Coesfeld
Ein bodenständiger Politiker

Coesfeld. Karl-Josef Laumann kommt mit kleiner Verspätung ins Küchenzentrum Stall, die Parkplatzsuche hat aufgehalten. Der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW klopft zur Begrüßung auf den Tisch und ist damit gleich mittendrin im Geschehen.

Montag, 14.10.2019, 10:00 Uhr
Die Schürze bekommt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann geschenkt. Dafür geht er Hobbykoch Ralf Steindorf (r.) und seinem Freund Josef Brügge (l.), Profikoch und Hotel-und Restaurantbesitzer aus Ibbenbüren, bei der Zubereitung eines mehrgängigen Herbstmenüs zur Hand. Foto: Ursula Hoffmann

Er ist Gast bei „Steindorf kocht“, das der Rosendahler Hobbykoch und Kommunalpolitiker Ralf Steindorf regelmäßig mit großem Erfolg durchführt. „Man vernachlässigt als Politiker Familie und Freunde und ist trotzdem noch Fußabtreter“, erklärt Steindorf, der in dieser Reihe, die er mit dem Kolping-Bildungswerk im Rahmen der politischen Bildung durchführt, zeigen möchte, dass auch Politiker ganz normale Menschen sind.

Die Kombination aus Polit-Talk und hervorragendem Gaumenschmaus kommt gut an bei den Gästen, wie Gudrun Schröder aus Seppenrade bestätigt, die regelmäßige Teilnehmerin ist: „Es ist egal, wer da ist, man kommt auf einer ganz anderen Ebene ins Gespräch, lernt neue Leute kennen und bekommt beim Schnibbeln auch mal andere als vorgefertigte Antworten.“

Das mehrgängige Menü orientiert sich mit Pilzen und einem deftigen Rindfleischeintopf am Herbst und Laumann hat sich Zwiebelfleisch gewünscht. Der Wunsch führt zu dem zweiten Gast, dem Profikoch Josef Brügge, der ein Hotel-Restaurant in Ibbenbüren führt und langjähriger Freund von Laumann ist. Der Riesenbecker Laumann dazu: „Ich kam bei Josef im Hotel vorbei, wenn ich meine Freundin, wie das damals so üblich war, abends um Zehn zu Hause abgeliefert hatte und dann wurden politische Pläne geschmiedet.“

Brügge konzentriert sich aufs Zwiebelfleisch, das tatsächlich keine Wünsche offen lässt und Laumann viertelt Pilze, schneidet ein bisschen Rindfleisch, ist aber in erster Linie damit beschäftigt, die Fragen der Gäste, die Moderator Jürgen van Deenen sammelt, zu beantworten.

Dabei erweist er sich als engagierter Politiker mit einer klaren, auf der christlichen Soziallehre basierenden Meinung. Das liegt nahe, ist er doch CDA-Vorsitzender und Kolping-Mitglied (eingetreten als junger Kerl wegen des Riesenbecker Kolping-Karnevals-Fests). Viele Themen kommen zur Sprache, wie die Grundrente, für die er sich einsetzt („Wer 30 Jahre morgens um 5 Uhr aufsteht, um die Bank zu putzen, ist genauso ein Leistungsträger wie der Direktor.“), der Umgang mit der AfD („Die CDU darf niemals gemeinsame Sache machen mit der AfD, aber sie in die Märtyrerrolle zu drängen, hilft denen eher.“), der Missbrauch in der Kirche („Schlimm, dass es passiert ist, aber genauso schlimm, dass es vertuscht wurde.“) oder künstliche Intelligenz, die, so Laumann, hilfreich sein kann, aber niemals die menschliche Nähe ersetzen darf. Ein langer, aufschlussreicher Abend mit einem offenen und sympathischen Politiker geht mit einem Dessert zu Ende, das großartigen Gitarrenklängen von Steindorfs Sohn Max abrunden.

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