Coesfeld
Häufige Delikte – bevorzugte Tatorte

Coesfeld. 82 Mal Unfallflucht, 62 Einbrüche und 47 Sachbeschädigungen. Das waren die häufigsten Delikte, über die die Polizei im vergangenen Jahr in Pressemitteilungen informierte. Unsere Zeitung hat die insgesamt 360 Meldungen ausgewertet. Sie sind nicht repräsentativ, denn nicht alle Polizeieinsätze schlagen sich in Pressemitteilungen nieder. Tendenzen lassen sich jedoch erkennen. So gibt es durchaus Bereiche in Coesfeld, über die des Öfteren berichtet wurde. Rolf Werenbeck-Ueding, Pressesprecher der Kreispolizei, sieht trotzdem aber keine echten Kriminalitätsschwerpunkte in der Stadt. Und: Die Bürger könnten sich grundsätzlich sicher fühlen. „Im Jahr 2017 lag die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, im Kreis Coesfeld bei unter 5,5 Prozent.“ Das ist eine der niedrigsten Quoten im Land (Schnitt: 7,7 %). Für 2018, so Werenbeck-Ueding, werde sie voraussichtlich noch niedriger ausfallen.

Freitag, 01.02.2019, 17:38 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 17:58 Uhr
Die in den Pressemitteilungen 2018 am häufigsten gemeldeten Fälle in Coesfeld (ohne Einzelfälle). Grafik: hlm Foto: az

Bei der Auswertung der Berichte über Unfallflucht fallen die beiden Parkplätze an den Einkaufszentren Dülmener Straße und Hansestraße auf. Dass es im Vergleich zu 2017 (76 Ereignisse) eine Zunahme um sechs Fälle gibt, hat nicht unbedingt etwas zu bedeuten. „Erst ab einem Schaden von über 500 Euro informieren wir die Öffentlichkeit darüber“, so Werenbeck-Ueding. Die Ursache für den Anstieg könnte in einer häufigeren Überschreitung der Bagatellgrenze liegen. „Die Erstattung einer Anzeige sollte auf jeden Fall zeitnah geschehen“, empfiehlt er. Diese ist notwendig, um Ansprüche gegenüber einer Versicherung geltend zu machen.

Von den insgesamt 62 gemeldeten Einbruchsdelikten war in 45 Prozent der Fälle die Innenstadt betroffen. Der Polizeisprecher stutzt kurz. Ziel der Einbrecher sind nach seinen Erfahrungen verkehrsgünstig gelegene Wohngebiete. Generell ist der Wohnungseinbruch rückläufig, auch bedingt durch die große Aufklärungsquote in 2017. Für 2018 erwartet Werenbeck-Ueding eine Fortsetzung dieser Entwicklung.

Die berechnete Häufigkeit der Einbrüche in der Innenstadt, liegt an der Methodik der Auswertung. Eine Unterteilung zwischen Wohnungs- und Geschäftseinbrüchen wurde für diese Statistik nicht gemacht. Denn es sollte die Frage geklärt werden, ob es für Einbrecher beliebte Bereiche gibt. Nach diesem Ergebnis liegt die Vermutung nahe, dass auch Diebstähle vermehrt im Innenstadtbereich vorkommen. Das ist nicht der Fall. Langfinger bevorzugen den Außenbereich. „Werkzeuge, landwirtschaftliche Maschinen oder Handwerksfahrzeuge sind beliebte Ziele“, weiß Werenbeck-Ueding.

Keine Überraschung: Bei den 47 gemeldeten Sachbeschädigungen tauchte am häufigsten der Schlosspark auf. Generell erhofft sich die Polizei mithilfe von Pressemeldungen Zeugen für eine Tat zu finden. Das war auch im Park so. Seit Sommer 2018 kontrolliert ein privater Sicherheitsdienst unter anderem diesen öffentlichen Raum. Es bleibt abzuwarten, ob das Wirkung zeigt.

7 Dass die Polizei übers Jahr nicht alle Vorfälle veröffentlicht, hat Gründe: Sie reichen vom Opferschutz bis hin zu Bagatellschäden. Die exakte Kriminalstatistik legt sie Mitte dieses Monats vor. Unsere Analyse hat das Ziel, Räume in Coesfeld zu lokalisieren, an denen es gehäuft zu Vorfällen kommt. Die gesamte grafische Auswertung gibt es im Internet.

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