„Escape Room“ wird im Pfarrheim errichtet
Zivilcourage bei Zeitreise gefragt

Billerbeck. Es ist eine Zeitreise ins dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. 79 Jahre geht es zurück in die Vergangenheit. Eine Art Zeitmaschine ist dafür vom 16. bis 22. März im Pfarrheim. Ein Escape Room. Aus diesem Raum, von dem gleich zwei aufgebaut werden, muss sich eine Gruppe mit Hilfe der darin enthaltenen Rätsel, versteckter Hinweise und Gegenstände befreien. Authentisch ausgestattet im Stil der 1940er-Jahre. Ein Spielleiter beaufsichtigt das Geschehen per Kamera und kann bei Bedarf Hilfestellung geben.

Montag, 27.01.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 11:02 Uhr
Planen ein begleitendes Programm mit Originaldokumenten und Fotos zum Escape Room: Propst Hans-Bernd Serries (l.) und Matthias Hecking. Es fehlt Pastoralassistent Thomas Kröger. Foto: Stephanie Sieme

Alles dreht sich bei diesem mobilen Escape Room um den „Löwen von Münster“: Kardinal Clemens August Graf von Galen. Der Münsteraner Bischof hat internationale Bekanntheit durch seine drei im Juli und August 1941 gehaltenen Predigten gegen die Ideologie und den Terror der Nazis und für die Verteidigung der Menschenrechte erlangt. Die Besucher begeben sich beim Spiel ins Jahr 1941 in Münster: Kardinal von Galen hat gerade seine berühmten Predigten gehalten (siehe Infokasten).

„Dazu gibt es ein intensives Begleitprogramm“, berichtet Propst Hans-Bernd Serries. Eines, das zum ersten Mal in Billerbeck initiiert wird. Denn: Der Propst hat ein persönliches Archiv, das sich um von Galen dreht. Bilder, Drucke und Zeichnungen, Literatur, Ordner mit Originaldokumenten – darunter ist auch ein Flugblatt mit einer Predigt. Einige der Stücke werden im Rahmen einer Ausstellung im Dom zu sehen sein, die zur Begleitung und Vertiefung mit dem historischen Hintergrund und der Person des „Löwen von Münster“ initiiert wird. „Unantastbar Menschsein“ lautet der Titel. Sechs Stationen wird es geben, die sich mit der Haltung von Galens, seinen drei Besuchen in Billerbeck, der Würde des Menschen, Sprache und persönlichen Erfahrungen der Besucher beschäftigt. „Der Bischof hat auf der Kanzel gestanden und Klartext gesprochen. Die Besucher im Dom haben auf der Kanzel die Möglichkeit, über ihre persönlichen Entscheidungen im Leben nachzudenken“, so Matthias Hecking, einer der drei Initiatoren des mobilen Escape Rooms. Über Situationen rund um Zivilcourage. Hat man gehandelt oder nicht? Welche Emotionen haben einen dabei umwoben? „Alles anonym. Wir haben Postkarten, auf denen die Menschen alles aufschreiben können. Die werden gesammelt und in der Marienkapelle des Doms präsentiert“, erklärt Hecking. Eröffnet wird die Ausstellung, die auch unabhängig von einer Teilnahme am Escape Room besucht werden kann, am Freitag (28. 2.) nach dem 18-Uhr-Gottesdienst. Es folgen zwei Akzentabende am 6. und 13. März. Das detaillierte Programm wird derzeit ausgearbeitet.

An den Vormittagen sind Schüler der Klassen 9 bis 13 in die Escape Rooms eingeladen. Nachmittags und abends steht das Angebot allen interessierten Jugendlichen ab 14 Jahren und Erwachsenen offen. Das Konzept soll im schulischen Kontext dazu dienen, durch die Schaffung nachhaltiger Erinnerung Kompetenzen des Religions-, Geschichts- und Sozialwissenschaftsunterrichts zu vermitteln, wie es im Pfarrbrief steht. Es eigne sich zur allgemeinen Demokratiebildung und Rechtsextremismus-Prävention.

7 Allen Gruppen (bis zu acht Personen) stehen die Escape Rooms offen. Terminanfragen und Anmeldungen sind online nötig. | billerbeck.loewevonmuenster.de

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