Kunst
Experten klären Urheberschaft des Cranach-Altars

Weimar (dpa) - Der berühmte Cranach-Altar in der Herderkirche in Weimar könnte nach Expertenmeinung nicht von Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553), sondern komplett vom seinem Sohn gemalt worden sein.

Montag, 17.03.2014, 17:44 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 17.03.2014, 17:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 17.03.2014, 17:44 Uhr

«Neuere technologische Untersuchungen unterstützen die These, dass der jüngere Cranach als Meister für die Ausführungen die Verantwortung hatte», sagte die Kunsthistorikerin Karin Kolb der Nachrichtenagentur dpa. Bisher war die Kunstwelt davon ausgegangen, dass Cranach Senior das Bild in seinem Todesjahr begonnen und der Sohn es später vollendet hatte.

Kolb leitet von Dienstag an eine zweitägige Tagung «Cranach in Weimar » im Goethe-Nationalmuseum, auf der der Kölner Cranach-Experte Gunnar Heydenreich über seine Forschungsergebnisse referieren werde. Heydenreich habe mit Infrarot-Technik die Vorzeichnungen auf dem Mal-Untergrund des dreiflügeligen Altars sichtbar machen können. Sie deuteten in Details auf Lucas Cranach den Jüngeren (1515-1586) hin. Das sei schlüssig, meinte Kolb, die über Cranach promovierte und an der Klassik Stiftung die Cranach-Ausstellung 2015 vorbereitet.

Wie Cranach der Ältere in die Pläne zu dem beeindruckenden Werk eingeweiht war, lasse sich nicht sagen. Als alter Mann werde er kurz vor seinem Tod wohl nicht mehr selbst den Pinsel in die Hand genommen haben. Für Kolb ist eine Zuschreibung des Altarbildes an den Cranach-Sohn damit «überfällig.»

Die wissenschaftliche Tagung widmet sich zudem der Wahrnehmung und Rezeption der Cranach-Werke in Weimar - von Johann Wolfgang von Goethe über die Bauhäusler und die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart.

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