Vorbereitungen an der Ludgeri-Grundschule für Unterrichtsbeginn
Pauken in Schichten und mit Abstand

Billerbeck. Donnerstagmittag kam die lang ersehnte Mail vom Schulministerium Nordrhein-Westfalen – mit wichtigen Informationen zur Wiederaufnahme des Unterrichts an den Grundschulen. Bis dato waren „wir ohne Licht im Nebel unterwegs“, sagt Beate Balzer, Leiterin der Ludgeri-Grundschule. Sprich: Es war nicht klar, ob die ersten Schüler am Montag (4.  5.) oder erst am Donnerstag (7. 5.) in die Schulen zurückkehren. Nun steht fest: Ab dem 7. Mai ist der Unterrichtsbeginn vorgesehen. Donnerstag und Freitag zunächst für die Viertklässler.

Freitag, 01.05.2020, 05:14 Uhr aktualisiert: 01.05.2020, 06:31 Uhr
Abstandsmarkierungen sind auf dem Schulhof und auch im Schulgebäude aufgetragen worden. Foto: Ludgeri-Grundschule

Angedacht sei laut Schulministerium, dass ab dem 11. Mai in einem tageweise rollierenden System die Kinder aller Jahrgangsstufen dazukommen. Ministerpräsident Armin Laschet verwies Donnerstagabend im Rahmen einer Pressekonferenz allerdings darauf, dass weitergehende Schritte nach dem 7. Mai von den Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin am 6. Mai beraten werden.

Die Ludgeri-Grundschule ist vorbereitet. Ein Hygieneplan ist erarbeitet worden, auch ein Beschulungsmodell für die Viertklässler. Die Klassen werden aufgeteilt, sodass es acht Lerngruppen gibt. Vier Unterrichtsstunden stehen täglich auf dem Programm. Zeitversetzt. Vier Lerngruppen werden von 8 bis 11.40 Uhr beschult, die anderen vier von 9 bis 12.40 Uhr. „Alle haben zu verschiedenen Zeiten Pausen, um das Infektionsrisiko zu verringern“, sagt Beate Balzer. Die Kinder werden in den vier Schulstunden von ein und derselben Lehrkraft unterrichtet. Dies könne aber nicht immer die Klassenlehrerin sein. Zum einen könnten derzeit nicht alle Lehrkräfte in der Schule tätig sein, da sie selbst zu einer Risikogruppe gehören, zum anderen könne eine Lehrkraft nicht gleichzeitig zwei Gruppen in zwei verschiedenen Räumen unterrichten. Inhaltlich übernehmen jedoch die Klassenlehrerinnen die Planung für den gesamten Unterricht. „Das ist eine riesige logistische Herausforderung“, so die Schulleiterin. Personell, aber auch räumlich. Die Raumkapazitäten an beiden Standorten werden mit der Rückkehr der Viertklässler knapper. Der Grund: Zum einen, weil die Klassen eben in acht Lerngruppen geteilt werden, „und zum anderen steigt der Bedarf an der Notbetreuung immens“, betont Beate Balzer. 21 Kinder seien derzeit in der Notbetreuung. Nicht alle seien jeden Tag da. Aber maximal fünf Kinder dürfen in einer Notbetreuungsgruppe sein, die aus immer den gleichen Personen bestehen muss. „Fehlt an einem Tag ein Kind, besteht die Gruppe nur aus vier Kindern“, erklärt Beate Balzer. Ein anderes Kind darf nicht dazukommen. In der kommenden Woche könnte es an der Ludgeri-Grundschule voraussichtlich sechs Notbetreuungsgruppen geben, die ebenfalls in Klassenräumen untergebracht werden müssen. „Die Raumsituation wird enger“, so Beate Balzer. Musik- und Whiteboardraum müssten mitgenutzt werden, damit die Klassenräume für das vom Schulministerium angedachte Rotationsmodell zur Verfügung stehen könnten – falls dies so umgesetzt werden soll. Dabei sei zu beachten, dass die Kinder der einzelnen Jahrgänge unterschiedlich hohe Tische und Stühle benötigen würden.

Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen sind bereits getroffen worden. Abstandsmarkierungen sind auf dem Boden und Erinnerungshinweise an den Wänden angebracht worden. Eine Spende an waschbaren Schutzmasken hat die Schule von der Firma Strumpf Dirks erhalten. „200 Masken haben wir bekommen“, berichtet Beate Balzer. Es gebe zwar generell in der Schule keine Maskenpflicht, „aber wir möchten gerne damit arbeiten“, so die Schulleiterin. Die Schüler werden damit ausgestattet. Sie müssen die Masken keinesfalls den ganzen Tag tragen. Es gehe um den Weg bis zum Klassenzimmer und um die Pausen. „Wenn die Schüler in den Klassenräumen angekommen sind, können sie die Masken abnehmen. Dort ist genügend Abstand“, erklärt Beate Balzer.

Die Tische stehen so weit auseinander, dass zwischen den Schülerarbeitsplätzen ein Mindestabstand von 1,60 Meter gegeben ist. In den Eingangsbereichen stehen Desinfektionsmittelspender bereit. „Dort müssen sich die Kinder einzeln im Sicherheitsabstand die Hände desinfizieren, bevor sie in die Klassenräume gehen“, informiert die Schulleiterin. „Wir sind super ausgestattet. Der Schulträger (Stadt Billerbeck) unterstütz uns großartig.“ Auch in den Klassenräumen selbst stehen Seife und Papierhandtücher und, falls erforderlich, Desinfektionsmittel zur Verfügung.

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