Underground-Kunst
Surren aus der Unterwelt: Installation am Times Square

New York ist eine laute und geräuschvolle Stadt. Ganz neue Töne aber mischt eine Installation von Max Neuhaus in das Gewirr.

Donnerstag, 07.06.2018, 08:48 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.06.2018, 08:44 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 07.06.2018, 08:48 Uhr
Aus dem Gitter dröhnt ein Brummen. Foto: Johannes Schmitt-Tegge

New York (dpa) - In New York herrscht derzeit Hochsaison für Touristen; 355.000 Menschen gehen jeden Tag allein über den Times Square. Aber die versteckte Kunst-Installation an einem der berühmtesten Plätze der Welt entdecken die wenigsten.

Mitten auf der Fußgängerinsel zwischen der 45th und 46th Street sowie dem Broadway und der 7th Avenue hat der US-Künstler Max Neuhaus seine unsichtbare Arbeit gesetzt. Aus dem Gitter zum U-Bahnschacht wandert dort ein düsteres Brummen nach oben, 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Die meisten Fußgänger nehmen die Klänge wegen des bunten Treibens um sie herum und wegen des Verkehrslärms nicht wahr.

Die Arbeit «Times Square» war ursprünglich von 1977 bis 1992 zu erleben und wurde 2002 mit Unterstützung umliegender Unternehmen, der Nahverkehrsbehörde MTA und der Kunststiftung Dia wieder installiert. «Für diejenigen, die die Besonderheit der Arbeit annehmen, wird die Insel ein anderer, abgetrennter Ort, der seine Umgebung aber einschließt», sagte Neuhaus damals. Besucher wüssten nicht, dass es sich um eine Installation handele, und beanspruchten deshalb oft, den Ort und das Geräusch allein entdeckt zu haben.

Der aus dem Südstaat Texas stammende Neuhaus war vor allem für seine Klangkunst bekannt. Er studierte Musik und spielte auch mehrere Konzerte von Avantgarde-Komponisten. Neuhaus starb 2009 im Alter von 69 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung in Italien.

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