Nachhaltigkeit, Ehrenamt und Frauen in der Politik beim Neujahrsempfang im Fokus
„Wir sind eine lebendige Kommune“

Billerbeck. Strahlend blauer Himmel, Sonne auf den Domspitzen und der Berkelaue – schöner kann die Kulisse zu einem Neujahrsempfang nicht sein. Da „Fidelio“ in der Alten Landwirtschaftsschule gastiert, die Freilichtbühne in der Aula der Gemeinschaftsschule und die Renovierung im Sitzungssaal noch nicht abgeschlossen ist, bot die Kolvenburg die beste Alternative für den Neujahrsempfang, der seitens der Stadt ausgerichtet wurde.

Sonntag, 19.01.2020, 17:16 Uhr
Große Freude gab es beim Neujahrsempfang in der Kolvenburg für zwei Vereine, die sich in der Jugendarbeit stark machen: (v.l.) Christian Westerhoff und Markus Grotthoff (beide Jugend-Fußballabteilung DJK-VFL), Karl-Heinz Thier (Regionaldirektor der Sparkasse Westmünsterland), Andrea Büscher, Nadine Schäfers, Nicola Rickmann (alle drei Jugendrotkreuz) und Bürgermeisterin Marion Dirks. Fotos: Ulla Wolanewitz Foto: az

„Wir sind eine lebendige Kommune. Bei uns ist immer viel los“, zeigte sich Bürgermeisterin Marion Dirks erfreut und formulierte das gemeinsame Ziel so: „Es ist die Weiterentwicklung unserer Stadt mit den Menschen im Mittelpunkt. Die nächsten Jahre stehen unter der Überschrift ‚Nachhaltigkeit’, und von daher werden diese ,Goldenen Zwanziger' wohl eher grün sein.“

Mit frischen Songs von den Beatles, Max Giesinger und Sarah Conner erfrischten die Sängerinnen Vivien Henseler und Isabella Trojak das Programm.

Große Freude gab es auch für zwei Vereine, die sich in der Jugendarbeit stark machen. Mit Unterstützung der Sparkasse Westmünsterland erhielt die Jugend-Fußballabteilung des DJK-VfL den Ehrenamtspreis, der mit 1000 Euro bedacht wurde. Das Jugendrotkreuz feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen und erhielt für die kontinuierliche Nachwuchsförderung 500 Euro.

Für die Evangelische Kirchengemeinde überbrachte Gisela Heymanns die besten Segenswünsche und zitierte die Jahreslosung „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ und wünschte gutes Miteinander und Füreinander für die Gerechtigkeit.

Gleich drei gute Nachrichten wusste Propst Hans-Bernd Serries zu verkünden. Einmal, dass das von Renate Langenheder ökumenische Montagabendgebet sehr großen Anklang finde. Ferner werde in den nächsten Tagen ein institutionelles Schutzkonzept erstellt, um Missbrauch vorzubeugen, weil „wir alles tun wollen, damit Kinder und Jugendliche bei uns in sicheren Räumen aufwachsen können.“ Zudem wies er noch auf den „Escape-Room“ hin, der in der Fastenzeit im Pfarrheim eingerichtet wird. Darin kann das Wirken von Kardinal von Galen, dem Löwen von Münster, nachgespielt und -erlebt werden.

Darf bei einem Neujahrsempfang der Vortrag länger dauern als zehn Minuten? Ja, das darf er, wenn er spannend ist. Dafür sorgte Dr. Elke Wiechmann vom Institut für Politikwissenschaften an der FernUniversität Hagen. Das hochbrisante und viel zu wenig beachtete Thema „Frauen in der Politik“ stand im Fokus. Dabei wusste die Wissenschaftlerin, Zahlen und Fakten wunderbar aufschlussreich zu erklären und zu beleuchten.

Apropos Goldene 1920er: „In der Nationalversammlung saßen 1919 bereits zehn Prozent Frauen. Dieses Ergebnis wurde mit neun Prozent Frauen im Bundestag erst 1983 wieder erreicht.“ Der Grund? In diesem Jahr zogen die Grünen in den Bundestag ein. 2017 gab es allerdings einen Rückschritt auf 31 Prozent. Diese Quote entspricht der von 1998. Wiechmanns Empfehlungen in Richtung Parteien zur Erhöhung des Frauenanteils: Einsicht zur Anteilsteigerung, Parteiführung muss Frauen ansprechen, Anpassung von Sitzungs- und Redekultur, Erleichterung des Einstiegs in die Politik und vor allem Respekt. Das meine vor allem „Wegschauen, rausgehen oder aufs Handy schauen, während eine Frau redet, geht nicht!“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7204183?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947609%2F
Wissenschaftlerin klagt erfolgreich gegen Befristung
Prozess vor dem Bundesarbeitsgericht: Wissenschaftlerin klagt erfolgreich gegen Befristung
Nachrichten-Ticker