Stadtverwaltung zieht trotz erschwerter Corona-Bedingungen positives Saison-Fazit
„Es war schon eine Herausforderung“

Billerbeck. Das Fazit fällt positiv aus. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist die Freibad-Saison „sehr gut“ verlaufen. Zwar konnte die Anzahl der Besucher aus dem Vorjahr (37 370) nicht gehalten werden, aber das sei vor allem coronabedingt. 29 091 Badegäste sind in dieser, bereits abgelaufenen Saison gezählt worden und damit 8279 Besucher weniger als in 2019. Die Gründe: Obwohl das Billerbecker Freibad zu den ersten in ganz Nordrhein-Westfalen gehörte, die im Mai ihre Türen geöffnet haben, erfolgte die Öffnung später als sonst, weil ein Pandemieplan mit Hygienemaßnahmen erarbeitet werden musste. Und: „Einige Schwimmer sind nicht so oft wie sonst ins Freibad gekommen, andere haben das Bad komplett gemieden“, so Hubertus Messing, Leiter des städtischen Fachbereiches Zentrale Dienste und Ordnung. Aus Sorge um die eigene Gesundheit. Auch das Wetter habe nicht dazu beigetragen, das mehr Besucher als sonst planschen gegangen sind. „Wir hatten keinen Jahrhundert-Sommer“, sagt Messing. Es war ein durchschnittlich durchwachsener Sommer. Zudem gab es Zugangsbeschränkungen für das Gelände und das Becken. Sprich: Weniger Badegäste als sonst duften sich gleichzeitig im Freibad aufhalten. Großveranstaltungen wie das Mitternachtsschwimmen, an dem in 2019 allein 1400 Gäste teilgenommen haben, und die Wasserdisco fanden coronabedingt ebenfalls nicht statt.

Dienstag, 06.10.2020, 09:40 Uhr
Haben Bilanz gezogen: Hubertus Messing (l., Fachbereichsleiter Zentrale Dienste und Ordnung) und Adi Bautsch (Fachangestellter für Bäderbetriebe). Die beiden zeigten sich mit der Freibad-Saison trotz Corona-Pandemie zufrieden. Foto: Stephanie Sieme

Das alles „spiegelt sich auch in den Finanzen wider. Nicht so dramatisch, aber wir hatten weniger Einnahmen“, berichtet Messing. 51 686 Euro (2019: 62 106) an Einnahmen verzeichnet die Stadt. Weniger Saisonkarten als sonst seien verkauft worden. „Wahrscheinlich hatten einige Bedenken, dass es doch noch zu einem zweiten Lockdown kommen könnte und die Einrichtung dann hätte doch wieder schließen müssen“, erklärt der Fachbereichsleiter. 8000 Euro seien weniger bei den Saisonkarten eingenommen worden.

Coronabedingt habe es laut Messing natürlich auch zusätzliche Ausgaben gegeben. „Rund 20 000 Euro mehr bei den Personalkosten“, sagt er. Grund dafür sind unter anderem die aufwendigen, gestiegenen Hygienemaßnahmen. Nicht nur die Sanitäranlagen seien permanent intensiv gereinigt und desinfiziert worden, sondern zum Beispiel auch jeder Handlauf am Beckenrand. Außerdem musste die Besucherzahl durchgehend kontrolliert werden. Deswegen sei der Kassenbereich nahezu permanent besetzt gewesen, aber auch das Personal am Becken sei verstärkt worden, um die Anzahl der Gäste im Wasser und auf den Liegewiesen sowie das Einhalten der Abstände stetig kontrollieren zu können. „Es war schon eine Herausforderung“, sagt Adi Bautsch, Fachangestellter für Bäderbetriebe. Neben der Kontrolle der Besucheranzahl und Abstände habe es ja noch die normale Aufsicht am Becken, die Überwachung der Technik gegeben. Bautsch lobt die Badegäste, die „sensibilisiert“ und „flexibel“ gewesen seien. „Alle haben mitgezogen – Stammgäste wie Auswärtige“, sagt er. „Die Begrenzung der Gäste war für viele der ausschlaggebende Punkt zu uns zu kommen.“ Sogar die Schwimmkurse hätten stattfinden können und seien „sehr gut“ angenommen worden. Auch die Schulen hätten Schwimmunterricht im Freibad durchgeführt, so Messing und sagte in diesem Zusammenhang, dass das Lehrschwimmbecken am Johannisschulgebäude in diesem Winter wohl nicht für eine schulische Nutzung zur Verfügung gestellt werde, weil es die räumliche Situation nicht zu lasse. Die Umkleiden seien zu klein und ein Luftaustausch nicht gegeben. Großes Lob gibt es von Messing auch für alle Mitarbeiter. Gemeinsam sei das Hygienekonzept entwickelt und umgesetzt worden.

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