Gescher
Klimanotstand wird nicht ausgerufen

Gescher. In den Reigen der Kommunen, die den Klimanotstand ausgerufen haben, hat sich die Stadt Gescher nicht eingereiht. Der Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion mit großer Mehrheit abgelehnt. Dennoch soll ein jährlicher Klimaschutz- und Energiebericht im Klimaschutzkonzept der Stadt Gescher verankert werden, wie es die Sozialdemokraten auch gefordert hatten.

Samstag, 13.07.2019, 10:02 Uhr

In der vorangegangen Beratung machte Marc Jaziorski (SPD) deutlich: „Der Notstand ist symbolisch zu verstehen. Der Klimawandel betrifft uns alle.“ Die SPD wolle mit dem Antrag auf Ausrufung des Notstandes nicht auf Stimmenfang gehen, betonte er. Es gehe vielmehr darum, ein Zeichen zu setzen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Sein Fraktionskollege Johannes Schneider betonte, dass eine parteipolitische Position bei der Diskussion um das Klima, das „am Kippen“ sei, keine Rolle spiele. „Wir können das Klima nicht retten, aber einen Beitrag leisten. Wir müssen Verantwortung übernehmen“, sagte er.

Johannes Schneider (SPD) mahnte: „Das Klima-Problem ist eine Daueraufgabe, ein zentrales Problem der Menschheit. Wir brauchen ein neues Selbstverständnisgefühl.“ Christian Wellering (SPD) redete allen ins Gewissen: „Jeder von uns ist gefordert, etwas für das Klima zu tun.“

Claudia Saalmann (Grüne) begrüßte die Debatte, aber die Ausrufung des Klimanotstandes würde aus ihrer Sicht ganz viel Arbeit in der Stadtverwaltung binden. Außerdem würde man ihrer Meinung nach etwas beschließen, was man letztlich gar nicht umsetzen könne. Dieser Meinung schloss sich Matthias Homann (UWG) an. Für ihn entspreche die Diskussion über die Ausrufung des Klimanotstand der Redewendung: „Ich muss mich waschen, aber ich will mich nicht nass machen.“

Matthias Bergmann (UWG) meinte, dass es wichtig sei, „der Natur etwas zurückzugeben“. „Aber ich tue mich mit dem Begriff Notstand schwer“, fügte er hinzu.

Egbert Kock (CDU) hielt es nicht für zielführend, „Droh-Szenarien“ zum Klima ins Feld zu führen. „Wir brauchen keine Dramatisierung“, sagte er. Wolfgang Brüggestrath (Grüne) meinte, dass es seit 15 Jahren in Gescher einen Konsens gebe, etwas für den Klimaschutz zu tun. Es sei wichtig, am Ball zu bleiben.

Holger Beeke (UWG) fragte, ob mit dem Klimaschutzkonzept nicht bereits dem „Ansinnen“ der SPD entsprochen werde. Bürgermeister Thomas Kerkhoff teilte darauf hin mit, dass das Klimaschutzkonzept bereits zu 88 Prozent auf den Weg gebracht worden sei. Auch er begrüßte die offene und sachliche Diskussion im Stadtrat über das Thema Klimaschutz.

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