Hanna Hüwe ist die erste erfolgreiche Direktkandidatin der Grünen
„Junge Mütter müssen mitgestalten“

Billerbeck. Wer Hanna Hüwe fragt, warum sie sich in der Kommunalpolitik engagiert, muss nicht lange auf eine Antwort warten. „So kann ich das Leben vor Ort mitgestalten“, sagt die 28-Jährige. „Ich möchte noch mehr jungen Müttern Mut machen, sich einzubringen und mitzuarbeiten. Gerade ihre Perspektive ist wichtig, damit Billerbeck für die Zukunft gut aufgestellt ist“, findet sie.

Sonntag, 27.09.2020, 11:02 Uhr
Hanna Hüwe freut sich auf die politische Arbeit im Rat. Die flexible Kinderbetreuung ist für sie ein wichtiges Thema. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kennt sie aus eigener Erfahrung. Foto: privat

Junge Mütter sind im neuen Stadtrat mehrere vertreten, aber Hanna Hüwe hat am Wahlabend eine kleine Sensation geschafft: Sie hat in der Geschichte Billerbecks als erste Kandidatin der Grünen einen Wahlbezirk direkt gewonnen – den Wahlbezirk 8 (Oberlau). „Der hatte für die Grünen schon traditionell viel Potenzial“, schmunzelt sie. Weiß aber auch, dass der persönliche Erfolg vom bundesweiten Trend und einem allgemeinen gesellschaftlichen Wandel hin zu Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit befeuert wurde.

Trotzdem: „Themen, die mir besonders wichtig sind, wie Familie und Gleichstellung, betreffen viele Familien, die in Oberlau leben.“

Auch sie selbst wohnt dort, in Oberlau 3, mit ihrem Mann und zwei kleinen Söhnen im Alter von sechs und knapp zwei Jahren. Aufgewachsen ist Hanna Hüwe in Schleswig-Holstein. Für ihre Ausbildung ist sie nach Münster gekommen und hat sich sofort firmenpolitisch für Azubis und junge Leute engagiert und in diversen Gremien mitgearbeitet. Das machte ihr Freude und irgendwann stellte sich für die junge Programmiererin, die zunächst in Holtwick und dann in Billerbeck lebte, die Frage, ob sie künftig weiter in der Firmenpolitik (Bank- und Finanzwesen) oder in der Kommunalpolitik mitarbeiten sollte. „Ich habe mich ganz bewusst für die Kommunalpolitik entschieden“, schaut Hanna Hüwe zurück. „Arbeit ist nicht alles im Leben, aber die Mitgestaltung des Lebens vor Ort, die ist mir wichtig“, begründet sie ihre Entscheidung.

„Ich habe mir dann überlegt, wer mir politisch nahe ist und wen ich in den vergangenen Jahren gewählt habe“, berichtet sie von ihrer Suche nach einer politischen Heimat. Und wer sich daran erinnert, dass Hanna Hüwe genau die junge Mutter ist, die angeregt hat, dass in Billerbeck der Einsatz von Stoffwindeln im Sinne der Nachhaltigkeit und der Gerechtigkeit gegenüber Nutzern der Windeltonne durch die Stadt bezuschusst wird, wundert sich wohl nicht, dass Hanna Hüwe diese Heimat bei den Grünen gefunden hat. Hier sei sie sehr offen aufgenommen und gleich integriert worden. „Und als sie mich gefragt haben, ob ich für den Rat kandidieren will, habe ich auch den letzten Schritt gemacht und bin Parteimitglied geworden.“ Der Wahlkampf hat ihr Spaß gemacht. „Ich bin mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen“, sagt sie.

Sie hat zusammen mit ihrem Mann für sich einen guten Weg gefunden, um Familie und Beruf zu verbinden. Flexiblere Betreuungszeiten in den Kitas ist ein Thema, für das sie sich im Rat stark machen will, aber auch für andere Themen aus dem großen Bereich Familie. Und die Digitalisierung jenseits der Schule ist ihr ein Anliegen – kein Wunder, denn sie ist nebenbei auch als Bloggerin tätig und unterstützt andere Blogger in technischen und inhaltlichen Fragen.

Jetzt freut sie sich auf die Arbeit im Stadtrat: „Darauf, dass ich Ideen einbringen kann und dass in der Diskussion mit den anderen Parteien Themen aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.“

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