Multimedia United Internet verdreifacht Gewinn im dritten Quartal

Der Internetanbieter United Internet bleibt auf der Überholspur. Ein anhaltender Neukundenzustrom und die lukrative Beteiligung an der Berliner Start-Up-Schmiede Rocket Internet bescheren dem TecDax-Schwergewicht, das beliebte Marken wie 1&1, GMX und Web.de unter sich vereint, im dritten Quartal 2014 einen Umsatz von 737,3 Millionen Euro – im Jahresvergleich ein Zugewinn von 9,7 Prozent.

Von Allgemeine Zeitung Coesfeld

900.000 zahlende Neukunden möchte Ralph Dommermuth, Konzernchef der United Internet AG, bis Ende des Jahres hinzugewinnen. Mit dem dritten Quartal 2014 konnte der börsendotierte Internet-Provider einen wichtigen Etappensieg auf dem Weg zu diesem Jahresziel erringen. Bis Ende September fanden 660.000 Neukunden ihren Weg zu United Internet – davon allein 140.000 Mobilfunkkunden. Unterm Strich verdienten die Aktionäre des Unternehmens zwischen Juli und September mehr als 152,1 Millionen Euro. Hier schlug unter anderem auch ein Sonderertrag von 71,5 Millionen zu Buche, der durch im August erworbene Anteile an der Rocket Internet AG zustande kam. Für rund 435 Millionen Euro sicherte sich United Internet rund 10 Prozent der Anteile an der Berliner Start-Up-Schmiede.

Doch dieser Zugewinn war nur das i-Tüpfelchen auf dem weiterhin erfolgreichen Grundgeschäft des Internetdienstleisters mit Sitz in Montabaur. Ausschlaggebend für das überdurchschnittliche Wachstum des operativen Gewinns waren vor allem geringe Anlaufverluste bei neuen Produkten der Internetsparte. Zugpferd des Konzerns ist nach wie vor die 1&1 Internet AG . Der DSL-Provider bietet neben der Bereitstellung von Breitbandanschlüssen auch Hosting-Möglichkeiten für Webseitenbetreiber, Baukastensysteme zur Homepage-Erstellung sowie Email- und E-Business-Produkte an.

Insgesamt rechnet United Internet beim Konzernumsatz mit einem Wachstum von knapp zehn Prozent auf etwa 3 Milliarden Euro. Beim EBITDA ist ein Wert von 520 Millionen angepeilt. Weitere Umsätze werden aus der am 3.September bekannt gegebenen Übernahme des Glasfaserbetreibers Versatel erwartet. Den Kaufpreis von 586 Millionen Euro sieht der Konzern als Investition in die Zukunft. Durch die von Versatel produzierte DSL-Vorleistung sollen jährlich bis zu 55 Millionen Euro eingespart werden. Mit der Übernahme des Telekommunikationsanbieters sichert sich United Internet den Zugriff auf das zweitgrößte deutsche Glasfasernetz mit einer Länge von rund 37.000 Kilometern. An das Versatel-Netz sind mehr als 5.000 Firmenkunden und Institutionen direkt angeschlossen. Zudem betreibt Versatel rund 440.000 DSL-Kundenanschlüsse. Die Zahl der DSL-Kunden der United Internet AG steigt mit der Übernahme auf insgesamt 4,12 Millionen.

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