Coesfeld
Unfallschutz kontra Frischluft

Coesfeld. Die Fenster des Schulzentrums an der Holtwicker Straße prägen die Betonfassade seit 40 Jahren. Sie sind das Gesicht des Gebäudes. Deshalb stellte sich bei der Vorbereitung der geplanten Modernisierungspläne die Frage, ob die Fenster restauriert werden können, wie Andrea Zirkel, Sprecherin der Stadt Coesfeld, auf Nachfrage mitteilte.

Donnerstag, 19.09.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 19.09.2019, 11:02 Uhr
Die Fenster im Schulzentrum an der Holtwicker Straße sind umgerüstet worden, um den Unfallschutz zu gewährleisten. Die Lüftungsmöglichkeit ist gegenüber früher aber nun eingeschränkt, was schon zu Unmut bei Eltern, Lehrern und Schülern führte. Foto:. Archiv Foto: az

Ein Sachverständiger habe die Fenster vor Kurzem untersucht und dabei festgestellt, dass diese nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprechen. Das betreffe insbesondere den Unfallschutz. Die Fenster dürften aus Sicherheitsgründen nicht mal übergangsweise weiterbetrieben werden bis zum Umbau. So mussten die alten Fenster nun umgerüstet werden. Das hat 11 400 Euro gekostet.

Die Schulen hätten das Gutachten bekommen. Das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Coesfeld habe dann in Absprache mit dem Gutachter veranlasst, dass die Fenster-Mechanik während der Sommerferien geändert worden sei. Die Fenster würden sich jetzt nur noch spaltbreit öffnen lassen (bis zu zwölf Zentimetern oben und unten). Dem Unfallschutz sei damit Genüge getan. Die Lüftungsmöglichkeit sei allerdings gegenüber früher leider eingeschränkt, sagte Stadtsprecherin Zirkel.

Eine Restaurierung der Fenster komme deshalb nicht in Betracht. Bei der späteren Modernisierung sollen neue Fenster eingebaut werden. Diese sollen optisch zwar den jetzigen entsprechen, aber anders funktionieren und damit auch den aktuellen Erfordernissen des Unfallschutzes Genüge tun.

Angela Bülo, Schulleiterin des Gymnasiums Nepomucenum, räumte ein, dass die neue Lüftungssituation bereits zu manchem Unmut in der Schüler- und Elternschaft geführt habe. Das Thema sei bereits bei den Treffen der Schülervertretung und Elternpflegschaft auf den Tisch gekommen und unterschiedlich bewertet worden.

Wie Angelo Bülo betonte, gebe es auf der einen Seite eine subjektive Einschätzung darüber, wie es ums Raumklima bestellt sei; auf der anderen Seite könne man auch technische Messungen vornehmen. Der Luftaustausch sei aber bisher noch nicht überprüft worden. Sie sei mit ihrem Kollegium bemüht, den Schulalltag so zu gestalten, dass er für alle Beteiligten zumutbar bleibe – auch angesichts der noch geplanten Umbaumaßnahmen. Darüber wie das im Einzelnen aussehen soll, machte sie keine näheren Angaben.

Bülo betonte, dass der Unfallschutz dringend gewährleistet sein müsse. Das werde auf jeden Fall durch diese Fensterbaumaßnahme erfüllt. Erst vor einigen Monaten sei es in einer Schule in Köln zu einem Fenstersturz gekommen, sagte die Schulleiterin und wies damit auf mögliche Gefahren hin. Die Nepo-Chefin räumte ein, dass es an heißen Tagen Probleme mit der Belüftung geben könnte, zumal der Einbau einer Klimaanlage nicht geplant sei. „Dennoch müssen wir versuchen, so gut wie möglich mit dem Status quo klar zu kommen“, sagte sie und kommentierte: „Aus einem alten VW Käfer kann man keinen Rolls-Royce machen.“

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