Coesfeld
„Einzelschicksale kommen klar zum Vorschein“

LETTE. Etwas über ein Jahr hat es gedauert, bis die neue Ausstellung rund um die Geschichte des Barackenlagers eröffnet werden konnte. Seit gestern können sich Besucher in zwei Räumen im Heimathaus über die verschiedenen Nutzungen informieren. Gebaut wurde das Lager zur Zeit des Nationalsozialismus als SA-Sportschule. Nach dem Krieg wurde es Durchgangslager für Geflüchtete und Vertriebene. Bis 1960 diente es als Altenheim.

Sonntag, 25.08.2019, 10:34 Uhr aktualisiert: 25.08.2019, 14:04 Uhr
Harald Dierig bedankt sich bei (v.l.) Projektkoordinatorin Vera Brieske, Kuratorin Anna Lammers und Mediengestalterin Maike Lammers. Foto: Marek Walde

Zu sehen sind über 60 verschiedene Exponate – großteils aus der Sammlung des Vereins Denkmal Barackenlager Lette. Neben den authentischen Originalen kommt in der Ausstellung an verschiedenen Stellen digitale Technik zum Einsatz. An einem Medientisch haben die Besucher die Möglichkeit, einen Blick in die im Privatbesitz befindlichen Baracken zu werfen. Anschaulich wird dort erklärt, welche Funktion die unterschiedlichen Unterkünfte in der Zeit zwischen 1933 und 1960 hatten. Über 100 Bilder wurden dazu aufbereitet und mittels Bildunterschriften einfach erklärt. „Mir war wichtig, dass die Besucher alle Informationen gut aufbereitet in einer spielerischen Art und Weise erhalten“, betont Maike Lammers. Sie ist studierte Textilwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin und für das Medienkonzept verantwortlich.

Zudem findet sich in einem Raum ein Bildschirm, auf dem Zeitzeugen in Interviews ihre persönlichen Geschichten erzählen. Diese, so erklärt Lammers, seien bereits vor einigen Jahren im Filmhaus Bielefeld entstanden und wurden nun neu aufbereitet. Für die wissenschaftliche Leiterin Dr. Anna Lammers höchst spannend: „Durch das Berichten von ihren Erlebnissen kommen die Einzelschicksale klar zum Vorschein.“

Mit einer Zitat-Wand wird der Bogen zur heutigen Zeit gespannt, in der Flucht und Vertreibung noch immer aktuell sind. Dort finden sich viele Aussagen von bekannten und weniger bekannten Persönlichkeiten – von Talkmaster Markus Lanz bis zum Bezirksausschussvorsitzenden Bernhard Kestermann.

Die gesamte Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Verein Denkmal Barackenlager Lette und dank der finanziellen Unterstützung zahlreicher Spender entstanden. Vereinsvorsitzender Harald Dierig ist froh, dass die Ausstellung nun fertig ist: „Das Tolle ist, dass unsere Ausstellung die sachliche Geschichte und die persönlichen Erlebnisse miteinander verbindet.“

Auch auf den möglichen Umbau des Heimathauses ist die Ausstellung vorbereitet. „Alle Schränke lassen sich schnell umstellen und sind im Falle eines Umzugs ohne Verluste transportabel“, erklärt Dierig.

|Die Ausstellung ist während der Bürgerbüro-Zeiten und an jedem ersten Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. | Kultur

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