Billerbeck
Wirbel um jede Menge Bargeld

Billerbeck. Die Erstaufführung eines Theaterstücks bedeutet Anspannung bei den Akteuren und gespannte Erwartungshaltung beim Publikum. Beides war deutlich spürbar, als sich der Premierenvorhang zur Aufführung „De verkatte Kuffer“ (Der vertauschte Koffer) der Billerbecker Kummellgenspieler (Komödienspieler) auf der Bühne der Altenbegegnung des St. Ludgerus-Stiftes in Billerbeck vor vollen Reihen erstmals öffnete.

Montag, 15.04.2019, 13:59 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 14:02 Uhr
Die Darsteller bescherten dem Publikum ein unterhaltsames Verwirrspiel um Geld und Liebesränke. Im Bild (v.l.): Tilli Mücke, Herma Lieblich, Oskar Lieblich, Hans Heinrich Hörmann, Leni Nickel und Edu Nickel. Foto: Elvira Meisel-Kamper Foto: az

Gut bürgerlich war das Zimmer ausgestattet, in dem sich die Handlung des Dreiakters aus der Feder von Rinje Bernd Behrens abspielte. Tilli Mücke (Anne Rembrink) war die Besitzerin des Zimmers in ihrer Pension „Tu Huus Tilli“ in Söderland. Als Gäste logierten dort Edu Nickel (Rudi Rembrink) und seine Enkelin Leni Nickel (Angela Kerkhoff).

Als Leni ihren Koffer öffnete, war die Überraschung groß. Statt ihrer persönlichen Sachen entdeckte sie jede Menge Bargeld. Edu fing Feuer, freute sich über den unerwarteten Reichtum, wurde aber gleichzeitig misstrauisch gegenüber den gerade eingetroffenen Pensionsgästen Herma und Oskar Lieblich (Ulla Schürmann und Ludger Hesker). Hans Heinrich Hörmann (Hubertus Haverkock), ein weiterer Gast, teilte sogar den Balkon mit den Nickels.

Aus dem schwarzen Koffer entfernten sie das Geld, packten es in einen unscheinbaren Rucksack und füllten den Koffer mit Zeitschriften auf. Als sie einkaufen waren mit dem Rucksack, drangen nacheinander Hörmann und das Ehepaar Lieblich in das Zimmer ein, öffneten den Koffer und verschlossen ihn enttäuscht wieder.

Jetzt begann das Versteckspiel der Interessen erst recht. Edu Nickel wollte das Geld behalten, Enkelin Leni wollte es zurückgeben. Hörmann ermittelte verdeckt als Kriminalpolizist, erstattete seinem Chef immer wieder telefonisch Bericht und warb um Leni. Das war Edu Nickel auch nicht recht, denn schließlich fühlte er sich für das Wohlergehen seiner Enkelin im gemeinsamen Urlaub verantwortlich.

Zwischen Tilli Mücke und ihrem Hausdiener Maximilian Klein (Heinrich Brinkmann) zog sich ein anderer roter Faden durch das Stück. Der einfach gestrickte Maximilian schenkte seiner Chefin einen Blumenstrauß und füllte ihn, auf den Rat von Edu Nickel hin, mit Stranddisteln auf. Natürlich stach sich Tilli damit die Hände kaputt. Edu und Maximilian entfernten in trauter Dreisamkeit die Stacheln aus ihren Händen.

Das Ehepaar Lieblich versuchte auf andere Weise, die Nickels aus ihrem Zimmer zu locken, mal zum Biertrinken, wenn die herrische Herma Lieblich es ihrem gedeckelten Ehemann Oskar überhaupt erlaubte, oder zum Skatspielen. Der Zweck heiligte auch hier die Mittel. Es entspann sich ein herrlich verzwicktes Verwirrspiel um die Suche nach dem Geld, der aufkeimenden Liebe zwischen Leni Nickel und Hörmann, aber auch nach dem Verstecken des Geldes.

Immer wieder musste das Publikum lauthals lachen, auch wenn der Ausgang erst ganz zum Schluss kam...

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6545467?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947609%2F
Fällt am Donnerstag sogar die 40-Grad-Marke?
Rekordverdächtig heiß könnte es am Donnerstag werden.
Nachrichten-Ticker