Billerbeck
Kamera zeigt den Mond über der Stadt

BillerBeck. In der Nacht zu Sonntag jährt sich zum 50. Mal der Moment, in dem der erste Mensch den Mond betreten hat: der US-amerikanische Astronaut Neil Armstrong im Zuge der Mission Apollo 11. Die meisten, die damals schon gelebt haben, können sich gut erinnern, wo und wie sie die Ereignisse verfolgt haben. Über den 21. Juli 1969, den Mond und das deutsch-niederländische Sternwarte-Projekt auf der Weitblickwiese hat Redaktionsmitglied Ulrike Deusch mit Romke Schievink gesprochen, dem Leiter des Projekts und passionierten Astronom.

Sonntag, 21.07.2019, 10:00 Uhr
Freitag waren Romke Schievink (r.) und sein Mitstreiter Christian Stoian auf der Weitblickwiese im Einsatz. Foto: ugo

Herr Schievink. wo haben Sie die Mondlandung erlebt?

Schievink: Zu Hause. Ich war sieben Jahre alt und meine Eltern haben mich aus dem Bett geholt. Ich fand es natürlich total spannend, dass ein Mensch auf dem Mond ist – aber ich war auch ein bisschen enttäuscht. Als Kind hatte ich natürlich ganz andere Vorstellungen von Astronauten und Bilder im Kopf, aus Büchern und in Farbe natürlich. Und dann diese schlechten Schwarz-weiß-Bilder im Fernsehen...

Was halten Sie denn von der These, dass die Bilder nur Fake waren und irgendwo in der amerikanischen Wüste inszeniert worden sind, was manche Menschen ja hartnäckig behaupten?

Schievink: Nein, das ist Quatsch. Die Menschen sind auf dem Mond gewesen. Das ist bewiesen. Die Landestellen sind mittlerweile auch fotografiert worden von Satelliten, die das zeigen.

Wenn Sie Ihr Teleskop auf den Mond richten, was sehen Sie dann?

Schievink: Das Bild vom Mond bestimmen seine vielen Krater. Was man als Seen wahrnimmt sind in Wirklichkeit Lavafelder, eine Folge der Hitze, als der Mond entstanden ist. Es lassen sich auch wunderschöne Bergstrukturen erkennen und ich entdecke immer wieder neue Dinge, vor allem nachts. Auch tagsüber kann man den Mond studieren, aber dann erscheint die Atmosphäre so blau, dass die Kontraste getrübt werden.

Werden die Billerbecker demnächst von der Weitblickwiese aus auch den Mond betrachten können?

Schievink: Natürlich. DieTeleskope stehen schon in Gronau. Im August wollen wir auf dem Weitblick eine neue 360-Grad-Kamera aufbauen, die computergesteuert ist und hochauflösende Bilder liefert. Diese AllSky-Kamera wird Teil von einem europäischen Netzwerk für Meteoren-Forschung und wir arbeiten mit niederländischen Meteoren-Forschern zusammen. Die Kamera ist natürlich in den Himmel gerichtet, aber man wird auch die Skyline von Billerbeck sehen mit den drei Türmen vom Dom und von St. Johann. Die Bilder werden direkt hochgeladen und online überall zu sehen sein. Nachts sieht man Mond und Sterne, auch Sternschnuppen. Wenn man die Daten auf eine astronomische Karte überträgt, kann man ganz einfach die Sternzeichen lernen. Und tagsüber fängt die Kamera Wolken ein und man kann Unwetter beobachten. Schon im August planen wir dazu eine Aktion auf der Weitblickwiese.

Was glauben Sie ist es, das die Menschen am Mond so fasziniert?

Schievink: Der Mond begleitet uns seit Menschengedenken. Und nicht nur uns, auch Tiere und Pflanzen und denken Sie an Ebbe und Flut, die auch vom Mond abgeleitet sind. Der Mond hat auch Einfluss auf Menschen und Tiere. Es gibt Tiere, die sich nur in einer bestimmten Mondphase fortpflanzen.

Also ist es gar nicht so unwahrscheinlich, dass bestimmte Kräuter, im Mondschein eingenommen, bestimmte Wirkungen haben?

Schievink: Es ist nicht undenkbar, jedenfalls ist der Mond ein sehr wichtiger Faktor für das Leben auf der Erde.

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