Fast täglich Unterstützung von Lebensmitteleinkauf bis Gassigehen
Corona-Hilfe bleibt einsatzbereit

billerbeck. Sandro Staubermann, Ingolf Ibsch und ihre Kollegen von der Corona-Hilfe sind gerüstet, falls sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärfen sollte. „Ich habe gerade mal alle angeschrieben und nachgehört, ob sie im Fall des Falles wieder dabei sind“, berichtet Ingolf Ibsch. „Wir können uns jederzeit wieder aktivieren“, versichert er. Die Hotline sei ja aktuell noch eingerichtet und auch Ansprechpartner seien da, an die man sich wenden könne.

Freitag, 16.10.2020, 08:52 Uhr
Die meisten Billerbecker, die sich bei der Corona-Hilfe gemeldet haben, baten um Unterstützung beim Einkauf. Auch wenn die Anfragen deutlich zurückgegangen sind, besteht die Hotline noch und die Helfer sind ansprechbar – auch, wenn die Lage sich jetzt wieder verschärft. Foto: Holger Kraft/ Pixabay

Ibsch berichtet aber auch, dass die ehrenamtlichen Helfer, die sich auf Initiative von Sandro Staubermann zusammengefunden hatten, als der Lockdown kam, zuletzt nur noch wenig zu tun hatten. Ganz anders in den ersten Wochen: „Zu den Hochzeiten des Lockdowns hat sich fast täglich jemand mit einer Bitte oder Frage an uns gewandt“, berichtet Ibsch. Rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche war an der Hotline jemand erreichbar. „Und wir hatten bis zu 35 ehrenamtliche Helfer, an die wir die Anrufer vermitteln konnten“, so Ibsch. Über einen Flyer hat das Orgateam das Angebot bekannt gemacht.

Das Team der Ehrenamtlichen war nicht die einzige Initiative, die damals entstanden ist. Auch die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (KJFH) unter der Regie von Ludger Althoff, die Stadt und die Kirchengemeinden boten Hilfe an. Unter anderem waren die Konfirmanden aktiv. Zuerst gab es Kooperationen zwischen den Gruppen, aber mit der Zeit sammelte sich die Unterstützung in der Corona-Hilfe. „Wir fanden das freiwillige ehrenamtliche Engagement so toll, dass wir nicht konkurrieren wollten“, sagt Ludger Althoff im Rückblick.

Die Corona-Hilfe haben vor allem Menschen angenommen, die zur Risikogruppe gehörten, die sich nicht trauten, Haus oder Wohnung zu verlassen und solche, die erkrankt oder in Quarantäne waren.

Unterstützung beim Einkaufen war mit Abstand die häufigste Bitte, die sowohl an die Corona-Hilfe als auch an die Verantwortlichen der KJFH herangetragen wurde. Auch der Gang zur Apotheke, um ein Rezept einzulösen, wurde für viele zum Problem. Zu den eher ungewöhnlichen Anfragen gehörte das Gassigehen mit einem Hund. „Das haben wir in einem Fall für drei bis vier Wochen organisiert“, schaut Ibsch zurück. Einfach nur Redebedarf hatten die Anrufer meist nicht. Aber oft wollten sie ganz praktische Infos – anfangs etwa zur Maskenpflicht. „Da mussten wir dann manchmal auch erst recherchieren, bis wir Antworten geben konnten“, sagt Ibsch. Besonders gelungen sei die Osteraktion gewesen, bei der die Corona-Hilfe Bewohner und Mitarbeiter der Billerbecker Seniorenheime überrascht hat.

Mit dem Ende des Lockdowns nahmen die Kontakte der Corona-Hilfe deutlich ab. „In Billerbeck gibt es ein gut funktionierendes Netzwerk von Familien und Nachbarschaften“, hat Ingolf Ibsch erfahren. Nur als rund 30 Westfleisch-Mitarbeiter, die in Billerbeck leben, in Quarantäne mussten, waren die Helfer noch mal in größerem Rahmen gefragt.

„Wir sind dankbar, dass uns so viele Ehrenamtliche, die Stadt und auch die Bürgermeisterin unterstützt haben“, sagt Ibsch – und schaut nach vorn. „Wir sind jederzeit wieder einsatzbereit.“

0 Corona-Hotline: Tel. 02543-9318422

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7634575?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947609%2F
Nachrichten-Ticker