Billerbeck
„Billerbeck hat viele schöne Ecken“

Billerbeck. Mit den Frühlings- und Sommermonaten kommen auch Touristen nach Billerbeck. Wanderer, Radfahrer und auch Motorradfahrer. Unser Redaktionsmitglied Stephanie Dircks hat mit Marion Kessens, die bei der Stadt Billerbeck für die Tourismusförderung zuständig ist, über die touristische Situation in der „Perle der Baumberge“ gesprochen.

Dienstag, 22.05.2018, 05:03 Uhr

Marion Kessens ist bei der Stadt Billerbeck zuständig für Tourismusförderung. Foto: Stephanie Dircks

Frau Kessens, welchen Ort in Billerbeck zeigen Sie den Touristen am liebsten?

Marion Kessens (lachend): Billerbeck! In erster Linie zeigen unsere Gästeführer den Touristen ja unsere Domstadt. Ich persönlich habe eigentlich nur hin und wieder die Chance, Radtouristen oder Wanderer nach einem Stopp in der Innenstadt wieder auf den richtigen Weg hinaus zu leiten. Im Ernst: Billerbeck hat viele schöne Ecken. Ich gehe gerne essen, danach muss ich mich bewegen. Meiner Familie habe ich vor einigen Wochen nach einem Stadtrundgang und dem Genuss von leckerem Kuchen die Berkel in Richtung Quelle präsentiert. Ein sehr schöner Weg, vor allem, wenn noch Kinder dabei sind.

Und was mögen die Touristen am liebsten an und in Billerbeck?

Kessens: Die Wanderer mögen die abwechslungsreiche und bewaldete Landschaft und genießen – nicht nur – westfälische Spezialitäten. Den Radfahrern gefallen unsere Hügel – mal mehr, mal weniger. Unisono wird aber immer die schöne Innenstadt gelobt: Das Flair des Johanniskirchplatzes, der imposante Dom, auch unsere neue barrierefreie Pflasterung und die inhabergeführten Geschäfte. Der Gesamteindruck entscheidet und der ist bei allen Gästen durchweg positiv.

Ist die „Perle der Baumberge“ denn bei Urlaubern gefragt?

Kessens: Bei gutem Wetter merkt man deutlich, dass es die Menschen raus lockt, dann ist das Interesse an Billerbeck und den Baumbergen besonders groß. Die Welt scheint hier in Ordnung, es gibt gute und abwechslungsreiche Gastronomie mit bestem Service und pfiffige Einzelhändler. Gelenkt werden die Besucher über die Themenradwege wie zum Beispiel Schlösserroute, Europaradweg R1, Berkelradweg, Radbahn oder beim Wandern der Ludgerusweg. Letztendlich profitieren auch wir vom Trend des Urlaubes in Deutschland und der sehr aktiven älteren Generation. Das Münsterland ist sehr beliebt bei Radfahrern und steht deutschlandweit an zweiter Stelle! Billerbeck liegt mittendrin, eine gute Ausgangsposition, sich das Münsterland zu erschließen.

Wie viele Touristen kommen denn jährlich nach Billerbeck?

Kessens: Bei den reinen Übernachtungsgästen, die statistisch auch erfasst werden, kommen etwa 25 000 bis 30 000 Gäste jährlich nach Billerbeck. Die Gäste in den Ferienwohnungen sind hier nicht erfasst. Die Zahl der Tagesgäste liegt deutlich höher und wurde just im Rahmen des touristischen Masterplans Baumberge für die Region Baumberge, das sind die fünf Kommunen Coesfeld, Billerbeck, Havixbeck, Nottuln und Rosendahl, erfasst: 1,8 Millionen Gäste im Jahr! Die meisten reisen aus einer Distanz von 120 Fahrminuten an, wobei das Ruhrgebiet und auch die Niederlande eine große Rolle spielen. Anfragen erreichen uns in erster Linie aus den Postleitzahlenbereichen, die mit vier und fünf beginnen.

Ist das noch ausbaufähig?

Kessens: Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschafts- und Standortfaktor, aber da ist noch deutlich Luft nach oben. Wir liegen mit den Ankunftszahlen aber auch den Umsätzen leider um einiges unter den durchschnittlichen Zahlen anderer Regionen in NRW.

Und wie lange bleiben Touristen in der Regel in Billerbeck?

Kessens: Die Übernachtungsgäste bleiben im Schnitt 2,4 Tage, wobei die Geschäftsreisenden auch hierzu zählen.

Reicht die Bettenanzahl in Billerbeck für die übernachtenden Gäste überhaupt aus?

Kessens: Die Relation Betten zu Einwohner als ein möglicher Indikator zeigt auch hier, dass noch Luft nach oben ist, insbesondere was Low-Budget-Übernachtungen betrifft. Eine erste Umfeldanalyse hat dieses bestätigt. In der Weissenburg stehen uns in Kürze weitere Zimmer im hochwertigen Segment zur Verfügung.

Wie ist Billerbeck im Vergleich zu den anderen Baumberge-Kommunen touristisch aufgestellt?

Kessens: Alleine was die Übernachtungsmöglichkeiten als auch die gastronomischen Angebote anbelangt sehr positiv. Hinsichtlich der erlebbaren Sehenswürdigkeiten sicher etwas schlechter. Hier ergänzen wir uns aber sehr gut.

Welche Maßnahmen sind geplant, um Billerbeck für Touristen noch attraktiver zu machen?

Kessens: Oh, da gibt es einige. Mit den sieben neuen Führungen sind zwei weitere in Arbeit, um eine breite Palette an geführten Erlebnissen anbieten zu können. Eine Freizeitkarte wird gerade erstellt. Diese soll breit gestreut werden, um noch in diesem Jahr zusätzliche Gäste mit konkreten Angeboten und Tipps nach Billerbeck und in die Baumberge zu locken. Ferner gibt es eine Radpauschale, die Velo Culinaria, die über den Dachverband vermarket wird und bereits mehrfach gebucht wurde. Die Schlösserroute wird gemeinsam mit dem Münsterland e.V. überarbeitet, ebenfalls die Berkelradroute mit den niederländischen Partnern, die für uns auch sehr wichtig sind. Nach wie vor ist Radfahren unser Hauptsegment. Im Bereich Wandern wird das Wegenetz über ein Leader-Projekt der Baumberge gerade überprüft und die Geodaten werden erfasst und in diversen Portalen zur Verfügung gestellt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Kreis hinsichtlich der Kolvenburg ist intensiviert worden, so dass diese unser Angebot sehr bereichert. Die Themen Kunst/Kunsthandwerk und auch die (Wieder)Ansiedelung von Gastronomie liegen mir auch sehr am Herzen. Aber einen Schritt nach dem nächsten.

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