbeck) oder Thomas Homölle (SG Coesfeld 06), und auch einige Mütter, die ihre Kinder mit dem Auto aus den umliegenden Orten gebracht hatten.

Guido Wähning ist 45. Dank seiner großen Erfahrung ist er ein alter Hase, einer, der viel erlebt hat in seiner Trainer-Karriere. „Ich mach’ den Job im achten Jahr“, berichtete Wähning, „vorher war ich acht Jahre bei Vorwärts Wettringen und zwei Jahre bei der A-Jugend von Borussia Emsdetten.“ Wähning kommt gebürtig aus Metelen und wohnt jetzt in Ochtrup.

Patrick Steinberg ist im dritten Jahr. „Mitte Juni 2015 habe ich angefangen“, erinnerte er sich, „die Aufgabe bereitet mir jede Menge Spaß.“ Steinberg, hauptberuflich Geschäftsführer der SG Coesfeld 06, coacht dort auch die erste Mannschaft, die in der Kreisliga A angesiedelt ist. „Früher habe ich immer Jugendteams der SG 06 trainiert“, erklärte er, „als dann die Anfrage kam, im Stützpunkt als Trainer anzufangen, habe ich nicht gezögert und die Chance beim Schopfe gepackt. Die talentiertesten Spieler des Kreises trainieren zu können, das ist nochmal eine ganz andere Herausforderung als eine Jugendmannschaft im Verein zu betreuen.“ Im Jugendbereich eines Vereins darf man dann gleichzeitig auch nicht mehr tätig sein, „damit man allen Vereinen im Kreis gleich gerecht wird und nicht einen Verein bevorzugt“, so Steinberg weiter.

Hochmoor (vorher Vreden und Ottenstein) ist der DFB-Stützpunkt Nummer eins im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld. Da werden die besten D- und C-Junioren aus insgesamt 35 Vereinen (u. a. Stadtlohn, Gronau, Epe, Vreden, Gescher, Ahaus, Heiden, Gemen) betreut. Osterwick ist nunmehr DFB-Stützpunkt II, der zu Beginn aber erst einmal nur für die D-Junioren verantwortlich ist. Aus 28 Vereinen, davon zwölf aus dem Kreis Ahaus/Coesfeld (z. B. DJK-VBRS, SG 06, Legden, Heek oder Nienborg), sieben aus dem Kreis Münster/Warendorf (z. B. Darup und Havixbeck), vier aus dem Kreis Steinfurt (z. B. Horstmar) und fünf aus dem Kreis Unna/Hamm II, ehemals Fußballkreis Seppenrade (z. B. Nottuln, Appelhülsen oder Schapdetten), werden die Talente zusammengezogen.

Das Besondere am Talentförderprogramm des DFB ist, dass alle Stützpunkte deutschlandweit immer montags trainieren. Aktuell übt Steinberg mit den jüngeren von 17 bis 18.30 Uhr und Wähning mit den älteren von 18.30 bis 20 Uhr.

Über das ganze Land gibt es 366 DFB-Stützpunkte, die flächendeckend verteilt sind, wie Herbert Hrubesch bemerkte. „2002 hat der DFB dieses Talentförderprogramm eingeführt“, teilte er mit, „ich bin mittlerweile acht Jahre dabei.“ Hrubesch ist ein alter Hase.

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