Multimedia Mit dem eigenen Drucker tolle Foto-Geschenke in guter Qualität selbst herstellen

In Zeiten der günstigen Produkte und des Überangebotes an Auswahlmöglichkeiten im Internet, fällt die Handarbeit immer weiter zurück. Dabei müssen Geschenke nicht teuer sein oder aufwendig in der Herstellung. Mit wenigen Handgriffen und ausreichender Einarbeitungszeit können Privatpersonen von zu Hause aus schöne Geschenke selbst herstellen, ob Fotobücher, Kalender, Puzzle oder Gutscheine. Mit einem persönlichen Foto lassen sich viele Ideen umsetzen. Eine Vielzahl von Programmen erleichtern die Gestaltung und die meisten Drucker besitzen heutzutage eine sehr gute Druckqualität. Neben dem richtigen Drucker und Gestaltungsprogrammen ist das Papier entscheidend für die Qualität des Drucks. Einige Tipps gibt es bei der Herstellung des persönlichen Präsentes zu beachten, doch in nur wenigen Schritten kann ein gutes Ergebnis entstehen.

Von Allgemeine Zeitung Coesfeld

1. Ideenfindung

 

  

Bevor es an die Herstellung geht, sollten die schenkenden Personen eine Mindmap mit den wichtigsten Eigenschaften und Vorlieben des Empfängers erstellen. Dadurch können  der erste Stil und das Layout des Geschenkes, beispielsweise eines Fotokalenders festgelegt sein. Lieblingsfarben, Tiere, Pflanzen oder einen allgemeinen Stil können Hinweise auf Verzierungen liefern. Schöne Erinnerungen wie der gemeinsame Urlaub, Jubiläen oder persönliche wichtige Ereignisse sind Rahmenbedingungen, die in die Idee hinein kommen können. Natürlich kann es auch ein schönes Foto in einem Rahmen sein, doch wer dem Geschenk noch eine persönliche Gestaltung beilegt, erhält ein erinnerungswürdiges Ergebnis.

2. Programme

Wer keine professionelle Gestaltung vornehmen will, muss keine teuren Programme kaufen. Viele Anbieter von Druckerzeugnissen liefern selbst PDF-Dateien oder Vorlagen, die einfach herunterzuladen sind, beispielsweise für einen Fotokalender. Mit dem kostenlosen Adobe Acrobat Reader können diese Vorlagen in den Druck kommen. Wer sich jedoch noch mehr grafische Bearbeitung wünscht, kann einige der Muster in gängigen Schreibprogrammen wie Word oder Open Office bearbeiten oder Vorschläge aus den programminternen Angeboten umwandeln. Soll es noch individueller sein, sind Grafikbearbeitungsprogramme wie Adobe Photoshop oder Corel Draw eine mögliche Option. Allerdings sind diese Programme sehr teuer und benötigen einige Einarbeitungszeit. Alternativen sind kostenlose Software wie Gimp oder Paint.Net, die eine ähnliche Struktur besitzen und auch für Anfänger gut geeignet sind. Auf dieser Seite gibt es weitere Vorschläge. Der Aufwand und der Anspruch richten sich natürlich nach der Geschenkidee  und dem Umfang der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten.

3. Papierauswahl

Abbildung 2: Mattes oder glänzendes Papier ist je nach Vorlage sinnvoll

 

Um Fotos und andere hochwertige Ausdrucke zu erhalten, sind jeweils spezielle Papiere und Druckunterlagen notwendig. Fotos benötigen eine besondere Beschichtung, welche die Farben fixieren können. Es ist sehr wichtig darauf zu achten, ob es sich um einen Tintenstrahl- oder Laserdrucker handelt, denn die Papiere sind nicht untereinander austauschbar. Die gängigsten Varianten sind das Fotopapier mit Kunststoffbeschichtung aus Polymer oder aus Nanokeramik und das Tintenstrahlfotopapier. Weitere Auswahlkriterien sind die Stärke und die Oberfläche des Papiers. Fotos benötigen mindestens 200g/qm, damit eine Stabilität gewährleistet ist. Wie bei einem professionellen Fotodruck auch gibt es die Auswahl zwischen glänzenden und mattglänzenden Papieren. Polymerbeschichtete Papiere können die gedruckten Farben direkt an der Druckstelle fixieren und sorgen so für eine hohe Bildqualität. Die Farben verwischen nicht und sind sehr lichtbeständig, allerdings sollten die druckenden Personen auf eine langsame Druckgeschwindigkeit achten.

Die Nanokeramikbeschichtung ist poröser als die Kunststoffbeschichtung und lässt die Farbe direkt durch die Schicht auf das Papier hindurch. Die Oberfläche ist wasserfest, jedoch luftdurchlässig, so dass ein Verblassen der Farben entstehen kann.

Tintenstrahlfotopapier ist für viele Drucktechniken einsetzbar, jedoch oft sehr matt in der Optik. Dafür trocknen die Farben auf diesem Papier sehr schnell.

