Wohnen Zum Verkauf neu gestrichen - Home-Stager möbeln Immobilie auf

Berlin (dpa/tmn) - Omas altes Häuschen ist nicht die beste Ware auf dem Immobilienmarkt: Eine alte Küche, dunkle Räume und vergilbte Wände verführen keine junge Familie zum Kauf. Aber mit etwas Farbe und Mietmöbeln machen Home-Stager daraus ein kleines Schmuckstück.

Von dpa
Kissen in frischen Farben können einen Raum gleich freundlicher wirken lassen. Home-Stager wie Madeleine von Beckerath haben den Blick für die passenden Accessoires. Foto: Markus Scholz
Kissen in frischen Farben können einen Raum gleich freundlicher wirken lassen. Home-Stager wie Madeleine von Beckerath haben den Blick für die passenden Accessoires. Foto: Markus Scholz Foto: dpa

Lässt sich eine Immobilie schwer verkaufen, dann liegt das oft daran, wie sie präsentiert wird: Die Garderobe quillt über und macht den Flur eng. Das Bad ist schlecht beleuchtet, die Küchenmöbel sind veraltet. Oder eine exzentrische Wandfarbe gibt dem Raum eine unwohnliche Wirkung. Home-Stager helfen, Immobilien für den Verkauf zu inszenieren.

«Der Schlüssel zum Verkauf einer Immobilie ist der allererste Eindruck», sagt Thomas Zabel vom Immobilienverband Deutschland (IVD) in Berlin. Eine Wohnung oder ein Haus lässt sich schnell und zu einem hohen Preis vermarkten, wenn der erste Eindruck möglichst viele potenzielle Käufer überzeugt. Genau darauf zielt Home-Staging ab.

«Unsere Arbeit fängt schon außerhalb der Wohnräume an», erklärt Madeleine von Beckrath, Gründerin einer Home-Staging-Agentur in Hamburg. Ein geleerter Briefkasten und eine funktionierende Außenbeleuchtung, ein gepflegter Garten und ein sauberes Treppenhaus laden zur Besichtigung ein. In den Wohnräumen geht es nicht nur um Sauberkeit und Ordnung. Hier werden gezielt die Vorzüge des Objektes betont. «Die Maßnahmen richten sich immer ganz spezifisch nach der Immobilie», sagt Ulrike Krasemann von der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) in Hannover. Mal muss ein Teppichboden mit Flecken raus, mal wird eine Wand frisch gestrichen.

Im Bad bleiben zwar die Sanitärobjekte an Ort und Stelle, aber die Profis tauschen schon mal einen Spiegel, die Ablage darunter oder die Leuchten und immer auch den Toilettendeckel aus. Oft greifen Home-Stager auch zum Pinsel, weil die Farben zu extravagant sind, oder das Gesamtbild nicht gut ist. «Ganz wichtig ist ein einheitliches Farbkonzept in der ganzen Wohnung», erklärt Krasemann. «Eine neutrale Farbe - helle Erdtöne oder auch Weiß - sind die Basis, dann werden punktuell kräftigere Akzente gesetzt.»

Auch die Einrichtung sollte neutral sein. «Möbel sind wichtig, damit Kaufinteressenten direkt ein Gefühl von Wohnlichkeit haben. Aber sie dürfen nicht im Vordergrund stehen», erläutert von Beckrath. Überladene Zimmer lassen keinen Raum für eigene Vorstellungen. Ist eine Wohnung oder ein Haus leer, wird Mobiliar gemietet.

Wie viel eine solche Inszenierung einer Immobilie für den Verkauf kostet, richtet sich nach ihrem Zustand sowie dem Anspruch und Geldbeutel des Verkäufers. Viele Home-Stager bieten gestufte Pauschalpreise an, zum Beispiel für Bestandsaufnahme, Beratung und Auflistung notwendiger Maßnahmen oder für eine Tages-Kur. «Ein Sorglos-Paket kostet ein bis zwei Prozent des erwarteten Verkaufspreises», sagt Krasemann. «Dabei gehen wir immer von dem Preis aus, der uns genannt wird.»

Die Schwierigkeit für Verkäufer besteht darin, einen qualifizierten Anbieter zu finden. «Home-Staging ist kein geschützter Begriff», erläutert Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. «Es wird von Architekten, Inneneinrichtern, Maklern, Bauträgern und Seiteneinsteigern angeboten.» Verkäufer sollten also den beruflichen Hintergrund sowie Zusatzqualifikationen erfragen. Außerdem sollten sie Referenzobjekte anschauen und die Erfahrungen der Besitzer hinterfragen. Reinhold-Postina rät auch, in einem Vertrag mit einem Home-Stager selbst Kleinigkeiten zu regeln - wie oft der Rasen gemäht wird sowie die Mietdauer für Möbel.

So machen Hausverkäufer Eindruck

Hausbesitzer können auch ohne die Profis viel dafür tun, dass ihr Gebäude interessanter wirkt. Die Deutsche Gesellschaft für Home Staging und Redesign (DGHR) gibt folgende Tipps:

1. Das Gebäude nicht länger als Zuhause zu betrachten, sondern als Objekt, das zum Verkauf steht. Das hilft auch Interessenten, sich in das Haus zu verlieben. Daher sollten die Besitzer vor dem Besichtigungstermin Fotos entfernen. Auch religiöse und politische Symbole, Sammlungen, Krimskrams und Nippes sollten sie wegräumen.

2. Räume wirken größer, wenn sie hell gestrichen sind. Vor allem die Wände in den wichtigsten Räumen - Wohn- und Esszimmer, Schlafzimmer, Küche und Flur - haben am besten neutrale Farben. Für die Besichtigung sind alle Vorhänge geöffnet und die Rollos hochgezogen. Dort, wo es nicht hell genug ist, sollten eventuell zusätzliche Lampen aufgestellt sein.

3. Die Einrichtung wirkt am besten zeitgemäß. Das soll natürlich nicht allzu viel kosten. Aber laut DGHR reicht es schon aus, die Griffe oder die Arbeitsplatte einer Küche auszutauschen sowie neue Kissen oder Nachttischlampen für das Schlafzimmer zu besorgen.

4. Der einfachste Trick ist auch der banalste: Schon ein wenig Aufräumen und Putzen machen ein Haus für Käufer ansehnlicher. Ein nicht aufgeräumtes Haus und die zugemüllte Garage wirken kleiner als sie sind. Unrat und Kinderspielzeug liegen besser nicht herum. Haustür, Hausnummer und Briefkasten sollten sauber sein.

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