Coesfeld
Ursulamarkt ja, Weihnachtsmarkt nein

Coesfeld. Kurz vor der Hauptausschusssitzung schlug das Schreiben der Gewerkschaft Verdi ein wie eine Bombe. Hatte die Verwaltung für die beiden nächsten Veranstaltungen doch zähneknirschend schon die Außenbereiche Dreischkamp und Dülmener Straße von der Ladenöffnung am Sonntag ausgenommen, um dadurch Rechtssicherheit für die Innenstadtgeschäfte zu bekommen, so heißt es im neuen Schreiben von Gewerkschaftssekretärin Gaby Beuing nun zusammengefasst: Ladenöffnung zum Ursulamarkt: ja – Ladenöffnung zum Weihnachtsmarktsonntag: unzulässig. Begründet wird dies mit „deutlich niedrigerem Interesse“ der Besucher, einhergehend mit einer fehlenden „prägenden Wirkung“ des Weihnachtsmarkts.

Freitag, 14.09.2018, 16:26 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 16:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.09.2018, 16:26 Uhr
Die Ladenöffnung zum Weihnachtsmarktsonntag in Coesfeld stellt Verdi jetzt infrage. Foto: Archiv

Verwaltung und Politik zeigten sich irritiert und aufgebracht – vor allem wegen der politischen statt der rechtlichen Bewertung in dem Schreiben. „Das ist überhaupt nicht nachvollziehbar“, sagte Heinz Öhmann. „Wir wollen auch im Interesse der Arbeitnehmer keine Ausweitung, sondern nur eine Fortführung der bestehenden Regelung, um die Lebendigkeit unserer Stadt zu erhalten“, so der Bürgermeister. Laut Dr. Thomas Robers habe der Innenstadtbereich bislang nie zur Debatte gestanden. „Wir passen uns nur daran an, was vorher unstrittig war“, meinte der Beigeordnete.

Ralf Nielsen (SPD) störte vor allem die „geringe Sachorientierung“ des Schreibens mit Begriffen wie „Kampf, Angriff und Verteidigung“ sowie die Behauptung, dass die Ladenöffnung keine Absatzsteigerung bringe. „Kein Kaufmann wird hier Aktionen durchführen, die zu mehr Aufwand, aber weniger Ertrag führen“, sagte Nielsen. „Ich sehe auch nicht den Untergang des Abendlandes darin, dass wir an vier Sonntagen geöffnet haben“, äußerte sich Günter Hallay (Pro Coesfeld). Gerrit Tranel (CDU) gab zu bedenken, dass „Amazon auch rund um die Uhr geöffnet hat“. Elisabeth Borgert (FDP) forderte, dass „die Gewerkschaft neu denken und sich der Digitalisierung anpassen muss.“

Zunächst müsse nun eine saubere ordnungsbehördliche Verordnung erlassen werden, die die Ladenöffnung im Innenstadtbereich zum Ursula- und Weihnachtsmarktsonntag absichert. „Nichtsdestotrotz müssen wir stichhaltige Argumente finden, um dauerhaft auch wieder eine Öffnung in den Außenbereichen zu erzielen“, betonte Theo Witte, Leiter des Ordnungsamts, am Freitag gegenüber unserer Zeitung. Von der Gewerkschaft Verdi war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten.

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