Bläserklasse der Anne-Frank-Gesamtschule
„Gemeinsam können wir viel erreichen“

Billerbeck/havixbeck. Tubatöne erklingen, hier und da hört es sich noch etwas wackelig an und doch spielen alle acht Schüler im Takt, wenn Musikdozent Christoph Pimpl dirigiert. Es ist Dienstag, 5. Stunde, in der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG): Zeit für Orchesterunterricht in der Musikschule Havixbeck. Während andere Sechstklässler im Kunstunterricht zeichnen, malen oder basteln, spielt die 6.1. Tonleiter, übt Orchesterstücke ein oder tritt vor Publikum auf. Zwei Jahre lang haben Unterstufenschüler die Gelegenheit, mit vier Stunden Musikunterricht in der Woche einen künstlerischen Schwerpunkt zu wählen. Möglich wird dieser Ausbildungsschwerpunkt durch die Kooperation mit der Musikschule Havixbeck, wie es in einer Pressemitteilung der AFG heißt. „Die räumliche Nähe macht die gute Zusammenarbeit einfach“, sagt Musikschulleiter Rainer Becker, der seit 2006 mit der benachbarten Gesamtschule kooperiert.

Samstag, 25.01.2020, 10:10 Uhr
Während andere Sechstklässler im Kunstunterricht zeichnen, malen oder basteln, spielt die 6.1. Tonleiter, übt Orchesterstücke ein oder tritt vor Publikum auf. Foto: AFG

Mit Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Horn, Euphonium und Tuba stehen sieben Instrumente zur Auswahl. Am Anfang der 5. Klasse müssen sich die Schüler der Bläserklasse entscheiden. Die Kinder lernen die Instrumente kennen und dürfen Wünsche äußern. Im Anschluss des sogenannten Instrumentenkarussells wird dann für jedes Kind entschieden.

Orchesterarbeit bildet den Schwerpunkt der Musikschule, die sich in der privaten Trägerschaft des Vereins Jugendorchester Havixbeck befindet und landesweit führend ist, heißt es. „Gerade erst haben wir wieder den Landesorchesterwettbewerb in Wuppertal gewonnen und fahren im Mai zum Bundeswettbewerb nach Bonn“, sagt Becker. Dort, in der Beethovenhalle, gilt es, den Titel „Bestes Jugendblasorchester Deutschlands“ zu verteidigen, den das Orchester nun schon seit 2012 trägt. Ein Teil dieser erfolgreichen Schüler stammt aus ehemaligen Bläserklassen der AFG. „Rund 50 Prozent der Kinder bleiben uns nach der 6. Klasse treu“, sagt Becker.

Musik- und Klassenlehrer Klemens Weißer betont den pädagogischen Aspekt. „Ich habe den Anspruch, dass jedes Kind in der Bläserklasse seinen individuellen und aktiven Zugang zur Musik findet. Mit der Klasse gemeinsam zu musizieren heißt: Wir können viel erreichen, wenn wir uns in der Zusammenarbeit gegenseitig unterstützen und wertschätzend in den Blick nehmen.“ In der Orchesterarbeit sei es wichtig, aufeinander zu hören und auch dann bei der Sache zu sein, wenn gerade ein anderes Instrument den Ton angibt. „Schüler lernen Verantwortung für das Orchester zu übernehmen, denn wenn jemand falsch spielt, fällt das auf alle zurück“, unterstützt Schulleiter Dr. Torsten Habbel das Konzept. Zudem wird leistungsstarken Schülern das Drehtürmodell angeboten. Das besagt: Während der Unterrichtszeit können Musikschüler Instrumentalunterricht nehmen. Sie müssen allerdings in der Lage sein, den verpassten Unterrichtsstoff selbstständig nachzuarbeiten. „Diese Schüler sind dann oft stolz darauf, weil wir ihnen viel zutrauen“, so Habbel. Im kommenden Schuljahr werde von der AFG wieder die Bläserklasse angeboten. Dazu können Eltern ihre Kinder ab Montag (3. 2.) bis Donnerstag (6. 2.) an der AFG anmelden.

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