Großartige Uraufführung der Freilichtbühne vom verzauberten Publikum gefeiert
Mit Lua lachen und weinen

Billerbeck. Leise schaukelt Lua (Letizia Kestermann) hin und her, ein Lächeln liegt auf ihrem Gesicht, während sie sich in Gedanken mit ihrem verstorbenen Vater unterhält und träumerisch schönen Erinnerungen nachspürt. Sanfte Musik begleitet die gefühlvolle Szene. Wie ihre Freunde Tina (Ronja Lamers) und Jonah (Jousef Almasri), der durch die Scheidung seiner Eltern auch sein Päckchen zu tragen hat, spürt das Publikum Luas Traurigkeit.

Montag, 09.12.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 09.12.2019, 11:02 Uhr
Begeistert gefeiert werden bei der Uraufführung von „Lua und die Zaubermurmel“ neben dem Ensemble Regisseurin Steffi Bäumer-Enzen (r.) und Regieassistentin Karin Peters (l.). Foto: az

Plötzlich erklingt ein fröhlicher Tusch und die Artisten des Zirkus Carapelli ziehen ausgelassen durch die vollbesetzte Aula ein – ein optisches und akustisches Versprechen von Action, Spaß und Spannung. Damit sind die beiden Pole, zwischen denen das diesjährige Winterstück „Lua und die Zaubermurmel“, eine Uraufführung der Freilichtbühne, pendelt, gut beschrieben.

Regisseurin Steffi Bäumer-Enzen hat aus dem Kinderbuch von Alexa Helmig eine wunderbare Theaterfassung gemacht, die sie liebevoll auf die Bühne bringt. Mit sicherem Gespür für Stimmungen, gelingt es ihr, Rührung, Poesie, Spannung und Witz in Balance zu halten und aus dem großartigen Ensemble Höchstleistungen herauszuholen.

Ein funktionales Bühnenbild, bei dem die bunten Zirkuswagen ins Auge fallen, gibt den Darstellern Raum, sich zu entfalten. Hauptdarstellerin Letizia gelingt es überzeugend, ihre ständig wechselnde Gefühlslagen zum Ausdruck zu bringen. Man weint und lacht mit ihr. Das Papakind fühlt sich sehr allein, bis es eines Tages eine große blaue Murmel findet. Lua glaubt fest, ihr Papa habe die Zaubermurmel für sie vom Himmel geworfen. Die Murmel führt sie in den Circus, wo sie auf ihre große Hoffnung, den Zauberer Mo (Steffen Hertz) trifft, der Menschen weg und wieder her zaubern kann. Leider hat er seine Zauberkräfte verloren und raubt mit seinem Pessimismus auch den anderen ihre Künste.

In ihrem leuchtend gelben Kleid bringt ihnen die aufgeweckte Lua Hoffnung und verzaubert nicht nur Mo (Hertz spielt ihn herrlich grantig und zeigt in Gesprächen mit Lua viel Herz), sondern auch das Publikum. Und auch die muntere Zirkustruppe begeistert. Ständig ist etwas los auf der Bühne, alle sind mit Begeisterung dabei und füllen ihre Rollen mit fantasievoller Lebendigkeit.

Energisch der Zirkusdirektor (Petra Nachbar), kapriziös die beiden Akrobatinnen Elli (Lynn Albert) und Nelli (Linda Averesch), witzig Paola (Emilia Alexander), die rückwärts spricht, weil sie als Handstandkünstlerin immer auf dem Kopf steht, oder Hund (Alexander Miebach) und Ferkel (Henri Kratz), um nur einige wenige aus der großen Riege zu nennen.

Was die Artisten am Ende dieser zwischen Traum und Wirklichkeit spielenden zauberhaften Geschichte über Trauer, Liebe und den Glauben an die eigene Kraft, in einer, das Publikum immer wieder zu jubelndem Applaus animierenden Gala (tolle Kostüme!) zeigen, soll hier natürlich nicht verraten werden. Also nichts wie hin, es lohnt sich.

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