Jugendfeuerwehr vor exakt 30 Jahren gegründet
„Das war ein schönes Geschenk“

Billerbeck. Genau 30 Jahre ist es her, dass in Billerbeck die Jugendfeuerwehr gegründet wurde. Mit 15 Jugendlichen. „Wir haben im Vorfeld alles vorbereitet“, so Karl Pollecker. Damit gleichzeitig bei der Einweihung der Gerätehaus-Erweiterung am 4. Mai 1990 die Gründung vorgenommen werden konnte. Denn die ist erst durch den Anbau am alten Gerätehaus an der Mühlenstraße möglich geworden. „Wir hatten vorher keinen Platz“, erzählt Pollecker, der damals stellvertretender Leiter bei der Freiwilligen Feuerwehr war und die Gründung der Jugendfeuerwehr vorangetrieben hat. „Das war ein schönes Geschenk für mich“, so der Billerbecker, der am 4. Mai Geburtstag hat.

Montag, 04.05.2020, 06:24 Uhr
Foto: Feuerwehr

Viel musste im Vorfeld besprochen und geklärt werden. „Wir mussten uns mit der Stadt abstimmen“, so Pollecker. Denn eine Jugendfeuerwehr muss ausgestattet und dafür entsprechende finanzielle Mittel im städtischen Haushalt bereitgestellt werden. Geklärt werden musste auch vorab, wer die Betreuung übernimmt. Josef Pollecker und Werner Böcker hatten sich dazu bereit erklärt, die Aufgabe der Jugendwarte zu übernehmen. Schon wenige Tage nach der Gründung, genauer gesagt am 8. Mai, hat es den ersten Dienstabend für die Jugendlichen gegeben.

Die Idee zur Etablierung einer Nachwuchsabteilung sei innerhalb der Feuerwehr entstanden. „Zu der Zeit gab es im Kreis Coesfeld schon die eine oder andere Jugendfeuerwehr“, so Pollecker. Auch der damalige Kreisbrandmeister, Franz-Josef Frier, habe in Billerbeck nachgefragt, ob nicht eine Jugendfeuerwehr in der „Perle der Baumberge“ eingerichtet werden soll. Den Wunsch hatten die Billerbecker Kameraden aber schon vorher. „Wie gesagt, es fehlte zunächst der Platz“, sagt Pollecker, der auch betont, dass die Gründung der Jugendfeuerwehr eine weise Entscheidung gewesen sei. „Ohne sie hätten wir keinen Nachwuchs. Ein Großteil der aktiven Kameraden stammt aus der Jugendfeuerwehr“, so der Domstädter, der auf eine 30-jährige Führungsposition bei der Wehr in Billerbeck und beim Kreis zurückblicken kann. Vor drei Jahren ging es für Pollecker in die Feuerwehrrente. Damals schied man mit Vollendung des 60. Lebensjahres aus dem aktiven Dienst aus. Heute ist es mit Vollendung des 67. Lebensjahres.

Drei Kameraden, die zu den ersten Mitgliedern der Jugendfeuerwehr gehören und bei der Gründung dabei waren, sind heute noch im aktiven Dienst. Einer von ihnen ist Oliver Grüner. Zwölf Jahre alt war er, als er zur Jugendfeuerwehr gekommen ist. „In einem Zeitungsartikel stand, dass Karl Pollecker eine Jugendfeuerwehr ins Leben rufen wollte. Mein Onkel meinte, dass das was für mich wäre und hat mich einfach mal angemeldet“, erzählt der heute 42-Jährige. „Ich hatte vorher keinen Bezug zur Feuerwehr.“ Auf spielerische Weise sind sie damals an die Aufgaben der Feuerwehr herangeführt worden. Es gab Spiele- und Kochabende, Ausflüge und Zeltlager. 1992 gab es mit den ersten weiblichen Mitgliedern in der Jugendfeuerwehr auch Frauenpower. Auch das Ablegen der Leistungsspange, das höchste Leistungsabzeichen für ein Mitglied der Deutschen Jugendfeuerwehr, gehörte zum Programm – auch heute noch. Sechs Jahre lang war Grüner in der Jugendfeuerwehr, mit 18 Jahren ist er in den aktiven Dienst gewechselt. Ein paar Jahre später ist er zur Jugendfeuerwehr zurückgekehrt, wurde stellvertretender Leiter der Jugendfeuerwehr. Die Zeit will er nicht missen. „Auf keinen Fall“, sagt Grüner. „Ich würde sagen, dass fast 85 Prozent unserer Einsatzkräfte aus der Jugendfeuerwehr kommen.“ Der Zusammenhalt sei stark.

Heute gehören 19 Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren zur Jugendfeuerwehr. Die Dienstabende bestehen aus Feuerwehraufgaben sowie Spiel und Spaß. „Und viel Teambuilding“, sagt Denise Wübbeling. Sie und Eva Lammers sind die Jugendwartinnen. Ihnen zur Seite steht ein Betreuerteam, ohne das die vielen Aufgaben nicht bewältigt werden können.

Eigentlich sollte das Jubiläum intern im kleinen Rahmen gefeiert werden, allerdings ist das derzeit durch die Corona-Pandemie nicht möglich. Eine Feier soll nachgeholt werden, heißt es. Der genaue Zeitpunkt ist allerdings noch unklar.

Der 4. Mai ist für die Freiwillige Feuerwehr ein ganz besonders Datum – in mehrfacher Hinsicht. Nicht nur die Gründung der Jugendfeuerwehr sowie die Einweihung der Erweiterung am alten Gerätehaus fallen auf dieses Datum. Auch der Schutzpatron der Feuerwehren, der heilige Florian, hat am 4. Mai Namenstag. Und am heutigen Montag findet auch noch der erste Spatenstich für das neue Feuerwehrgerätehaus statt, das am Friethöfer Kamp errichtet wird.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7394294?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker