Gesundheitsminister Hermann Gröhe diskutierte in den Christophorus-Kliniken mit Ärzten und Leitung
Zukunftsweisende Schritte

Coesfeld. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe war bei seinem Besuch in Coesfeld überzeugt: „Damit Krankenhäuser zukunftsfähig bleiben, müssen sie stärker in Verbünden denken und sich in bestimmten Bereichen spezialisieren.“

Samstag, 22.04.2017, 16:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 21.04.2017, 18:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 22.04.2017, 16:50 Uhr
Trafen sich bei den CDU-Zukunftstagen zu einem Gespräch über Gesundheitsthemen in der Verwaltung der Christophorus-Kliniken: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (4.v.r.), CDU-Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling (l.), CDU-Landtagskandidat Dietmar Panske (2.vl.), Bundestagskandidat Marc Henrichmann und Landtagskandidat Willi Korth (4.v.l.), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr sowie Vertreter der Klinik und Ärzte. Foto: Viola ter Horst

Die Christophorus-Kliniken mit ihren Häusern in Coesfeld, Nottuln und Dülmen seien dafür ein gutes Beispiel, meinte der Minister, der auf Einladung der Coesfelder CDU zu deren „Zukunftstagen“ gekommen war.

„Das hier ist richtungsweisend“, lobte Gröhe die Christophorus-Kliniken, die schon frühzeitig konsequent Schwerpunkte an den drei Standorten gebildet hatten, um dauerhaft die medizinische und pflegerische Versorgung in der Region zu sichern.

Dabei sind die Rahmenbedingungen aus Sicht der Klinik alles andere als gesund: Einer Studie zufolge, so rechnete Dr. Mark Lönnies, Geschäftsführer Christophorus Trägergesellschaft, vor, beträgt die Förderlücke für die drei Krankenhäuser im Kreis Coesfeld (Christophorus-Kliniken, Klinik am Schlossgarten und St. Marien-Hospital Lüdinghausen) 7,8 Mio. Euro. Der dadurch aufgelaufene Investitionsstau liege bei 114 Mio. Euro.

„Uns stehen die vom Land zugesagten Investitionsgelder zu, aber wir bekommen die Mittel nicht“, verdeutlichte Chefarzt Dr. Hubert Gerleve. Dabei sei es dringend erforderlich, etwa die Kinder- und Jugendklinik weiter auszubauen, veranschaulichte er.

Besonders im Fokus des Gesprächs mit Klinkleitung und Ärzten in Anwesenheit von CDU-Landtags- und Bundestagskandidaten, Landrat und Abgeordneten stand denn auch die Kinder- und Jugendklinik in Coesfeld mit der Neu- und Frühgeborenenmedizin – als Schwerpunkt in Coesfeld für die Region. Und schließlich hat jüngst eine Expertengruppe unter den Fittichen des Gesundheitsministeriums ein neues Gesundheitsziel unter der Überschrift „Gesundheit rund um die Geburt“ erarbeitet.

Die Finanzierung der Investitionen durch die Länder „ist ein großes Problem“, pflichtete Gröhe bei, der auch Spitzenkandidat der NRW-CDU für die Bundestagswahl ist. Denn es könne nicht sein, dass notwendige Investitionen die Krankenhäuser selber bezahlen und die Kosten dann beim Personal gespart werden. „Ziel muss es sein, dass es zusätzlich zu einem festen Beitrag bedarfsorientierte Finanzierungen gibt.“

Die Christophorus-Kliniken begrüßten die im Landtagswahlkampf sowohl von CDU als auch SPD angekündigten Millionenprogramme für Kliniken. Skepsis aber, inwieweit die angekündigten Programme in ihrer Höhe und Systematik dazu geeignet sind, den Investitionsstau in den Krankenhäusern tatsächlich abzubauen.

Die Hebammen- und Pflegeberufe zu stärken, sieht Gröhe als eine weitere Stellschraube, an der gearbeitet werden müsse. „Die Attraktivität der Berufe müssen wir mit mehreren Maßnahmen verbessern“, sagte er.

Gerrit Tranel, stellvertretender CDU-Vorsitzender, gab auch den anwesenden Landtags- und Bundestagskandidaten die Themen mit auf den Weg. „Darüber muss geredet werden“, fand er.

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