4. Druckauflösung

Abbildung 3: Die Megapixel müssen für einen guten Ausdruck nicht entscheidend sein

 

Wer das richtige Papier gefunden hat, sollte nun darauf achten, dass die Druckformate kompatibel sind. Ein wichtiger Punkt ist außerdem die Auflösung der Fotos und Bilder. Viele kennen die Bezeichnung der Pixel oder Megapixel, welche die Digitalkameras aufzeichnen. Diese Anzahl sagt aber noch nichts über die eigentliche Druckqualität aus. Dort gibt es die Bezeichnung dpi, die für dots per inch steht, also (Tinten)Tropfen pro Zoll und hauptsächlich im Druckverfahren zum Einsatz kommt. Bei digitalen Bildern und Fotos gibt es den Begriff der ppi, pixel per inch, Pixel pro Zoll. Diese Punktdichte bezeichnet die relative Auflösung des Fotos und wird oft synonym mit dpi verwendet. Jetzt gilt es auf das Verhältnis dieser einzelnen Komponenten zu achten. Wer eine gute Qualität erhalten will, sollte auf die absolute Auflösung achten, also die Zahl der Pixel in horizontaler und vertikaler Richtung. Wer zum Beispiel ein Bild mit 1200 Pixeln in der Breite besitzt und eine relative Auflösung mit 300 ppi, erhält 4 Inch, also 5,1 Zentimeter. Generell gibt es die Faustregel, dass Fotos und Bilder eine Auflösung von 300 ppi besitzen sollten, um sie gut drucken zu können. Aber die Schenkenden sollten auf die Größe der Druckausgabe achten, denn danach können sich die internen Pixelangaben wieder ändern. Die Breite und Höhe ist also ausschlaggebender als die Pixelanzahl. Weitere Informationen dazu liefert diese Erklärung .

5. Druckereinstellungen und Patronen

Ist alles gut vorbereitet, kann es mit dem Drucken eigentlich losgehen. Viele verschiedene Druckerhersteller besitzen eigene Druckerprogramme, die unterschiedliche Einstellungen ermöglichen. Darüber hinaus sollten gute Patronen vorliegen, welche die entsprechende Qualität leisten können. Das Farbmanagement hilft dabei, die richtigen Formate und Eigenschaften einzustellen, was oft im Druckerhandbuch erklärt ist. Bei den Farbpatronen reichen die meisten Herstellerpatronen für den Fotodruck aus. Einige bieten eigene Foto-Patronen an, doch mit der richtigen Einstellung kommen die Farben auch mit normalen Patronen gut zur Geltung. Einige Anbieter wollen ihre Kunden auf die Original-Patronen festlegen, mit dem Hinweis auf mögliche Schäden des Druckers oder schlechtere Qualität der Ausdrucke bei Ersatz-Patronen. Doch die meisten Tests ergeben, dass viele Alternativen ähnlich bis identisch gute Ausdrucke erzielen können. Eine genaue Erläuterung der Eigenschaften von Ersatzpatronen im Vergleich gibt tintencenter.com .

Abbildung 4: Viele Patronen sind leicht wieder auszuwechseln

Wichtige Druckeinstellungen sind:

  • Papierauswahl
  • Format
  • Qualitätsoption: Text, Foto, optimiertes Foto
  • Druckgeschwindigkeit
  • Farbanpassung/Farbmodus

Einige Drucker können eigene Fotobearbeitungen vornehmen, Farben verbessern oder den Kontrast erhöhen. Meist sind die vorhandenen Standardeinstellungen für Fotodruck jedoch ausreichend. Der Anwender sollte unbedingt das richtige Papier einstellen (matt oder glänzend) und bei der Geschwindigkeit darauf achten, dass bei Papier mit Polymerbeschichtung ein langsamer Vorgang gewählt ist. Wichtig ist es außerdem, die Farbprofile dem Papier anzupassen, damit die Farben, die auf dem Monitor angezeigt sind, auch auf dem Ausdruck wieder zu finden sind. Das kann in vielen Fällen nicht zu 100 Prozent passieren, da die Fotos meist mehr Farben und Farbnuancen besitzen, als gewöhnliche Drucker sie wiedergeben können. Die Farbprofile der Drucker versuchen die Farbpixel so zu verändern, dass das Ergebnis annähernd übereinstimmt. Deshalb sollte der Haken bei „Farbmanagement aktivieren“ gesetzt sein. Wer sich mehr mit Farbprofilen auseinandersetzen will, kann den Drucker dafür selbst kalibrieren. Zum Beispiel können Farbprofile relativ farbmetrisch oder perzeptiv umgewandelt sein. Perzeptiv nutzt die Farbumgebung des Originalbildes, der Ausdruck kann jedoch in manchen Fällen sehr matt aussehen. Relativ farbmetrisch verändert die Farben nicht zusätzlich, kann jedoch Sättigung erhöhen oder senken.

Eine weitere Einstellung der Farbprofile ist unter ICM zu finden. Dies steht für Image Color Matching, also Farbübereinstimmung. In den meisten Druckertreibern ist ICM eingestellt, doch wer mit professionellen Fotoprogrammen arbeitet, kann die Farbverwaltung auch über das Programm laufen lassen und ICM im Drucker ausschalten. Dies kann auch helfen, wenn die ausgedruckten Farben nicht mit dem Original übereinstimmen. Oftmals ist es möglich, ein eigenes, angepasstes Profil unter einem neuen Namen abzuspeichern, wenn nach einigen Versuchen die richtige Mischung gefunden ist.

6. Fazit

Sobald alle Einstellungen richtig sitzen, kann der Schenkende sein Werk vollenden und zusammensetzen. Wer noch ausgefallenere Ideen mag, kann sich sogar an einem 3D-Drucker versuchen, sollte jedoch bedenken, dass diese Drucker immer noch sehr teuer sind und der Druckvorgang sehr lang sein kann. Einen Einblick liefert Stiftung Warentest in diesem Video:   http://www.youtube.com/watch?v=nGj6QQGZXF4

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