Coesfeld
Alles wippt und feiert mit

Coesfeld. Thomas Nürenberg aus Rosendahl wartet auf der Kirchbank auf den Einsatz seiner Frau. Sie mischt mit ihrer Stimme bei In-Takt mit, dem Chor, der den Auftakt zur 14. Nightgroove in Coesfeld macht.

Sonntag, 14.04.2019, 12:41 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 08:08 Uhr
Zierte sich erst, machte dann aber mit Elan mit: Monika Konert-Tenti (Mitte), die vom Sänger Willy Rüping (l.) zur Unterstützung auf die Bühne geholt wird. Foto: az

Der Applaus vom Ehemann ist ihr sicher. Und noch unzählige weitere Hände werden sich einreihen, wenn Chorleiter Werner Marihart die über 40 Stimmen in den Einklang bringt. Wo es nach dem Auftakt hingeht, weiß Nürenberg noch nicht: „Genaues haben wir nicht geplant“. Nicht weit von der Lambertikirche entfernt, im Kolpinghaus, sitzt Bruno Kalytta mit seinem Freundeskreis am Tisch. Ein Bierchen vor sich stehend meint er: „Coesfeld ist rocklastig“. Er zählt auf: „Rock am Turm, Pfingstwoche und Nightgroove“. Im Hintergrund schlägt Sendens Bürgermeister Sebastian Täger den Gitarrensound von Joe Cockers „Unchain my Heart“ an. Unweigerlich wippt alles im Kolpinghaus mit. Bandleader von Strongbow, Willy Rüping, bittet kurzerhand Monika Konert-Tenti aus dem Publikum zu sich. Zur Unterstützung der Perkussion. Santanas Refrain „Black Magic Women“ hinterlässt sogleich den Ohrwurm. Die Bands in den zwölf Locations verstehen es, Partystimmung zu verbreiten.

Brechend voll sind die Läden. Vor 10 Hours berichtet der Kontrolleur am Eingang: „Um 19 Uhr stand hier eine riesige Warteschlange.“ Ruck, zuck waren die Karten an der Abendkasse vor dem Bistro ausverkauft.

Der Grund ist schnell ausgemacht: Mit Soul-, Funk- und Bluesklassikern bringt die zwölf-köpfige Soulfamily mit Frontmann Klaus Mußmann die Atmosphäre von Bluesbrothers mit und die Gäste in Wallung. Es ist der letzte Auftritt des Münsteraner Gitarristen der Band, Wolfgang Brammertz. Er verabschiedet sich in Coesfeld von der Formation nach 26 Jahren. Die Hitze staut sich, Hände recken sich hoch, während draußen ein kalter Wind über den Vorplatz pfeift und gelegentlich Schneeflocken vom Himmel fallen. Haselhoff hat was gegen Kälte. Zum einen Feuerfässer mit lodernden Flammen, um die sich Trauben von Menschen versammeln und sich wärmen. Zum anderen die Sängerin Stephanie Brill vom Coverduo „Just Brill“, die auf der einzigen Freilichtbühne der Nightgroove unter großen Schirmen mit Hits aus den 70er bis 90er zum Tanz auf der Straße auffordert.

„Mein Musikgeschmack ist facettenreich“, meint ein Besucher auf der Straße, der sich mit drei weiteren Groovefans auf den Weg zu Konnys Jive macht. Man ist spontan unterwegs. Einfach mal überraschen lassen, was da kommt. Eine gute Chance für Bands, die in Coesfeld kaum bekannt sind, wie zum Beispiel „Ich & Du“. Das Duo spielt mit kleinem Musikequipment und großem Entertainment, das die Groovefans im Café Central mitreißt.

Zufrieden zeigt sich der Veranstalter der Nightgroove, Michael Barkhausen: „Bedingt durch das Wetter hat etwas gedauert, bis alle aus den Häusern kamen“.

Rund 3700 Besuchern groovten mit, so lautet die erste Einschätzung. Der Termin für die nächste Nightgroove steht bereits: 18. April 2020.

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