Billerbeck
Trockene Sprüche auf dem Sofa

Billerbeck. In rasantem Tempo wechselte Herbert Knebel auf der Bühne der Aula im Geschwister-Eichenwald-Gebäude in Billerbeck die Themen in seinem neuen Programm „Im Liegen geht’s“. Mal berichtete er aus seinem ehelichen Leben, mal schilderte er die Nöte eines Mannes, der in die Jahre gekommen ist, oder er gab die Probleme seiner Nachbarn und Freunde preis.

Montag, 09.09.2019, 10:00 Uhr
„Ich wollte ja eigentlich Seelsorger werden“: Herbert Knebel sorgte mit trockenen Sprüchen in rasantem Tempo für beste Unterhaltung auf der Bühne der Aula im Geschwister-Eichenwald-Gebäude. Foto: Elvira Meisel-Kemper

Alles im schönsten Ruhrpott-Slang, mit dem Witz und dem Humor der einfachen Leute, der es allerdings in sich hatte. Knebel füllt damit seit Jahren die Häuser der Republik, so auch in Billerbeck vor ausverkauftem Haus.

Die Musik trat in diesem Programm in den Hintergrund. Zusammen mit Ozzy Ostermann (Gitarre) ließ er dennoch die musikalischen Qualitäten seiner bisherigen Auftritte durchblitzen.

„Ich wollte ja eigentlich Seelsorger werden. So richtig als Kanzler auf der Kanzel. Dann aber evangelisch mit Wein, Weib und Gesang“, offenbarte er seinen Hang, anderen Menschen mit Ratschlägen zur Seite zu stehen.

Nachbar Manuel hatte ein Problem mit seinen „Blagen“, von denen Knebel erst jetzt erfuhr. Manuel hatte früher gegen Geld als Samenspender agiert und seine charakteristischen äußeren Merkmale weitergegeben. Für Knebel war das die „Pumuckl-Ähnlichkeit“, eine der Wortschöpfungen, die das Publikum mit Lachsalven belohnte. Auch die Geschichte von Bernie, der sich erst spät taufen ließ mit Knebel als Taufpaten, strapazierte die Lachmuskeln der Besucher. Der Pfarrer beging einen fatalen Fehler, da er Bernie und Knebel für ein schwules Paar hielt, die getraut werden wollten. „Da ist der Pfarrer in der Zeremonie verrutscht“, konstatierte Knebel trocken.

Das Thema der Verhütung nach den Wechseljahren seiner Frau Guste reizte ebenso zum Lachen. Knebel plauderte ein bisschen aus dem Nähkästchen seiner ehelichen Verhütung. „Als es die Pille gab, haben wir abwechselnd die Pille geschluckt. Meine Frau hat das besser vertragen als ich. Wir haben alles ausprobiert. In der Spirale bin ich hängengeblieben“, so Knebel trocken und ohne schlüpfrig-klingende Sprachpatzer.

Knebel blieb auch bei anderen Geschichten direkt, aber in gewisser Weise sachlich, dafür sprachlich treffsicher, aber nicht zynisch. So lavierte sich Knebel über den Ehestreit mit seiner Frau, als sie wegen eines Bombenfunds das Haus verlassen sollten, zum positiven Fazit. Da sie im Haus blieben und die „Flüchtlingstrecks“ seiner Nachbarn in die Turnhalle vorbeiziehen ließen, konnte er dem ratlosen Mann vom Kampfmittelräumdienst den entscheidenden Hinweis für die Entschärfung geben: „Die Tommys haben Linksgewinde in ihren Bomben.“ - „Bingo, da hätte ich auch drauf kommen können“, antwortete der Mann, der bei Knebel den Namen „Herr Bingo“ weghatte.

Eine besondere Beichte rundete den Abend ab. „Ich bin auf Wolke 7. Ich habe mich verliebt“, gestand Knebel und holte „seine neue Liebe“, die E-Gitarre, heraus. Seitdem habe er „Blues-Druck“, übe im „Beat-Keller“ neben der Waschmaschine und gab sein erstes Lied mit der Gitarre zusammen mit Ostermann zum Besten. Auch das wurde mit donnerndem Applaus von den Zuschauern belohnt.

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