Startschuss für Bürgerbus nach Corona-Pause
Fahrt mit weniger Sitzen aufgenommen

Billerbeck. Barbara Münzer hat eine lange Reise hinter sich. „Lange, aber gemütlich“, sagt die Berlinerin. Und die Reise ist noch nicht ganz zu Ende. Ein paar Kilometer sind es noch vom Bahnhof in Billerbeck bis zum Kloster Gerleve, wo sie als Seminarleiterin im Exerzitien- und Gästehaus Ludgerirast tätig ist. Die legt sie mit dem Bürgerbus zurück. Mit ihrem Gepäck steht Barbara Münzer schon an der Bushaltestelle bereit. Der Bus fährt vor. Ludger Rohling, der hinterm Steuer sitzt, begrüßt sie freundlich.

Dienstag, 07.07.2020, 06:42 Uhr
Ludger Rohling ist von Anfang an dabei: Seit der Gründung des Bürgerbus-Vereins engagiert sich der Billerbecker ehrenamtlich als Fahrer. Zum Schutz der Fahrer ist nun eine Plexiglasscheibe montiert worden. Foto: Stephanie Sieme

Nach der coronabedingten Zwangspause rollt der Bürgerbus seit gestern wieder über die Billerbecker Straßen. Der Bürgerbus-Verein hat Schutzmaßnahmen für Fahrer und Fahrgäste getroffen. Die Fahrer sitzen hinter einer beweglichen Plexiglasscheibe. Die maximale Anzahl der Fahrgäste ist von insgesamt acht nun auf vier begrenzt worden. „Jeder zweite Sitz ist mit einem unserer Kindersitze blockiert“, berichtet Udo Drees, Vorsitzender des Bürgerbus-Vereins. Steigen die Fahrgäste aus, werden Sitzplatz, Anschnallgurt, und Handgriffe direkt desinfiziert. Ein Mund-Nasen-Schutz muss von den Personen, die befördert werden, getragen werden. Zudem werden Fahrgäste gebeten, bei Fahrtantritt das Fahrgeld in passender Stückelung bereitzuhalten.

Fünf Fahrten stehen zum Neustart des Bürgerbus-Betriebes an. Das sei noch sehr verhalten, so Ludger Rohling, der die Nachmittagsschicht fährt. Wie jeden Montag. „Im Durchschnitt sind es acht bis zehn Fahrten pro Tag“, sagt er. Drees geht davon aus, dass sich der Betrieb und damit die Anzahl der Fahrten in den nächsten Wochen wieder stabilisieren wird. Schließlich müsste man jetzt berücksichtigen, dass noch nicht alle Aktivitäten, zu denen die Fahrgäste wollen, wieder stattfinden. „Wir freuen uns, dass wir unsere Kunden wieder von A nach B befördern dürfen“, so Drees.

Ludger Rohling ist seit der Gründung des Vereins im Jahr 2016 mit dabei, gehört zum ehrenamtlichen Fahrerteam. Falls Rohling später einmal selber nicht mehr fahren könne, gebe es ja den Bürgerbus. Deswegen engagiere er sich gerne und weil es Spaß mache, findet er.

Neben dem Fahrer- gibt es auch noch das ehrenamtliche Telefonteam, das die Anfragen der Fahrgäste entgegennimmt. „Das ist alles super organisiert“, betont Barbara Münzer. Und überhaupt, das Angebot des Bürgerbusses findet sie „fantastisch. Das ist eine nette Sache“, sagt die Berlinerin. „Die Fahrer sind alle nett. Das ist fast schon eine familiäre Atmosphäre, obwohl man keinen kennt.“ Fünf bis sechs Mal im Jahr reist sie von der Bundeshauptstadt nach Billerbeck. Und ab und zu steigt sie am Bahnhof vom Zug in den Bürgerbus um, um nach Gerleve zu gelangen.

Über 146 000 Kilometer hat der Bürgerbus schon auf dem Buckel. Er fährt bedarfsorientiert. Das heißt: Er fährt nicht nach einem festen Fahrplan. Wer mit dem Bus fahren möchte, muss sich mindestens eine Stunde vorher anmelden, wird von Zuhause abgeholt und zu einem der 39 Haltepunkte gebracht – und umgekehrt. Neben den Billerbecker Haltestellen werden in Nottuln die Haltepunkte Krankenhaus, Rhodeplatz und Longinustum bedient.

7 Wer sich beim Bürgerbus-Verein ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich beim Geschäftsführer Klaus Wallocha (Tel. 02543/6658) und beim Vorsitzenden Udo Drees (Tel. 02543/1700) melden. | www.buergerbus-billerbeck.de

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