Multimedia Gefahren der modernen Video-Kultur - Risiko für Strafzahlungen hoch

Das Ansehen, Teilen und Produzieren von Videos ist mittlerweile Alltag. Die Masse an Angeboten ist enorm, so dass es selbstverständlich scheint sich der Video-Kultur anzuschließen und leichtsinnig mit den Daten umzugehen. Dabei sind die rechtlichen Risiken nicht zu unterschätzen, markante Strafzahlungen keine Seltenheit.

Von Allgemeine Zeitung
Multimedia : Gefahren der modernen Video-Kultur - Risiko für Strafzahlungen hoch

Das Anschauen von Videos auf Videoplattformen wie YouTube ist für den Eigengebrauch unbedenklich. Problematisch wird das Vorgehen, wenn Tonspuren und Videos erneut hochgeladen und anschließend veröffentlicht werden. Die ist rechtlich nicht erlaubt. Von Plattformen, die als rechtswidrige Quellen gelten, ist stets Abstand zu nehmen. Wer beispielsweise Kinofilme, die derzeit noch im Kino zu sehen sind, illegal auf derartigen Plattformen runterlädt, macht sich unmittelbar strafbar. Auch bei der Plattform YouTube sind unrechtmäßige Uploads möglich. Dort tauchen immer häufiger Titel auf, die unrechtmäßig dort platziert werden.

Probleme bei Videoproduktionen

Sollen neue Videos produziert werden, ist beim Verwenden von bereits vorhandenem Videomaterial Vorsicht geboten. Produzenten, die kleinere Videoszenen aus fremden Videos in ihren eigenen Filmen einsetzen, sind rechtlich gesehen nur solange sicher, wie sie von einer Veröffentlichung absehen. Sobald es zur Publizierung kommt, kann es massive Probleme geben. Besonders kritisch wird die Angelegenheit bei Verwendung GEMApflichtiger Musik. Da es zu einem Urheberrechtsverstoß kommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) abgemahnt zu werden. Um dem zu entgehen, können Videoproduzenten entweder Kontakt mit dem Rechteinhaber aufnehmen und eine Genehmigung anfordern oder von vorneherein auf GEMAfreie Musik zurückgreifen.

Die  GEMA  vertritt die Urheberrechte seiner Mitglieder wie beispielsweise Musiker. Werden GEMApflichtige Songs öffentlich genutzt oder mechanisch vervielfältigt, sind Gebühren fällig. Diese werden wiederum an GEMA-Mitglieder und damit den Urhebern anteilig weitergereicht. GEMAfrei sind Lieder von Musikern, die nicht in der GEMA Mitglied sind oder das jeweilige Werk nicht dort angemeldet ist. Bei GEMAfreier Musik müssen Nutzer lediglich eine einmalige Zahlung zur Nutzung leisten. Diese Lizenzierung ist mit keinen Folgekosten verbunden. GEMAfreie Werke werden unter anderem in YouTube-Videos, Videospielen oder Kinofilmen eingesetzt.

Let´s Player in der Pflicht

Ein Trend, der sich seit einigen Jahren verstärkt, betrifft das Kommentieren und Präsentieren von Videospielen. Als sogenannte „Let´s Player“ in der Szene bekannt, filmen sich die Videoproduzenten, während sie ein Computer- oder Konsolenspiel spielen und laden diese Videos anschließend hoch, um sie mit ihrer Community zu teilen. Let´s Player, die nicht bei den entsprechenden Spieleherstellern um Erlaubnis fragen, verstoßen gegen das Urhebergesetz. Dies gilt besonders für diejenigen Spieler, die mit derartigem Videomaterial Werbeeinnahmen generieren. Zwar sehen die meisten Spieleschmieden die kostenlose Werbung gern, dennoch ist es den Videoproduzenten zu raten vorab die Genehmigung einzuholen. Kommt es zum Rechtsstreit könnten die Entwickler zum Beispiel Offline-Stellung des Material verlangen oder gar eine Beteiligung an den Einnahmen. Besonders teuer wird es bei Schadenersatzklagen.

Vorsicht bei YouNow

Neben YouTube liegt die Plattform „YouNow“ insbesondere beim jüngeren Publikum im Trend. Das US-amerikanische Videoportal birgt zahlreiche Risiken und viele der Nutzer sind sich der möglichen Konsequenzen nicht bewusst. Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WBS und warnt auf dessen Internetpräsenz vor dem Streamingportal: „Nicht nur der Jugendschutz ist durch das leichtsinnige Verhalten der Minderjährigen gefährdet, auch bei der Übertragung der Live-Chats werden zum Teil gravierende Verstöße gegen das Persönlichkeits- und Urheberrecht begangen“. Im folgenden Video der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE (WBS) werden die möglichen Verstöße gegen das Urheber- und Persönlichkeitsrecht verdeutlich:

Geschütztes Material

Nicht weniger viel Konfliktpotenzial besteht bei der Verwendung von Designs, Produkten und Markennamen. Handelt es sich um geschütztes Material ist es empfehlenswert die Logos auf eingesetzten Produkten unkenntlich zu machen. Ausnahmen bilden Testberichte oder Reviews, für welche die entsprechenden Unternehmen Testartikel zur Verfügung stellen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte vor Veröffentlichung der Videos vertraglich exakt geregelt werden, ob und in welcher Form die Verwendung erlaubt ist.

 

Quellen:

Text

evermusic.de

handelsblatt.com

wbs-law.de

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