Musik Komische Oper würdigt gestorbenen Ex-Intendanten Rackwitz

Berlin (dpa) - Die Komische Oper Berlin hat ihren gestorbenen früheren Intendanten Werner Rackwitz als prägende Persönlichkeit für das Haus gewürdigt.

Von dpa

Rackwitz , der am 14. März mit 84 Jahren starb, habe zu einer Generation deutscher Kulturpolitiker gehört, die über «die Komplikationen und Querelen des Kalten Krieges » und der deutschen Teilung die Kontinuität der deutschen Kultur zu bewahren suchten, erklärte der Intendant der Komischen Oper, Barrie Kosky , am Dienstag. Rackwitz' Tod war am Montagabend bekanntgeworden.

Der gebürtige Breslauer stand von 1981 bis Januar 1994 an der Spitze des Hauses an der Behrenstraße. Zuvor war er von 1969 bis 1981 stellvertretender Minister für Kultur in der DDR. In dem Ressort hatte er zuvor seit 1963 die Abteilung Musik geleitet.

Seine Amtszeit als Opernintendant war von der Zusammenarbeit mit Chefregisseur Harry Kupfer geprägt, die Rackwitz einmal als «Glücksfall» bezeichnete. Das damalige Team komplettierten der musikalische Oberspielleiter Rolf Reuter und Ballettchef Tom Schilling.

Rackwitz ermöglichte Inszenierungen, die für DDR-Verhältnisse als kritisches Musiktheater galten und über die Grenzen Berlins hinaus Aufmerksamkeit erregten. Kritiker sagten ihm aber auch nach, dass er als Parteifunktionär in seinen früheren Ämtern «SED-Kulturpolitik nach unten durchgesetzt» habe.

In die Zeit von Rackwitz fallen auch spektakuläre Konzerte, darunter das erste Konzert von Daniel Barenboim in Ost-Berlin. Schon kurz nach dem Mauerfall lud Rackwitz 1989 den Regisseur und Intendanten der Deutschen Oper im Westen Berlins, Götz Friedrich, ein. Dieser hatte seinen Beruf unter dem legendären Regisseur Walter Felsenstein an der Komischen Oper gelernt und war dann im Streit in den Westen gegangen.

Obwohl ihm eine Personalversammlung der Oper noch im Herbst 1992 das Vertrauen ausgesprochen hatte, bat Rackwitz danach überraschend Berlins Kultursenator Ulrich Roloff-Momin (parteilos) wegen «politischer Diffamierungen» um die Auflösung seines Vertrages. Als Nachfolger wurde der damalige Betriebsdirektor der Kölner Oper, Albert Kost, bestimmt. Kupfer erhielt den Status eines Operndirektors.

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