Coesfeld
Drinnen Kunst, draußen Knöllchen

Coesfeld (hlm). Am Dreischkamp sind reichlich Parkplätze bereits kurz nach zehn Uhr belegt. Bei Opel Tönnenmann tummeln sich Besucher in der Halle. Trotzdem ist Thomas Bücking von der Kinderhilfe Tschernobyl nicht wirklich gut gelaunt: „Das hat schon einen faden Beigeschmack, dass seit zehn Uhr Mitarbeiter des Ordnungsamtes hier unterwegs sind und Knöllchen verteilen.“ Zum ersten Mal mussten die Organisatoren der Frühlings- und Osterausstellung nach Vorgabe des Ordnungsamtes ein Parkplatzkonzept entwickeln. Parkräume ausweisen, Parkverbotsschilder aufstellen und Sicherheitspersonal abordnen. Eine zeitliche Zusatzbelastung für die ehrenamtlich Aktiven und eine weitere Kostenbelastung. „Jahrelang ist alles problemlos verlaufen und nach dem letzten Markt im November kam das Ordnungsamt mit der Auflage“, ist Bücking verständnislos.

Sonntag, 11.03.2018, 19:52 Uhr

Thomas Bücking (links) von der Kinderhilfe Tschernobyl freut sich über Spendengelder, die neben der Standgebühr eine wichtige Unterstützung für die Arbeit des Vereins sind. Fotos: Hartmut Levermann Foto: az

An den Ständen schlendern die Besucher vorbei an Selbstgemachtem. Ein Pulk bildet sich vor der Auslage von Sabine Steinborn. Mit den kunstvoll gestalteten Karten erregt sie Aufmerksamkeit. Die Hobbykünstlerin ist zum ersten Mal dabei und von der Resonanz überwältigt. Nur ein paar Meter weiter reicht Bernhard Deppe ein dickes Holzbrett, verziert mit einem Bild einer blühenden Zwiebel, über die Theke. „Das stelle ich neben meiner Haustür, passend zur Bepflanzung im Garten“, freut sich Mechtild Hilfert über den Fund.

Am runden Tisch ist gerade ein Generationentreffen. Walter Borgert sitzt mit seiner Frau und Enkelin Lena Wiemann zusammen. Ein kurzer Wortwechsel mit Heinrich und Hedwig Konert, die gerade vorbeikommen. Sie alle sind als Initiatoren und Helfer von Anfang an dabei.

Am alten Standort vom Autohaus an der Daruper Straße hat alles begonnen. „Das muss 1992 gewesen sein“, schätzt Hedwig Konert. „Mit zehn oder 15 Ständen“, erinnert sich Heinrich Konert. Jetzt sind es über 40 Hobbykünstler, die ihre Werke zum Verkauf präsentieren. Zu den Männern der ersten Stunden gehört auch Klaus-Peter Giersch. Er hat die Kinderhilfe Tschernobyl mitbegründet. Der Theologe stellt seine Sandsteinskulpturen aus. Vereinzelt kommen Interessenten näher und inspizieren die Objekte. „Ob ich nächstes Mal wieder dabei bin, weiß ich noch nicht“, überlegt der Hobbysteinmetz.

Bückings anfänglich getrübte Laune hat sich wieder gebessert: „Der kontinuierliche Strom mit schätzungsweise 2500 Besuchern zeigt ein recht gutes Ergebnis.“ Die Einnahmen kann er grob abschätzen und nutzt dafür den „Würstchenfaktor“: 950 verkaufte Grillwürstchen multipliziert mit drei.

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