Coesfeld
Anwohner: „Gefahrenpotenzial steigt“

Coesfeld. Maibaum aufstellen, Sommerfeste oder ein spontaner Glühweinumtrunk im Advent – „das Nachbarschaftsleben findet auf der Straße statt“, sagt Michael Roters, Erster Vorsitzender der Nachbarschaft Meinertstraße/Eschstraße. Und genau solche Aktivitäten sehen die Nachbarn genauso wie die Anwohner Am Roten Baum gefährdet, sollte die Stadt die Straßen als Fahrradstraßen ausweisen. „Da wird das Nachbarschaftsleben von der Straße verbannt“, bringt es Andre Gerdes, Erster Beisitzer der Nachbarschaft Am Roten Baum auf den Punkt.

Mittwoch, 15.05.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 15.05.2019, 10:30 Uhr
Foto: Frank Risius

Das Problem dahinter: Weist die Stadt die betroffenen Straßen als Fahrradstraßen aus, wären damit die jetzigen verkehrsberuhigten Bereiche Tempo-30-Zonen gleichzusetzen. „Und ich glaube nicht, dass der Radverkehr deswegen zunimmt“, ist sich Frank Risius von der Meinertstraße/Eschstraße sicher. Die Nachbarn fordern daher – falls dies rechtlich möglich ist – eine Fahrradstraße in Kombination mit dem jetzigen verkehrsberuhigten Bereich. Denn: „Um es deutlich zu sagen: Gegen die Idee einer Fahrradstraße haben wir nichts. Im Gegenteil: 200 Radfahrer mehr am Tag würde man doch kaum merken“, erklärt Roters. „Da, wo der Hüppelswicker Weg in die Straße Am Roten Baum übergeht, macht eine solche Fahrradstraße auch absolut Sinn“, führt Gerdes weiter aus. Doch dies sei im weiteren Verlauf der Straße Am Roten Baum sowie in der Meinertstraße und in der Eschstraße nicht der Fall. Dort stiege höchstens das Gefährdungspotenzial. Die Gründe dafür sind aus Sicht der Nachbarn mannigfaltig.

„Radfahrer fahren jetzt auch nicht mit 6 km/h durch die Straße. Die haben ihr eigenes Tempo und das ist auch in Ordnung“, erklärt Roters, dass stets gegenseitige Rücksichtnahme geübt werde. Daher sei es auch in den vergangenen 30 Jahren zu keinem schweren Unfall gekommen. „Durch eine Fahrradstraße werden die Radfahrer jetzt aber nicht schneller oder langsamer“, sagt der Nachbarschaftsvorsitzende. „Die einzigen, die davon profitieren, sind Pkw-Fahrer. Denn die dürfen dann 30 fahren“, meint Andre Gerdes. Damit einher geht die Befürchtung, dass Autofahrer von der Dülmener Straße die „Schleichwege“ durchs Wohngebiet nutzen, um die Ampeln zu umfahren.

Nach den jetzigen Plänen der Stadt würde aufgrund nicht vorhandener Bürgersteige eine Linie für Fußgänger gezogen werden müssen. Zwischen parkenden Autos und den Vorgärten wäre dann aber höchstens noch ein Meter Platz. „Kindern in unserer Straße das Fahrradfahren beizubringen, ist dann nicht mehr möglich“, verweist Frank Risius auch auf die vielen Kinder mit Laufrädern, die den nahen St.-Jakobi-Kindergarten oder den Spielplatz besuchen. Denn die Nachbarn hätten sich damals bewusst für das verkehrsberuhigte Quartier entschieden, um die Kinder gefahrlos aufwachsen zu lassen. Das sei mit der von der Stadt geplanten Regelung dann vorbei. Auf Nachfrage unserer Zeitung wollte sich die Verwaltung vorab zu dem Sachverhalt nicht äußern. 7 Die Stadt informiert aber in einer Bürgerversammlung heute um 18 Uhr im Rathaus zu den geplanten Fahrradstraßen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6613900?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947601%2F
Preußen-Kapitän Schauerte im Interview: „Ich wollte ohnehin Verantwortung tragen“
Julian Schauerte ist neuer SCP-Kapitän.
Nachrichten-Ticker