Coesfeld
Bauantrag als Weihnachtswunsch

Coesfeld. 1300 Kubikmeter leicht belastetes Erdreich türmen sich zurzeit noch auf dem alten Fritzen-Gelände an der Dülmener Straße. Ab nächster Woche soll der Sandberg abgetragen und fachgerecht entsorgt werden. Doch bis die ersten Bagger und Kräne zur Errichtung des geplanten Westfalia Wohnparks anrollen, vergehen wohl noch ein paar Monate. „Das Bebauungsplanverfahren läuft derzeit noch. Daher können wir erst im Frühjahr 2020 anfangen, zu bauen“, erklärt Manfred Höne, Geschäftsführer von Ecoplan, der als Investor das Gelände für seine Höne Immobilien GmbH erworben hatte.

Donnerstag, 22.08.2019, 16:16 Uhr
Noch bestimmt auf dem ehemaligen Fritzen-Gelände ein Berg von 1300 Kubikmetern leicht belastetes Erdreich das Bild. Dieser soll ab der kommenden Woche abgetragen werden. Mit dem Bau des Westfalia Wohnparks geht es aber wohl erst im Frühjahr 2020 los. Der Bunker (hinten ganz rechts) soll nach wie vor erhalten bleiben. Foto: Falk Hemsing

Und das Verfahren zieht sich. Das fein abgestimmte Bebauungskonzept zwischen Höne, der Stadt Coesfeld, Evers-Architekten und dem Planungsbüro Dehling & Twisselmann aus Osnabrück sei Ende Juni fertig gewesen, so Höne. Die Planunterlagen einschließlich der Bebauungsplanbegründung lägen seit Mitte August der Stadt vor.

Das bestätigt auch Andrea Zirkel. „Wir haben jetzt die Unterlagen und müssen nun die Sitzungsvorlage für den Rat so schnell wie möglich erstellen“, erklärt die Pressesprecherin der Stadt Coesfeld. Allerdings werde die Sitzungsvorlage sehr umfangreich wegen vieler räumlicher und auch inhaltlicher Änderungen mit Blick auf das ehemalige Industriegelände. Dies sei auch der Grund für die Verzögerungen, so Zirkel. Zur Erinnerung: Zunächst hatte der Rat am 13. Juli 2017 beschlossen, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das ehemalige Fritzen-Gelände aufzustellen. Dann sei jedoch auch das frühere Hamelmann-Gelände hinzugekommen und schließlich sollte auch die Ecke Bahnhofstraße/Dülmener Straße überplant werden, um aus dem ganzen Areal ein urbanes Gebiet zu machen. Dementsprechend hat auch Manfred Höne seine Planungen stetig angepasst. Nun soll der Rat seinen Beschluss aus 2017 aufheben und beschließen, einen normalen Bebauungsplan aufzustellen. Dieser ermöglicht dem Investor mehr Flexibilität.

Nach dem ersten Ratsbeschluss Ende September könnte im Oktober dann die Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung folgen und im November die Abwägung der eventuellen Anregungen und Bedenken.

Erklärtes Ziel aller Beteiligten sei laut Höne, dass der politische Entscheidungsprozess Ende des Jahres abgeschlossen ist. Ob die finale Entscheidung in der letzten Ratssitzung des Jahres am 19. Dezember tatsächlich gefällt werden kann, möchte Zirkel noch nicht prognostizieren. Der Weihnachtswunsch von Manfred Höne wäre es in jedem Fall, Ende des Jahres endlich den Bauantrag stellen zu können. Ein Lichtblick: „Da der Gestaltungsbeirat den Prozess kontinuierlich begleitet hat, sind diesbezüglich keine Verzögerungen mehr zu erwarten“, sagt Zirkel.

Wenn dann die Stadt die Baugenehmigung erteilt, könne der Westfalia Wohnpark mit seinen vier Gebäudeteilen in vier Bauabschnitten errichtet werden. „Das wird sich über zwei oder drei Jahre hinziehen“, sagt Höne. So wolle er passend auf den Wohnungsmarkt reagieren, da alle vier Gebäudeteile kaum auf einen Schlag voll ausgelastet werden können.

An den Plänen zum Erhalt des Bunkers auf dem Gelände (wir berichteten) habe sich nichts geändert. „Das ist mir ein persönliches Anliegen, ihn als Mahnmal zu erhalten“, meint Höne über das Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg, in dem viele Bürger während der Bombenangriffe Schutz gesucht hatten.

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