Coesfeld
Dolmetscher spricht kein Sorani – Gerichtsverhandlung vertagt

Coesfeld. Die Berufungsverhandlung gegen einen jungen Mann aus Coesfeld, dem versuchte sexuelle Nötigung vorgeworfen wird, musste das Landgericht Münster am Mittwochmorgen vertagen – weil der Dolmetscher des Dialekts des Angeklagten nicht mächtig war. „Ich verstehe Kurdisch, wie es in Syrien oder dem Irak gesprochen wird, aber dieser Dialekt ist zu 90 Prozent anders“, sagte der Dolmetscher, der eine Übersetzung mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Bei dem Dialekt handelt es sich um Sorani – laut dem Vorsitzenden Richter sei dies der seltenste der vier kurdischen Dialekte. Der nächste Dolmetscher komme aus Dortmund, wie sich nach einer halbstündigen Unterbrechung herausstellte.

Mittwoch, 30.01.2019, 19:41 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 12:44 Uhr

Somit blieb dem Schöffengericht nichts anderes übrig, als die Verhandlung auf Mai oder Juni zu vertagen, „da der Angeklagte das Recht auf einen Dolmetscher hat, der auch die Feinheiten versteht“, so der Vorsitzende. Das Kuriose: Das Amtsgericht Coesfeld hatte in erster Instanz schon zwei Verhandlungstage mit dem Dolmetscher zusammengearbeitet. Laut Verteidiger habe sich erst am zweiten Verhandlungstag herausgestellt, dass der Dolmetscher für diesen Prozess ungeeignet sei, etwa weil er wichtige Details wie „Ehefrau“ mit „Verwandte“ übersetzte.

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