Digitalisierung der Schulen
Für Unterricht auf Distanz gerüstet

Billerbeck. Die Billerbecker Schulen sind digital gewappnet. „Seit den Sommerferien sind alle Schüler in ,Teams’ eingebunden“, berichtet Thomas Wischnewski, Leiter der Geschwister-Eichenwald-Gemeinschaftsschule. „Teams“ lautet der Name einer Software zur Kommunikation zwischen Lehrern, Lehrern und Schülern sowie Eltern und Lehrern. Video- und Telefonkonferenzen sind möglich, Aufgaben können gestellt, hochgeladen und kontrolliert werden. Alle Lehrer seien zudem inzwischen mit digitalen Endgeräten, also Notebooks, ausgestattet worden. Zehn Notebooks sind bereits an Schüler verliehen worden, die aus sozial benachteiligten Familien kommen und Zuhause auf keine Gerätschaften wie Computer und Notebooks zugreifen können. „Wir haben eine Abfrage bei den Schülern gemacht“, so Wischnewski. Dabei sei herausgekommen, dass insgesamt 35 Schüler Notebooks ausleihen müssten. „Die ersten zehn sind verteilt, die restlichen kommen“, sagt der Schulleiter.

Samstag, 24.10.2020, 06:03 Uhr
Informierten über den Stand der Digitalisierung an den Schulen: (v.l.) Thomas Wischnewski (Leiter Gemeinschaftsschule), Marco Fiege (Stadt Billerbeck) und Beate Balzer (Leiterin Grundschule). Foto: Stephanie Sieme

Insgesamt stellt die Stadt Billerbeck 130 Notebooks den Schulen zur Verfügung. 33 für das Lehrerkollegium der Gemeinschaftsschule, 30 für das Team der Ludgeri-Grundschule. „Die Lehrer sind zu 100 Prozent ausgestattet“, sagt Marco Fiege, der bei der Stadt für die Digitalisierung der Schulen zuständig ist.

Insgesamt 60 Notebooks stehen für die Schüler aus sozial benachteiligten Familien zur Verfügung. Etwa 20 davon werden an der Grundschule benötigt. „Wir haben vorab auch eine Abfrage durchgeführt“, berichtet Schulleiterin Beate Balzer. Ein paar sollen für den Notfall, oder besser gesagt bei einem Ausfall, als Backup zurückgehalten werden, wie Marco Fiege berichtet. Angeschafft wurden all diese Geräte durch die Soforthilfe von Bund und Land sowie mit finanzieller Unterstützung der Stadt.

Beate Balzer erarbeitet gerade eine Anleitung für die Eltern der Grundschüler, die sie für den Umgang mit der Software Teams nach den Ferien erhalten. Für die Eltern soll es voraussichtlich am 4. und 18. November Infosprechstunden geben. Von 15 bis 20 Uhr könnten dann stündlich bis zu zehn Eltern nach Anmeldung in der Stadtaula Informationen und Unterstützung erhalten. Nähere Informationen mit Anmeldemöglichkeit erhalten die Eltern im Laufe der kommenden Woche.

Sollte es zu einer coronabedingten Schulschließung oder Teilschließung kommen, sind die Schulen jedenfalls gerüstet. Beate Balzer macht gleichzeitig aber auch deutlich, dass das digitale Lernen an der Grundschule nur eine Begleitung sein könne. „Wir werden nach wie vor Materialien auch per Post verschicken oder in die Briefkästen werfen – falls es zu einer Schließung kommen sollte“, sagt sie. An der Gemeinschaftsschule gibt es Kinder, die sich bereits aufgrund von Vorerkrankungen, im Homeschooling befinden und mit der Plattform Teams arbeiten. „Und es funktioniert gut“, berichtet Wischnewski.

Die Soforthilfe ist bereits abgeschlossen. Die Digitalisierung der Schulen ist damit aber noch nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil. Fördermittel gibt es nämlich noch aus dem Landesprogramm „Digitalpakt NRW“. „Die Zuwendungsbescheide liegen vor. Die Aufträge sind vergeben und die Ware ist bestellt. „In den nächsten zwei bis drei Wochen sollten die ersten Pakete eintrudeln“, informiert Marco Fiege. Neue Computer, Bildschirme, i-Pads, Drucker und Apple-TV-Geräte soll es geben. Alle Schulgebäude sollen damit ausgestattet werden.

Bis Anfang 2022 muss der Digitalpakt umgesetzt werden. Marco Fiege: „Ich gehe nach jetzigem Stand davon aus, dass wir Mitte nächsten Jahres komplett fertig sein werden.“ Und die Billerbecker Schulen dann auch digital auf dem neusten Stand sind.

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