Kummellgenspieler zeigen Komödie „Hopphei op’n Heidhoff“
Ein sündiger Verwechslungsspaß

Billerbeck. „Der Spaß muss im Vordergrund stehen“, sagt Stephan Schumacher. Und genau so werden die Proben von den Kummellgenspielern gestaltet. Die laufen auf Hochtouren, denn in knapp zwei Monaten ist Premiere des plattdeutschen Stücks „Hopphei op’n Heidhoff (Na sowat)“ von Derek Benfield.

Freitag, 07.02.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 11:02 Uhr
Jede Menge Spaß haben die Kummellgenspieler bei den Proben, die zweimal pro Woche stattfinden. Fotos: Julia Walde Foto: az

„Hopphei op’n Heidhoff“ ist eine Verwechslungskomödie, die auch einen Kenner der Kummellgenspieler überraschen wird, denn das Ambiente und die Charaktere sind anders, als bereits Bekanntes. Worum es geht? Sündiger Ort des Geschehens ist ein idyllisches Landhaus, in dem mittlerweile ein „Na, Sie wissen schon“ eingerichtet worden ist. Polizeipräsident Petersen und seine sittenstrenge Schwester wollen in diesem Landhaus, das ihrem gerade verstorbenen Bruder gehörte, Urlaub machen. Da hat die Verwalterin des Hofes alle Hände voll zu tun, die hübschen, wenngleich auch leicht bekleideten Mägde, und die gelegentlich auftauchenden Herren vor den beiden zu rechtfertigen.

Zwei Mal pro Woche wird geprobt. Im Moment sind die Darsteller dabei, das gesamte Stück durchzuspielen und an den Feinheiten zu arbeiten. „Es ist das ‚Finetuning’, so nenne ich das“, erzählt Regisseur Stephan Schumacher. „Das Gerüst steht, jetzt müssen die Feinheiten gemacht werden, nicht nur auf der Bühne, sondern auch bei den Kostümen. Die Charaktere müssen auf den Punkt kommen und ausgefeilt sein“, sagt er. „Bis jetzt war es einfach, aber jetzt wird das Ganze in Form gebracht.“ Die Schauspielerinnen Annegret Rembrink, Marita Brinkhaus und Ulla Schürmann berichten, dass die Proben gut laufen. „Auf der Bühne kann man sich mit seiner Rolle schon identifizieren und es macht Spaß diese zu spielen“, erzählen sie. „Es sind Charaktere, die man so noch nicht hatte.“

Insgesamt arbeiten neun Darsteller mit dem Regisseur. „Es ist eine tolle Zusammenarbeit, es macht so viel Spaß. Alle sind super engagiert und lassen sich auf Ideen ein. Jeder geht zufrieden von der Probe nach Hause“, schwärmt Schumacher. „Die Proben müssen Spaß machen, denn nur, wenn alle Spaß haben, kommt am Ende auch ein gutes Produkt dabei raus. Abgesehen davon ist es mir bei einem Stück wichtig, dass es für den Zuschauer nachvollziehbar ist.“

Schumacher führt zum ersten Mal Regie, ist aber seit 38 Jahren in der Theaterwelt unterwegs. Angefangen hat er an der Freilichtbühne Billerbeck, betreibt sein eigenes Theater „Scaena Mundos“ und sitzt nun auf dem Regiestuhl der Kummellgenspieler.

Plattdeutsch haben die Darsteller in ihrer Familie verstehen und sprechen gelernt, so erzählen es Annegret Rembrink, Marita Brinkhaus und Ulla Schürmann. „Aber im Großen und Ganzen macht es keinen Unterschied, ob man die Texte auf Platt oder auf Hochdeutsch lernt“, so sieht das Stephan Schumacher. „Das Schöne an Plattdeutsch ist, dass es so direkt ist. Man kann viele Dinge sagen, die auf Hochdeutsch eine Beleidigung sind“, da sind sich alle einig. „Die Sprache wird lebendig gehalten, das ist toll.“

Am 4. April feiert das Stück der Kummellgenspieler große Premiere. „Der Premierentermin ist kein Stressfaktor, zumindest noch nicht. Das kommt erst 14 Tage vorher, ist aber auch völlig normal. Aber durch frühzeitige Absprache mit allen versuche ich den Stress so gut es geht heraus zu nehmen, damit sich die Schauspieler in den letzten Wochen nur aufs Spielen konzentrieren können“, sagt der Regisseur. „Die Zuschauer dürfen sich auf ein schnelles Stück mit Augenschmaus, viel Liebe zum Detail und viel Witz freuen.“

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